Um 8 Uhr heute morgen begann in der Nancy-Halle die Tagung des Verwaltungsrats zur Affäre um den eigentlich untragbar gewordenen Intendanten. Laut BNN (und zwar hier) haben ca. 270 Demonstranten vor der Sitzung gegen das toxische Arbeitsklima von Intendant Spuhler demonstriert, viele davon hielten das Spielzeitheft mit dem Motto „Von Haltung und Verhalten” demonstrativ vor sich
Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2011/12 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.
Freitag, 17. Juli 2020
Dienstag, 14. Juli 2020
Patriarchendämmerung (9)
Und noch mehr Gegenwind für Intendant Spuhler
Die Orchestervorstände der Badischen Staatskapelle sowie die Chorvorstände des Badischen Staatsopernchors haben in einer Stellungnahme die Vorwürfe gegen Intendant Spuhler untermauert, verteidigen den Personalrat und üben namentlich Kritik an einigen Mitgliedern des Verwaltungsrats:
Die Orchestervorstände der Badischen Staatskapelle sowie die Chorvorstände des Badischen Staatsopernchors haben in einer Stellungnahme die Vorwürfe gegen Intendant Spuhler untermauert, verteidigen den Personalrat und üben namentlich Kritik an einigen Mitgliedern des Verwaltungsrats:
Patriarchendämmerung (8)
Noch mehr Gegenwind für Intendant Spuhler
Das eigene Haus steht bereits gegen ihn, die Enthüllungsskandale sind mehr als nachteilig für seinen Ruf, nun ziehen die Freunde des Badischen Staatstheaters (mehr hier) als größter Unterstützerverein in einer Stellungnahme für den Verwaltungsrat "eine ernüchternde Bilanz aus neun Jahren Intendanz", sprechen "von einer wachsenden Enttäuschung mit der Intendanz Peter Spuhlers. Viele, die eigentlich an einer Mitgliedschaft interessiert wären, äußern ... ihren Unmut und geben offen zu, daß sie unter der derzeitigen Intendanz das Staatstheater nicht fördern möchten" und kommen zu dem Schluß: "Insofern hofft die Gesellschaft der Freunde auf einen Neuanfang, der auch nach außen hin von einem deutlichen Zeichen begleitet werden muß."
Das eigene Haus steht bereits gegen ihn, die Enthüllungsskandale sind mehr als nachteilig für seinen Ruf, nun ziehen die Freunde des Badischen Staatstheaters (mehr hier) als größter Unterstützerverein in einer Stellungnahme für den Verwaltungsrat "eine ernüchternde Bilanz aus neun Jahren Intendanz", sprechen "von einer wachsenden Enttäuschung mit der Intendanz Peter Spuhlers. Viele, die eigentlich an einer Mitgliedschaft interessiert wären, äußern ... ihren Unmut und geben offen zu, daß sie unter der derzeitigen Intendanz das Staatstheater nicht fördern möchten" und kommen zu dem Schluß: "Insofern hofft die Gesellschaft der Freunde auf einen Neuanfang, der auch nach außen hin von einem deutlichen Zeichen begleitet werden muß."
Sonntag, 12. Juli 2020
Patriarchendämmerung (7)
Oberbürgermeister Mentrup rückt ein wenig von Intendant Spuhler ab
Wer meint, daß man Politiker beim Wort zu nehmen habe, den dürfte die Aussage von OB Mentrup interessieren. Der SWR berichtet (und zwar hier), daß Kunstministerin Bauer und der Karlsruher OB am 10. Juli mit dem Personalrat des Badischen Staatstheaters zusammentrafen. Mentrup soll danach laut SWR klar gestellt haben, "daß sich seine Einschätzung der Lage in letzter Zeit verändert habe. Die Vorwürfe gegen den Führungsstil des Generalintendanten Peter Spuhler hätten, seiner Meinung nach, eine neue Qualität erreicht. .... Auf die Frage, ob Peter Spuhler noch ihr Vertrauen habe, wollte die Ministerin übrigens nicht eingehen.".
Wer meint, daß man Politiker beim Wort zu nehmen habe, den dürfte die Aussage von OB Mentrup interessieren. Der SWR berichtet (und zwar hier), daß Kunstministerin Bauer und der Karlsruher OB am 10. Juli mit dem Personalrat des Badischen Staatstheaters zusammentrafen. Mentrup soll danach laut SWR klar gestellt haben, "daß sich seine Einschätzung der Lage in letzter Zeit verändert habe. Die Vorwürfe gegen den Führungsstil des Generalintendanten Peter Spuhler hätten, seiner Meinung nach, eine neue Qualität erreicht. .... Auf die Frage, ob Peter Spuhler noch ihr Vertrauen habe, wollte die Ministerin übrigens nicht eingehen.".
Patriarchendämmerung (6)
Dem Elend ein Ende
Ein Intendant formt ein Theater, Peter Spuhler hat es verkrüppelt. Ein Skandal jagt den anderen, wann ist ein Generalintendant schon mal so krachend bruchgelandet? Die Intendanz ist überschattet von fragwürdigem Fehlverhalten, die scheidenden Operndramaturgen prangerten zusätzlich die bekannten künstlerischen Defizite durch den Intendanten an, es scheint Gemauschel bei der Besetzung mindestens eines zentralen Postens gegeben haben, alles jahrelang gedeckt durch fragwürdiges Verhalten von Kulturpolitikern, die nun von nichts wußten und nun ständig in Erklärungsnot behaupten, die Vorfälle und intendantischen Pleiten ernst zu nehmen und untersuchen zu wollen, und als Tiefpunkt verantwortet der Intendant einen leitenden Mitarbeiter des Jungen Staatstheaters, der offensichtlich seinen Posten dazu mißbrauchte, um teils minderjährigen jungen Männern plumpe sexuelle Avancen zu machen. Auch hier könnten noch böse Überraschungen ans Licht kommen: hätte der Intendant von dem Verhalten des direkten Untergebenen wissen müssen, hätte er schon früher reagieren können oder hat er seine Kontrollpflicht vernachlässigt? Das Junge Staatstheater ist beschädigt, das Badische Staatstheater ist beschädigt - Ursache ist der Intendant. Unabhängig davon, welche Enthüllungen noch bevor stehen - der Ruf ist erst mal dahin, überregional berichtete die Presse von den Fehlverhalten und der Bitte um Verzeihung des Intendanten, der quasi eine ganze Belegschaft, immer mehr Politiker und viele Zuschauer gegen sich hat. Es gibt kein akzeptables Argument für den Verbleib von Peter Spuhler auf dem Posten des Generalintendanten und dieser könnte dem Badischen Staatstheater, seinen Mitarbeitern und Besuchern eine große Last nehmen, wenn er von sich aus ein Einsehen hat und den Anstand und die Größe zeigt, noch vor der Verwaltungsratssitzung auf seinen Posten zu verzichten und den Weg für einen Neustart freizumachen, unbelastet, basierend auf Teamgeist - ohne ihn. Wenn er sich durchmogeln und hinter dem Rücken der Ministerin verstecken will, um irgendwie die Kurve zu kriegen, werden weitere Eskalationen folgen und evtl. zu einer Schlammschlacht werden. Denn was nun das Badische Staatstheater in die Krise geführt hat, kommt nicht überraschend.
