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Dienstag, 4. März 2014

Händel - Rinaldo, 03.03.2014

Die Sitten verfallen schon immer und immer wieder, eigentlich ständig, und auch in London vor 300 Jahren war das puritanische Bürgertum nicht begeistert vom Big Business des kommerziellen Kunstbetriebs der italienischen Oper, die findige Geschäftsleute mit adliger Unterstützung für die feine und zahlungskräftige Londoner Gesellschaft einführen wollten. Vor Händel gab es keine erfolgreichen Ansätze dazu. Rinaldo (Premiere 1711) war auch noch nicht der Durchbruch, aber die erfolgreiche Initialzündung. Die für die damalige Zeit spektakulär-effektvolle Inszenierung in Kombination mit Händels Musik war ein Überraschungserfolg mit Folgen. Es folgte u.a. 1713 Teseo (2015 in Karlsruhe zu hören) und 1720 begann dann mit dem Sensationserfolg Radamisto der regelmäßige Londoner Opernbetrieb für Händel.
Rinaldo ist Händels siebte von 42 Opern. 30 Jahre später im Jahr 1741 ertönte Händels letzte Oper Deidamia in London. Danach war er als Oratorienkomponist tätig und mit biblischen Themen in englischer Sprache und in nicht-szenischer Darstellung aktualisierte Händel sein Kunstkönnen marktgerecht als religiöse Erbauung.
 
Zauberoper im Marionettengewand
Das Sujet um den Kreuzritter Rinaldo und die Zauberin Armida ist prädestiniert für eine phantastisch-illusionsreiche, also anti-naturalistische Interpretation und die Idee zur Umsetzung mit Marionetten erwies sich beim Karlsruher Publikum als großer Erfolg. "Alte Musik und altes Handwerk" - das Mailänder Marionettentheater Carlo Colla & Figli  zeigt liebevoll und oft auch humorvoll gemachten barocken Bühnenzauber, also all das, was eine konventionelle Darstellung von Händels Rinaldo sonst nicht zeigt: Ritter reiten auf Pferden über die Bühne, Drachen fliegen durch die Lüfte, Tempel versinken im Erdboden, Armeen prallen aufeinander, Armida verwandelt sich durch Drehung eines Bühnenelements in Almirena und wieder zurück. Die Bühne ist ca. acht Meter breit, die Figuren ca. 100-120 Zentimeter hoch. Zum Schlußapplaus hoben sich dann alle Vorhänge und zeigten die Bühnentechnik und die zehn Marionettenspieler, die einen starken Extrajubel bekamen.

Was ist zu hören?
Die engagiert und schön musizierende Lautten Compagney Berlin spielte Rinaldo mit 25 Musikern - Anhänger historischer Klein- und Kleinstensembles  werden das eventuell mögen, aber tatsächlich verlangt Rinaldo nach einem größeren Orchester. Und gerade nach dem Vergleich mit Riccardo Primo wird mal wieder deutlich, was die Karlsruher Händel Festspiele im Kern ausmacht - das extra aus Experten gebildete Festspielorchester der Deutschen Händel-Solisten  mit seinen 40 Musikern erzeugt einen differenzierteren Klang als gestern die Lautten Compagney, die immer wieder etwas zu dünn klang. Nur die Trompeten wurden extra für Karlsruhe nachgerüstet und auf vier erhöht, um den militärischen Szenen Schwung und Glanz zu verleihen.
Die Sänger im Orchestergraben zeigten eine sehr gute und sehr ausgeglichene Leistung, bei der es schwer fällt, jemand hervorzuheben - Hagen Matzeit, der Sänger der Titelpartie, hat es trotzdem verdient. Sein Rinaldo war sicher und klangschön gesungen, wie überhaupt alle Stimmen sehr gut zusammengestellt waren und eine individuelle Charakterisierung ermöglichten. Bravo!
Händels Oper ist in dieser Version deutlich gekürzt, wahrscheinlich auch mit Rücksicht auf die körperliche Anstrengung für die Marionettenspieler und die Ausdrucksmöglichkeiten der Figuren, die sich bei den langen ABA' Arien doch erschöpfen würden. So geht die Vorstellung weniger als drei Stunden, statt mehr als vier. Das nicht überanstrengte Publikum dankte für diese kurzweilige Umsetzung mit viel Applaus und Bravos