Ein Intendant formt ein Theater, Peter Spuhler hat es verkrüppelt. Ein Skandal jagt den anderen, wann ist ein Generalintendant schon mal so krachend bruchgelandet? Die Intendanz ist überschattet von fragwürdigem Fehlverhalten, die scheidenden Operndramaturgen prangerten zusätzlich die bekannten künstlerischen Defizite durch den Intendanten an, es scheint Gemauschel bei der Besetzung mindestens eines zentralen Postens gegeben haben, alles jahrelang gedeckt durch fragwürdiges Verhalten von Kulturpolitikern, die nun von nichts wußten und nun ständig in Erklärungsnot behaupten, die Vorfälle und intendantischen Pleiten ernst zu nehmen und untersuchen zu wollen, und als Tiefpunkt verantwortet der Intendant einen leitenden Mitarbeiter des Jungen Staatstheaters, der offensichtlich seinen Posten dazu mißbrauchte, um teils minderjährigen jungen Männern plumpe sexuelle Avancen zu machen. Auch hier könnten noch böse Überraschungen ans Licht kommen: hätte der Intendant von dem Verhalten des direkten Untergebenen wissen müssen, hätte er schon früher reagieren können oder hat er seine Kontrollpflicht vernachlässigt? Das Junge Staatstheater ist beschädigt, das Badische Staatstheater ist beschädigt - Ursache ist der Intendant. Unabhängig davon, welche Enthüllungen noch bevor stehen - der Ruf ist erst mal dahin, überregional berichtete die Presse von den Fehlverhalten und der Bitte um Verzeihung des Intendanten, der quasi eine ganze Belegschaft, immer mehr Politiker und viele Zuschauer gegen sich hat. Es gibt kein akzeptables Argument für den Verbleib von Peter Spuhler auf dem Posten des Generalintendanten und dieser könnte dem Badischen Staatstheater, seinen Mitarbeitern und Besuchern eine große Last nehmen, wenn er von sich aus ein Einsehen hat und den Anstand und die Größe zeigt, noch vor der Verwaltungsratssitzung auf seinen Posten zu verzichten und den Weg für einen Neustart freizumachen, unbelastet, basierend auf Teamgeist - ohne ihn. Wenn er sich durchmogeln und hinter dem Rücken der Ministerin verstecken will, um irgendwie die Kurve zu kriegen, werden weitere Eskalationen folgen und evtl. zu einer Schlammschlacht werden. Denn was nun das Badische Staatstheater in die Krise geführt hat, kommt nicht überraschend.
Freitag, 10. Juli 2020
Und noch ein Skandal
Enthüllungsskandale noch und nöcher (3)
Es kommt gerade einiges im Strudel nach oben. Die BNN berichten (hier): "Gegen den leitenden Mitarbeiter einer Untersparte des Badischen Staatstheaters gibt es Vorwürfe wegen Machtmißbrauchs und sexueller Belästigung. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ermittelt werden muß. Mitarbeiter und Minderjährige berichten von sexueller Belästigung am Badischen Staatstheater". Die beschuldigte Person wehrt sich: "versuchte Nötigung, üble Nachrede und Verleumdung." Nichts Genaues weiß man nicht, ob es sich um einen zwischenmenschlichen Konflikt handelt oder ob jemand zuvor Beschwerde gegen die Person beim Intendanten eingereicht hatte, ist aktuell nicht bekannt. Ein "leitender Mitarbeiter einer Untersparte" wird zwar wahrscheinlich vom Intendanten eingestellt worden sein, aber das ist im Konflikt um Intendant Spuhlers Verhalten nicht von Bedeutung, solange man kein Fehlverhalten belegen kann. Die Justiz geht ihren Weg, spekulieren sollte man in diesem Fall nicht.
Es kommt gerade einiges im Strudel nach oben. Die BNN berichten (hier): "Gegen den leitenden Mitarbeiter einer Untersparte des Badischen Staatstheaters gibt es Vorwürfe wegen Machtmißbrauchs und sexueller Belästigung. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ermittelt werden muß. Mitarbeiter und Minderjährige berichten von sexueller Belästigung am Badischen Staatstheater". Die beschuldigte Person wehrt sich: "versuchte Nötigung, üble Nachrede und Verleumdung." Nichts Genaues weiß man nicht, ob es sich um einen zwischenmenschlichen Konflikt handelt oder ob jemand zuvor Beschwerde gegen die Person beim Intendanten eingereicht hatte, ist aktuell nicht bekannt. Ein "leitender Mitarbeiter einer Untersparte" wird zwar wahrscheinlich vom Intendanten eingestellt worden sein, aber das ist im Konflikt um Intendant Spuhlers Verhalten nicht von Bedeutung, solange man kein Fehlverhalten belegen kann. Die Justiz geht ihren Weg, spekulieren sollte man in diesem Fall nicht.
Donnerstag, 9. Juli 2020
Patriarchendämmerung (5)
Enthüllungsskandale noch und nöcher (1)
Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Journalisten, die ihren eigenen Enthüllungsskandal über Intendant Peter Spuhler veröffentlichen wollen, treffen in Karlsruhe auf eine Fundgrube von intendantischem Fehlverhalten, der Personalrat soll 65 gesammelte Zeugenaussagen zu diversen Vorfällen haben. BNN-Redaktuer Andreas Jüttner, der alles ans Licht brachte, kann sich noch einige Zeit mit den besonders schweren Fehlverhalten beschäftigen und berichten. Der technische Direktor Ivica Fulir ist ein guter Kandidat für einen Folgeskandal: er bekam anscheinend seinen Job vom Intendanten ohne Ausschreibung zugeschustert, bessere Kandidaten wurden gar nicht erst gesucht oder konnten sich nicht bewerben. Was sagt dazu die zuständige Anti-Diskriminierungs-/ bzw. Gleichstellungsbeauftragte? Wurde hier gemauschelt?
Und stimmt es, daß der Intendant Frauen diskriminierte, weil sie durch die Wechseljahre bedingt angeblich schlechter leisten könnten und deshalb weniger verdienen? Die Gehaltskürzung ist belegbar, die frauenfeindliche Begründung auch? Bekamen auch Männer weniger Geld, wurden also beide Geschlechter gleichberechtigt gekürzt oder willkürlich? Das wäre ein Skandal, der unabhängig von allen anderen einen Shit-Storm rechtfertigt. Also liebe Journalisten, Sie suchen einen berichtenswerten Skandal? Rund um Intendant Spuhler finden Sie ihn! Und es gibt noch mehr, Boris Kehrmann hat sich erneut zu Wort gemeldet:
Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Journalisten, die ihren eigenen Enthüllungsskandal über Intendant Peter Spuhler veröffentlichen wollen, treffen in Karlsruhe auf eine Fundgrube von intendantischem Fehlverhalten, der Personalrat soll 65 gesammelte Zeugenaussagen zu diversen Vorfällen haben. BNN-Redaktuer Andreas Jüttner, der alles ans Licht brachte, kann sich noch einige Zeit mit den besonders schweren Fehlverhalten beschäftigen und berichten. Der technische Direktor Ivica Fulir ist ein guter Kandidat für einen Folgeskandal: er bekam anscheinend seinen Job vom Intendanten ohne Ausschreibung zugeschustert, bessere Kandidaten wurden gar nicht erst gesucht oder konnten sich nicht bewerben. Was sagt dazu die zuständige Anti-Diskriminierungs-/ bzw. Gleichstellungsbeauftragte? Wurde hier gemauschelt?
Und stimmt es, daß der Intendant Frauen diskriminierte, weil sie durch die Wechseljahre bedingt angeblich schlechter leisten könnten und deshalb weniger verdienen? Die Gehaltskürzung ist belegbar, die frauenfeindliche Begründung auch? Bekamen auch Männer weniger Geld, wurden also beide Geschlechter gleichberechtigt gekürzt oder willkürlich? Das wäre ein Skandal, der unabhängig von allen anderen einen Shit-Storm rechtfertigt. Also liebe Journalisten, Sie suchen einen berichtenswerten Skandal? Rund um Intendant Spuhler finden Sie ihn! Und es gibt noch mehr, Boris Kehrmann hat sich erneut zu Wort gemeldet:
Mittwoch, 8. Juli 2020
Patriarchendämmerung (4)
Intendant Spuhler bittet um Verzeihung
Elf lange Tage schwieg Peter Spuhler, am 27.06. veröffentlichten die BNN die ersten Vorwürfe, weitere Bestätigungen folgten bis zum 04.07., am 06.07. gingen Ministerin Bauer und OB Mentrup noch auf Gegenkurs, sprachen von einer Kampagne gegen den Intendanten und wollten die Anschuldigen erst "überprüfen und bewerten". Es schien, als ob die Situation eskalieren könnte, doch nun lenkte der Intendant ein und bekannte sich schuldig. Im Rahmen einer nicht öffentlichen Personalversammlung soll er sich betroffen von sich selbst gezeigt und die Belegschaft um Verzeihung gebeten haben. Weiterhin kündigte er Veränderungen an. Mit der Bitte um Verzeihung ist die erste Etappe der Patriarchendämmerung erreicht, Spuhler hat also das Symptom (sein inakzeptables Verhalten) eingestanden, nun geht es um die Aufarbeitung, denn Peter Spuhler ist dominanter Teil des Problems, doch wie kann er dann überhaupt Teil der Lösung sein?
Elf lange Tage schwieg Peter Spuhler, am 27.06. veröffentlichten die BNN die ersten Vorwürfe, weitere Bestätigungen folgten bis zum 04.07., am 06.07. gingen Ministerin Bauer und OB Mentrup noch auf Gegenkurs, sprachen von einer Kampagne gegen den Intendanten und wollten die Anschuldigen erst "überprüfen und bewerten". Es schien, als ob die Situation eskalieren könnte, doch nun lenkte der Intendant ein und bekannte sich schuldig. Im Rahmen einer nicht öffentlichen Personalversammlung soll er sich betroffen von sich selbst gezeigt und die Belegschaft um Verzeihung gebeten haben. Weiterhin kündigte er Veränderungen an. Mit der Bitte um Verzeihung ist die erste Etappe der Patriarchendämmerung erreicht, Spuhler hat also das Symptom (sein inakzeptables Verhalten) eingestanden, nun geht es um die Aufarbeitung, denn Peter Spuhler ist dominanter Teil des Problems, doch wie kann er dann überhaupt Teil der Lösung sein?
Patriarchendämmerung (3)
Der untragbar gewordene Generalintendant
Was in Karlsruhe passiert ist, erinnert aus der Ferne ein wenig an die Enthüllungen bei Harvey Weinstein. Viele wußten es, als es ans Licht kam, brachen die Dämme und viele weitere meldeten sich. Die Politik hat nun minimal reagiert: Der Führungsstil von Generalintendant Peter Spuhler wird offiziell Thema in der Verwaltungsratssitzung am 17.07.2020. Die Politik hält sich merklich zurück bei der Verurteilung des Tatbestands (offiziell: "unlauteres Verhalten"), man will die Vorwürfe "überprüfen und bewerten", man traut Presse, Personalrat und Schikane-Opfern also anscheinend nicht und will Spuhler nicht vorverurteilen. Das ist vorläufig legitim, doch wer zweifelt wirklich bei der Vielzahl der Vorwürfe? „Sie glauben nicht, wie viele weinende Menschen ich in den vergangenen Jahren trösten mußte”, zitieren die BNN (hier) einen Gesprächspartner.
Um die Konsequenzen drücken sich die Politiker noch, doch wenn sich die Anschuldigungen bestätigen, muß gehandelt werden. Es muß allen politisch Verantwortlichen klar sein, daß es nicht genügt, kosmetische Alibi-Maßnahmen zu treffen, die die Intelligenz der beobachtenden Mitarbeiter, Journalisten und Theaterbesucher beleidigen und die dem Ruf des Badischen Staatstheaters und der politischen Kultur schaden. Im Gegenzug sollte man am Badischen Staatstheater darüber nachdenken, die Vorwürfe gegen den Intendanten zusammenzufassen, im Zweifelsfall verstärkt öffentlich zu machen und das Unerträgliche der Situation ggf. weiter zur Eskalation zu bringen! Ein vorübergehender Waffenstillstand hilft nicht bei der Aufarbeitung, sondern nur dem Unter-den-Tisch-kehren!
Was in Karlsruhe passiert ist, erinnert aus der Ferne ein wenig an die Enthüllungen bei Harvey Weinstein. Viele wußten es, als es ans Licht kam, brachen die Dämme und viele weitere meldeten sich. Die Politik hat nun minimal reagiert: Der Führungsstil von Generalintendant Peter Spuhler wird offiziell Thema in der Verwaltungsratssitzung am 17.07.2020. Die Politik hält sich merklich zurück bei der Verurteilung des Tatbestands (offiziell: "unlauteres Verhalten"), man will die Vorwürfe "überprüfen und bewerten", man traut Presse, Personalrat und Schikane-Opfern also anscheinend nicht und will Spuhler nicht vorverurteilen. Das ist vorläufig legitim, doch wer zweifelt wirklich bei der Vielzahl der Vorwürfe? „Sie glauben nicht, wie viele weinende Menschen ich in den vergangenen Jahren trösten mußte”, zitieren die BNN (hier) einen Gesprächspartner.
Um die Konsequenzen drücken sich die Politiker noch, doch wenn sich die Anschuldigungen bestätigen, muß gehandelt werden. Es muß allen politisch Verantwortlichen klar sein, daß es nicht genügt, kosmetische Alibi-Maßnahmen zu treffen, die die Intelligenz der beobachtenden Mitarbeiter, Journalisten und Theaterbesucher beleidigen und die dem Ruf des Badischen Staatstheaters und der politischen Kultur schaden. Im Gegenzug sollte man am Badischen Staatstheater darüber nachdenken, die Vorwürfe gegen den Intendanten zusammenzufassen, im Zweifelsfall verstärkt öffentlich zu machen und das Unerträgliche der Situation ggf. weiter zur Eskalation zu bringen! Ein vorübergehender Waffenstillstand hilft nicht bei der Aufarbeitung, sondern nur dem Unter-den-Tisch-kehren!
Sonntag, 5. Juli 2020
Patriarchendämmerung (2)
Die Gräben sind so weit aufgerissen, daß man sie eigentlich nicht mehr zuschütten kann
Die Karten liegen auf dem Tisch. Die Mißstände und Verfehlungen des Generalintendanten können nicht bestritten oder geleugnet werden - es sind zu viele und zu heftige. Der patriarchalische Führungsstil Peter Spuhlers ist nicht weiter tolerierbar und es ist nun wohl allen klar, daß dieser Stil auch nicht mehr ertragen wird. Die in der Presse genannten Schlagworte in Verbindung mit Intendant Spuhlers nicht wertschätzendem Verhalten sprechen für sich:
Die Karten liegen auf dem Tisch. Die Mißstände und Verfehlungen des Generalintendanten können nicht bestritten oder geleugnet werden - es sind zu viele und zu heftige. Der patriarchalische Führungsstil Peter Spuhlers ist nicht weiter tolerierbar und es ist nun wohl allen klar, daß dieser Stil auch nicht mehr ertragen wird. Die in der Presse genannten Schlagworte in Verbindung mit Intendant Spuhlers nicht wertschätzendem Verhalten sprechen für sich:
- "toxisches Arbeitsklima"
- "Klima der Angst"
- "extremer Kontrollzwang"
- "beständiges Mißtrauen"
- "systematisch zermürbt"
- "äußerst rüder Tonfall"
- "cholerische Anfälle"
- "unerträgliche Arbeitsverhältnisse"
- "gezielte Attacken gegen Einzelpersonen"
- "Burn-Outs"
Samstag, 4. Juli 2020
Patriarchendämmerung (1)
Personalrat bestätigt toxisches Arbeitsklima
Das patriarchische Führungsverhalten von Generalintendant Spuhler zieht weitere Kreise. Der Personalrat des Badischen Staatstheater hat am Freitag einen offenen Brief versandt, in dem „Kontrollzwang, beständiges Mißtrauen und cholerische Ausfälle“ als „Schlagworte eines toxischen Arbeitsklimas“ benannt werden, wie Andreas Jüttner in den BNN berichtet, dankenswerterweise im Internet nachlesbar, und zwar hier:
https://bnn.de/nachrichten/kultur/staatstheater-karlsruhe-streit-um-spuhler-zieht-politische-kreise
und hier: https://bnn.de/lokales/karlsruhe/immer-mehr-staatstheater-mitarbeiter-erheben-schwere-vorwuerfe-gegen-spuhler.
Die Vorwürfe werden dabei erhärtet, es gibt "Berichte von rund 20 Personen", die "ein alarmierendes Bild von verheerenden Zuständen am Haus" zeichnen. "Unter der von extremem Kontrollzwang geprägten Leitung sei weder künstlerisches Arbeiten noch Einbringen der eigenen Kreativität möglich. Statt dessen werde man systematisch zermürbt, indem man, oft in äußerst rüdem Tonfall, auf die Rolle als ausführende Kraft zur Erfüllung von Spuhlers Vorgaben reduziert werde. Zahlreiche Angestellte bestätigen die Vorwürfe."
Und auch Oberbürgermeister Mentrup hat sich zu Wort gemeldet
Das patriarchische Führungsverhalten von Generalintendant Spuhler zieht weitere Kreise. Der Personalrat des Badischen Staatstheater hat am Freitag einen offenen Brief versandt, in dem „Kontrollzwang, beständiges Mißtrauen und cholerische Ausfälle“ als „Schlagworte eines toxischen Arbeitsklimas“ benannt werden, wie Andreas Jüttner in den BNN berichtet, dankenswerterweise im Internet nachlesbar, und zwar hier:
https://bnn.de/nachrichten/kultur/staatstheater-karlsruhe-streit-um-spuhler-zieht-politische-kreise
und hier: https://bnn.de/lokales/karlsruhe/immer-mehr-staatstheater-mitarbeiter-erheben-schwere-vorwuerfe-gegen-spuhler.
Die Vorwürfe werden dabei erhärtet, es gibt "Berichte von rund 20 Personen", die "ein alarmierendes Bild von verheerenden Zuständen am Haus" zeichnen. "Unter der von extremem Kontrollzwang geprägten Leitung sei weder künstlerisches Arbeiten noch Einbringen der eigenen Kreativität möglich. Statt dessen werde man systematisch zermürbt, indem man, oft in äußerst rüdem Tonfall, auf die Rolle als ausführende Kraft zur Erfüllung von Spuhlers Vorgaben reduziert werde. Zahlreiche Angestellte bestätigen die Vorwürfe."
Und auch Oberbürgermeister Mentrup hat sich zu Wort gemeldet
Freitag, 3. Juli 2020
SWR2 berichtet über die Probleme mit Intendant Spuhler
"Badisches Staatstheater Karlsruhe: Vorwürfe gegen Generalintendant Peter Spuhler"
Auch SWR2 berichtete nun über das Problem mit Intendant Spuhler, mehr dazu hier:
https://www.swr.de/swr2/buehne/badisches-staatstheater-karlsruhe-schwere-vorwuerfe-gegen-generalintendant-peter-spuhler-100.html
Auch SWR2 berichtete nun über das Problem mit Intendant Spuhler, mehr dazu hier:
https://www.swr.de/swr2/buehne/badisches-staatstheater-karlsruhe-schwere-vorwuerfe-gegen-generalintendant-peter-spuhler-100.html
Donnerstag, 2. Juli 2020
Immer noch planlos!
Wer weiß, vielleicht verschwindet Corona ja einfach so von alleine .....
Jetzt liegt es vor: das Serviceheft zur Spielzeit 2020/21 und es hat sich schon angedeutet: Intendant Spuhler schafft das Unkunststück, keine Antworten zu liefern! Andere Theater haben ihre Corona-Spielzeit für September bis Dezember veröffentlicht, in Karlsruhe bietet der Intendant dem Publikum die Katze im Sack. Zu mehr als dem folgenden, etwas peinlich überfordert anmutenden Satz hat es nicht gereicht: "Der Spielplan 2020/21 steht unter dem Vorbehalt von Änderungen aufgrund der aktuellen Herausforderungen. Wir Theaterleute sind Meister der Improvisation. Wenn es uns nicht möglich sein sollte, das vorliegende Programm wie geplant umzusetzen, verfügen wir über viele Ideen, wie wir Sie, unser geschätztes Publikum, mit Kunst beglücken können. Wenn wir eine Vorstellung nicht so zeigen können wie angekündigt, finden wir eine Lösung."
Echt jetzt? Zwei Monate Verspätung bei der Veröffentlichung des Servicehefts und dann nur dieser Satz? Auf Treu und Glauben, aber ohne Rechte - das Publikum darf auf die Großzügigkeit der Obrigkeit hoffen. Wow! Weniger ist nicht möglich.
Jetzt liegt es vor: das Serviceheft zur Spielzeit 2020/21 und es hat sich schon angedeutet: Intendant Spuhler schafft das Unkunststück, keine Antworten zu liefern! Andere Theater haben ihre Corona-Spielzeit für September bis Dezember veröffentlicht, in Karlsruhe bietet der Intendant dem Publikum die Katze im Sack. Zu mehr als dem folgenden, etwas peinlich überfordert anmutenden Satz hat es nicht gereicht: "Der Spielplan 2020/21 steht unter dem Vorbehalt von Änderungen aufgrund der aktuellen Herausforderungen. Wir Theaterleute sind Meister der Improvisation. Wenn es uns nicht möglich sein sollte, das vorliegende Programm wie geplant umzusetzen, verfügen wir über viele Ideen, wie wir Sie, unser geschätztes Publikum, mit Kunst beglücken können. Wenn wir eine Vorstellung nicht so zeigen können wie angekündigt, finden wir eine Lösung."
Echt jetzt? Zwei Monate Verspätung bei der Veröffentlichung des Servicehefts und dann nur dieser Satz? Auf Treu und Glauben, aber ohne Rechte - das Publikum darf auf die Großzügigkeit der Obrigkeit hoffen. Wow! Weniger ist nicht möglich.
Dienstag, 30. Juni 2020
Noch immer planlos?
Wunsch ohne Wirklichkeit (3)
Es gibt viele Gründe, sich über die Intendanz von Peter Spuhler aufzuregen. Nun hat für Abonnenten der Kartenvorverkauf für September und Oktober begonnen, der öffentliche Verkauf beginnt ebenfalls in den nächsten Tagen. Nur wieso? Es wird im Herbst keinen normalen Spielbetrieb geben können. Andere Häuser sind weiter und haben gar nicht erst damit angefangen, Tickets zu verkaufen, die dann in Gutscheine umgewandelt werden müssen.
Es gibt viele Gründe, sich über die Intendanz von Peter Spuhler aufzuregen. Nun hat für Abonnenten der Kartenvorverkauf für September und Oktober begonnen, der öffentliche Verkauf beginnt ebenfalls in den nächsten Tagen. Nur wieso? Es wird im Herbst keinen normalen Spielbetrieb geben können. Andere Häuser sind weiter und haben gar nicht erst damit angefangen, Tickets zu verkaufen, die dann in Gutscheine umgewandelt werden müssen.
Samstag, 27. Juni 2020
Mumpitztheater (17): Von Haltungsschäden und Verhaltensdefiziten (2)
„Klima der Angst“
"Staatstheater Karlsruhe: Schwere Vorwürfe von scheidenden Mitarbeitern"
Besser spät als nie! Es war seit Jahren überfällig, nun konnte die Karlsruher Presse nicht weiter wegsehen. Endlich sind die Badischen Neusten Nachrichten über ihren Schatten gesprungen und berichten über die Probleme mit der autoritären Intendanz von Peter Spuhler. Der Artikel ist nicht nur in der Printausgabe, sondern aktuell hier auf der Internetpräsenz der BNN zu lesen. Frühere Mitarbeiter sprechen mit Blick auf die Intendanz von Peter Spuhler von einem „Klima der Angst“ und von Kontrollzwang. Der scheidende Dramaturg Dr. Boris Kehrmann wird von der BNN wie folgt zitiert: „Ich verlasse Karlsruhe mit Trauer und Wehmut. Das Ensemble, das Orchester, die Technikabteilung und alle Kollegen sind großartig. Aber ich mußte einsehen, daß ich hier nicht sinnvoll arbeiten kann.“ Man kann unter Intendant Spuhler also nicht sinnvoll arbeiten - eine Erkenntnis, die nicht neu ist, aber nun endlich mal auch außerhalb dieses Blogs ausgesprochen und verbreitet wird.
"Staatstheater Karlsruhe: Schwere Vorwürfe von scheidenden Mitarbeitern"
Besser spät als nie! Es war seit Jahren überfällig, nun konnte die Karlsruher Presse nicht weiter wegsehen. Endlich sind die Badischen Neusten Nachrichten über ihren Schatten gesprungen und berichten über die Probleme mit der autoritären Intendanz von Peter Spuhler. Der Artikel ist nicht nur in der Printausgabe, sondern aktuell hier auf der Internetpräsenz der BNN zu lesen. Frühere Mitarbeiter sprechen mit Blick auf die Intendanz von Peter Spuhler von einem „Klima der Angst“ und von Kontrollzwang. Der scheidende Dramaturg Dr. Boris Kehrmann wird von der BNN wie folgt zitiert: „Ich verlasse Karlsruhe mit Trauer und Wehmut. Das Ensemble, das Orchester, die Technikabteilung und alle Kollegen sind großartig. Aber ich mußte einsehen, daß ich hier nicht sinnvoll arbeiten kann.“ Man kann unter Intendant Spuhler also nicht sinnvoll arbeiten - eine Erkenntnis, die nicht neu ist, aber nun endlich mal auch außerhalb dieses Blogs ausgesprochen und verbreitet wird.
Sonntag, 21. Juni 2020
Auf der Suche nach Kompetenz (3)
Die Flucht ohne Ende
Die Personalprobleme und Postenwechsel sind ein Running Gag in der Sittenkomödie über die Intendanz von Peter Spuhler. Eine löbliche Ausnahme bei den Personalentscheidungen ist zweifellos Dr. Boris Kehrmann, der sich schnell als hochkompetenter Dramaturg erwies. Doch wie man nun überrascht aus der hochkochenden Gerüchteküche hört, wird Kehrmann im Zwist mit Intendant Spuhler kurzfristig zum Saisonende das Badische Staatstheater verlassen. Es wäre ein weiterer herber Verlust für die Karlsruher Oper.
Die Personalprobleme und Postenwechsel sind ein Running Gag in der Sittenkomödie über die Intendanz von Peter Spuhler. Eine löbliche Ausnahme bei den Personalentscheidungen ist zweifellos Dr. Boris Kehrmann, der sich schnell als hochkompetenter Dramaturg erwies. Doch wie man nun überrascht aus der hochkochenden Gerüchteküche hört, wird Kehrmann im Zwist mit Intendant Spuhler kurzfristig zum Saisonende das Badische Staatstheater verlassen. Es wäre ein weiterer herber Verlust für die Karlsruher Oper.
Donnerstag, 28. Mai 2020
Mumpitztheater (16): Auf der Zielgeraden in Richtung Abstellgleis
Das Personalkarussell dreht sich im Stagnationsmodus
Nicht nur Intendant Peter Spuhler fristet sein wohl viel zu großzügig vergütetes Gnadenbrot am Badischen Staatstheater. Die Operndirektorin bleibt nun also doch, man erwartete den vierten Operndirektor im zehnten Jahr der düsteren Intendanz, doch es fand sich wohl kein Nachfolger, der sich bereit erklärte, kurzfristig die heruntergespuhlerte Karlsruher Oper zu übernehmen. Der Intendant scheint keine andere Wahl gehabt zu haben, als sich mit der Operndirektorin zu einigen, Nicole Braunger bleibt im Amt und kann nun hoffentlich ihre Chance ergreifen, der Karlsruher Oper wieder mehr Leben einzuhauchen. Doch nicht nur Nicholas Brownlee ist weg, auch Rodrigo Porras Garulo gehört nicht mehr zum Ensemble. Man kann den jungen Sängern mit Zukunftsperspektive anscheinend nichts bieten, die Stars kommen in die Jahre und keine Verjüngung ist in Sicht, der Oper fehlen neue Hauptrollensänger und das Programm dazu. Doch das scheint nicht die einzige Auffälligkeit:
Nicht nur Intendant Peter Spuhler fristet sein wohl viel zu großzügig vergütetes Gnadenbrot am Badischen Staatstheater. Die Operndirektorin bleibt nun also doch, man erwartete den vierten Operndirektor im zehnten Jahr der düsteren Intendanz, doch es fand sich wohl kein Nachfolger, der sich bereit erklärte, kurzfristig die heruntergespuhlerte Karlsruher Oper zu übernehmen. Der Intendant scheint keine andere Wahl gehabt zu haben, als sich mit der Operndirektorin zu einigen, Nicole Braunger bleibt im Amt und kann nun hoffentlich ihre Chance ergreifen, der Karlsruher Oper wieder mehr Leben einzuhauchen. Doch nicht nur Nicholas Brownlee ist weg, auch Rodrigo Porras Garulo gehört nicht mehr zum Ensemble. Man kann den jungen Sängern mit Zukunftsperspektive anscheinend nichts bieten, die Stars kommen in die Jahre und keine Verjüngung ist in Sicht, der Oper fehlen neue Hauptrollensänger und das Programm dazu. Doch das scheint nicht die einzige Auffälligkeit:
Vorschau (2) auf die Spielzeit 2020/2021
Wunsch ohne Wirklichkeit (2)
Niemand kann aktuell sagen, ob und wie die kommende Spielzeit stattfinden wird, dennoch muß das Badische Staatstheater einige Fragen verbindlich beantworten, um nicht das Publikum zu verscheuchen. Zu den organisatorischen Problemstellungen erfährt man aktuell noch nichts. Das Serviceheft mit allen Informationen rund um Abonnements, Preise und spezielle Kartenrückgabe- und erleichterte Umtauschmöglichkeiten wird erst Ende Juni vorliegen. Abonnenten haben deshalb bis zum 11.07.2020 Zeit, ihre Abos für die kommende Saison zu kündigen.
Zuerst ein Blick auf die geplanten Programmpunkte:
Niemand kann aktuell sagen, ob und wie die kommende Spielzeit stattfinden wird, dennoch muß das Badische Staatstheater einige Fragen verbindlich beantworten, um nicht das Publikum zu verscheuchen. Zu den organisatorischen Problemstellungen erfährt man aktuell noch nichts. Das Serviceheft mit allen Informationen rund um Abonnements, Preise und spezielle Kartenrückgabe- und erleichterte Umtauschmöglichkeiten wird erst Ende Juni vorliegen. Abonnenten haben deshalb bis zum 11.07.2020 Zeit, ihre Abos für die kommende Saison zu kündigen.
Zuerst ein Blick auf die geplanten Programmpunkte:
Vorschau (1): Symphoniekonzerte 2020/2021
Wunsch ohne Wirklichkeit (1)
16 Jahre war Georg Fritzsch als GMD in Kiel erfolgreich, die Badische Staatskapelle hat ihn mit überragend deutlicher Zustimmung gewählt und der Generalintendant konnte oder wollte anscheinend nicht erneut gegen das Orchester einen Kandidaten verhindern (Frank Beermann hätte sonst 2019 den Posten übernommen). Sympathiepunkte gewann Karlsruhes neuer GMD, als er in der Pressekonferenz zum Amtsantritt ausdrücklich auf Gegenkurs zu Generalintendant Peter Spuhler ging und ihm eine Absage an "DDR"-Romantik, ideologisches Gesinnungs- und Erziehungstheater und die damit verbundenen diskriminierenden Ab- und Ausgrenzungen erteilte: „Für mich persönlich, hinter der Mauer geborenen und aufgewachsen, ist die Annäherung an Karlsruhe zudem ein Ankommen in der Stadt, in der die Hüter unserer Verfassung, die Sachwalter von menschlicher Würde und persönlicher Freiheit, der Freiheit des Wortes wie von jedweder, auch künstlerischer, Äußerung ihren Sitz haben“, so Fritzsch.
Geplant sind für die Spielzeit 2020/21 die üblichen 8 Symphonie- und 5 aufgewertete Sonderkonzerte. Ob die Wirklichkeit das Wunschprogramm zuläßt, bleibt abzuwarten. Sollte sich die Virus-Epidemie in Wohlgefallen auflösen, gibt es einiges auf das man sich Freuen kann. Und auch Justin Browns Abschied wird nachgeholt: Im 5. Symphoniekonzert wird Brown mit Mozarts 24. Klavierkonzert als Pianist auftreten und Beethovens Eroica dirigieren.
16 Jahre war Georg Fritzsch als GMD in Kiel erfolgreich, die Badische Staatskapelle hat ihn mit überragend deutlicher Zustimmung gewählt und der Generalintendant konnte oder wollte anscheinend nicht erneut gegen das Orchester einen Kandidaten verhindern (Frank Beermann hätte sonst 2019 den Posten übernommen). Sympathiepunkte gewann Karlsruhes neuer GMD, als er in der Pressekonferenz zum Amtsantritt ausdrücklich auf Gegenkurs zu Generalintendant Peter Spuhler ging und ihm eine Absage an "DDR"-Romantik, ideologisches Gesinnungs- und Erziehungstheater und die damit verbundenen diskriminierenden Ab- und Ausgrenzungen erteilte: „Für mich persönlich, hinter der Mauer geborenen und aufgewachsen, ist die Annäherung an Karlsruhe zudem ein Ankommen in der Stadt, in der die Hüter unserer Verfassung, die Sachwalter von menschlicher Würde und persönlicher Freiheit, der Freiheit des Wortes wie von jedweder, auch künstlerischer, Äußerung ihren Sitz haben“, so Fritzsch.
Geplant sind für die Spielzeit 2020/21 die üblichen 8 Symphonie- und 5 aufgewertete Sonderkonzerte. Ob die Wirklichkeit das Wunschprogramm zuläßt, bleibt abzuwarten. Sollte sich die Virus-Epidemie in Wohlgefallen auflösen, gibt es einiges auf das man sich Freuen kann. Und auch Justin Browns Abschied wird nachgeholt: Im 5. Symphoniekonzert wird Brown mit Mozarts 24. Klavierkonzert als Pianist auftreten und Beethovens Eroica dirigieren.
Mittwoch, 20. Mai 2020
Mumpitztheater (15): Von Haltungsschäden und Verhaltensdefiziten
Erst am Donnerstag, den 28. Mai um 11 Uhr stellt das Badische Staatstheater in einer Pressekonferenz den Spielplan für 2020/2021 vor. Operndirektorin Nicole Braunger ist nun doch weiterhin dabei. Wie man hört scheint der Intendant zu Zugeständnissen bereit gewesen zu sein und Braunger, die innerhalb der Oper anscheinend gut aufgenommen und akzeptiert wurde, wird nun doch die kommende Saison begleiten. "Von Haltung und
Verhalten" heißt der Titel für die kommende Saison und erinnert wahrscheinlich manche an Führungskräfteseminare in der freien Wirtschaft. Angesichts der
galoppierenden Spießigkeit und ideologischen Verklemmtheit sowie des umstrittenen Leitungsstils sollte es mit Blick auf die Intendanz wohl besser Von Haltungsschäden und Verhaltensdefiziten
heißen. Man denke nur an die Spielzeitankündigung für 2019/2020 vor
einem Jahr, als man der "DDR"-Diktatur mit einem Jubiläum gedenken wollte (mehr dazu hier)
und vier Monate später klarstellte, daß man den Diktaturjubel ernst
gemeint hatte, indem man die Formulierung im September-Leporello und auf
der Homepage beließ und nur eine falsche Jahreszahl verbesserte, auf die auf diesen Seiten hingewiesen wurde. Ist das nun
leichtfertige Diktaturverharmlosung oder absichtliche
Diktaturverherrlichung? Beides ist für den Intendanten hinreichend
entlarvend und disqualifizierend.
Hier die Mitteilung zur Pressekonferenz, wer teilnehmen will, kann sich über kommunikation@staatstheater.karlsruhe.de anmelden. Wieso streamt das Badische Staatstheater solche Termine nicht? Manch einer könnte vermuten, daß der realsatirisch selbstdarstellerische und zeigefingerhebende Charakter der Intendanz auf dem Bildschirm bitteramüsant sein könnte.
Hier die Mitteilung zur Pressekonferenz, wer teilnehmen will, kann sich über kommunikation@staatstheater.karlsruhe.de anmelden. Wieso streamt das Badische Staatstheater solche Termine nicht? Manch einer könnte vermuten, daß der realsatirisch selbstdarstellerische und zeigefingerhebende Charakter der Intendanz auf dem Bildschirm bitteramüsant sein könnte.
Freitag, 15. Mai 2020
Virusgerechte Veranstaltungspläne
In Zeiten des reduzierten Theaters
Wie könnte ein Corona-gerechter Spielbetrieb aussehen? Die Politik hat Wichtigeres zu tun, als sich um die Theater zu kümmern, die Theater wiederum scheinen sich selber nur langsam zuzutrauen, einen Plan auszutüfteln. In München geht jetzt der Intendant des Volkstheaters Christian Stückl voran (mehr dazu aktuell hier auf der Seiten der Süddeutschen) und stellt ein Konzept vor. Er will im Sommer mit fünf Stücken die Saison eröffnen, alle sollen "Corona-tauglich" sein. Jede zweite Sitzreihe bleibt leer, in den übrigen Reihen wird jeder 4. Platz besetzt (also eine Auslastung von 12,5%). Die Bühne des Schauspiels wird ebenfalls bestuhlt, die Schauspieler agieren zwischen zwei Zuschauertribünen.
Bei Symphoniekonzerten und Opernaufführungen gibt es weitere Faktoren bei eng sitzenden Musikern zu bedenken, aber auch da gibt es erste Ergebnisse.
Wie könnte ein Corona-gerechter Spielbetrieb aussehen? Die Politik hat Wichtigeres zu tun, als sich um die Theater zu kümmern, die Theater wiederum scheinen sich selber nur langsam zuzutrauen, einen Plan auszutüfteln. In München geht jetzt der Intendant des Volkstheaters Christian Stückl voran (mehr dazu aktuell hier auf der Seiten der Süddeutschen) und stellt ein Konzept vor. Er will im Sommer mit fünf Stücken die Saison eröffnen, alle sollen "Corona-tauglich" sein. Jede zweite Sitzreihe bleibt leer, in den übrigen Reihen wird jeder 4. Platz besetzt (also eine Auslastung von 12,5%). Die Bühne des Schauspiels wird ebenfalls bestuhlt, die Schauspieler agieren zwischen zwei Zuschauertribünen.
Bei Symphoniekonzerten und Opernaufführungen gibt es weitere Faktoren bei eng sitzenden Musikern zu bedenken, aber auch da gibt es erste Ergebnisse.
Donnerstag, 14. Mai 2020
Warten auf Verbindlichkeit
Was bringt die kommende Spielzeit? Als Abonnent hat man noch knapp zwei
Wochen (bis 31.Mai), um sein(e) Abo(s) schriftlich zu kündigen. Was
nächstes Jahr idealerweise gezeigt wird, wie man als Abonnent vor finanziellen
Verlusten bei virusbedingten Vorstellungsausfällen geschützt ist (die bereits
vorgeschlagene Abbezahlung der Abo-Raten unter Verwendung von
Gutscheinen ist ein fairer Schritt des Kartenbüros), ob Abonnenten, die
das
Risiko einer Virusinfektion meiden wollen gestattet wird, Abos quasi
ruhen zu lassen, also trotz angesetzter Vorstellungen dennoch zu verzichten ohne
kündigen zu müssen - bisher gibt es dazu keine offiziellen Mitteilungen.
Freitag, 8. Mai 2020
Nicholas Brownlee verläßt die Karlsruher Oper
Dienstag, 5. Mai 2020
Das Badische Staatstheater beendet die Spielzeit
Krise als Chance
Das zuständige Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württenberg hat Klarheit geschaffen: Der reguläre Vorstellungsbetrieb für diese Spielzeit ist wie erwartet abgesagt. Nun ist die Intendanz gefordert, um unter den gegebenen Umständen Proben und Saisonvorbereitung zu ermöglichen und Formate zu entwickeln, die mit den Anforderungen des Infektionsschutzes in Einklang stehen und vom Publikum akzeptiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Spielzeit 2020/21 ab September ablaufen kann.
Das zuständige Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württenberg hat Klarheit geschaffen: Der reguläre Vorstellungsbetrieb für diese Spielzeit ist wie erwartet abgesagt. Nun ist die Intendanz gefordert, um unter den gegebenen Umständen Proben und Saisonvorbereitung zu ermöglichen und Formate zu entwickeln, die mit den Anforderungen des Infektionsschutzes in Einklang stehen und vom Publikum akzeptiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Spielzeit 2020/21 ab September ablaufen kann.
Freitag, 1. Mai 2020
Infektionsschutz hat Priorität
Wo dem Infektionsschutz Priorität eingeräumt wird, beenden die Theater nun die reguläre Spielzeit 2019/2020, u.a. Freiburg und das Nationaltheater Mannheim. In den nächsten Wochen gibt es Wichtigeres als Spielbetrieb, jetzt ist Zeit für pragmatische Kreativität. In Chemnitz (mehr hier) arbeitet man bspw. an einem Sommerspielplan 2020. Regensburg verweist (mehr hier) auf digitale Formate, der dortige Intendant erklärt das Saisonende: "Je konsequenter wir jetzt sind, umso schneller können wir zum Saisonstart im Herbst hoffentlich zu einer gewissen Normalität zurückkehren.“ Niemand weiß, wie und wann es weitergehen kann, doch um planen zu können, braucht es definierte Ziele. Die Generalmusikdirektoren- und Chefdirigentenkonferenz e.V. fordert von der Politik "klare Vorgaben für eine schrittweise Wiederaufnahme des Opern- und Konzertbetriebes in Übereinstimmung mit den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen und den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts. Nicht nur Baumärkte, Möbelhäuser und die Fussball-Bundesliga haben eine klare Perspektive und klare Regeln für einen Neuanfang verdient" (der offene Brief befindet sich aktuell hier). Doch statt auf die Politik zu warten, sollten die Theater endlich gemeinsam ein Konzept vorlegen, wie der Spielbetrieb gestaltet werden kann, solange ein Impfstoff fehlt und neue Infektionswellen vermieden werden müssen.
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