Fazit: Der Erfolg dieses Gastspiels, das eine Produktion u.a. der Händel Festspiele Halle und des Theaters Winterthur ist, war vorauszusehen und begeisterte auch in Karlsruhe das Publikum. Nicht nur für Barock-Experten, sondern auch für Händel-Einsteiger und Freunde der Augsburger Puppenkiste zweifellos eine zauberhafte Produktion, die man auch zukünftig erneut ins Programm nehmen könnte.

PS: Unter den über 40 Opern von Händel finden sich beliebtere und weniger bekannte Werke, doch Rinaldo gehört neben Julius Cäsar, Ariodante und Alcina, Rodelinda und Radamisto zweifellos zu den bekanntesten und beliebtesten barocken Bühnenkompositionen und auch bei den Karlsruher Händel Festspiele ist Rinaldo bereits selber inszeniert worden (1981, R: J.L. Martinoty) und war als Gastspiel der Frankfurter Musikhochschule Frankfurt zu hören (2010).
 
Besetzung und Team
Rinaldo: Hagen Matzeit
Almirena: Olivia Vermeulen
Armida: Gesche Geier
Goffredo: Yosemeh Adjei
Argante: Tobias Berndt
Mago: Florian Götz
Eustazio: Artem Krutko

Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner
Lautten Compagney Berlin

COMPAGNIA MARIONETTISTICA CARLO COLLA E FIGLI
Mailänder Marionettentheater Carlo Colla & Figli
Regie: EUGENIO MONTI COLLA
Technische Leitung: TIZIANO MARCOLEGIO
Licht: FRANCO CITTERIO
Übertitel: BABETTE HESSE
Produktionsleitung; ARTIE HEINRICH
Gemeinsame Produktion der Händel Festspiele Halle, des Theaters Winterthur, der
Associazione Grupporiani Milano, der Comune di Milano und der Lautten Compagney
Berlin.

Freitag, 28. Februar 2014

Händel - Riccardo Primo, 27.02.2014

Nach Generalprobe und Premiere erfolgte gestern nun schon wieder die letzte Vorstellung der Spielzeit und man muß dem Badischen Staatstheater und seinem Festspielleiter Dr. Bernd Feuchtner gratulieren: die Kritiken zu Riccardo Primo waren rundweg sehr gut und auch begeistert. Interessanterweise hatten sehr viele Zuschauer im Vorfeld zu diesem Riccardo Primo keine Zweifel am Erfolg und besorgten sich sehr frühzeitig Karten. Alle Vorstellungen waren schon lange im Voraus ausverkauft. Und welchen stärkeren Vertrauensbeweis als im Vorverkauf könnte man den Karlsruher Händel Festspielen entgegenbringen? Man hat sich in Karlsruhe seine Reputation und sein Barock-Publikum über Jahrzehnte aufgebaut und während der letzten Intendanz wurden z.B. mit Sängern wie Kirsten Blaise und Franco Fagioli sowie der ersten Kerzenlicht-Oper Radamisto die Grundlagen für den heutigen Erfolg gelegt. Es wird wichtig sein, daß man in Reihen des Badischen Staatstheaters nun dennoch das Augenmaß nicht verliert. Kosteten die Eintrittskarten für Alessandro vor 2 Jahren noch zwischen 9.- und 34.- Euro, liegt man nächstes Jahr bereits zwischen 16.- und 60.- Euro - ein Preisanstieg von ca. 76% in drei Jahren. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Karten in der 5. Preiskategorie verringert. Die vorangetriebene Kommerzialisierung und ökonomische Optimierung des Hauses zeigt hier deutliche Spuren. Bei den Händel Festspielen sind diese höheren Preise auch teilweise angebracht - die Entwicklung muß man dennoch im Auge behalten.

Über 200 Jahre ruhte Riccardo Primo im Dornröschenschlaf bis die Oper in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder aufgeführt wurde. Und in den europäischen Archiven ruhen seit inzwischen fast 300 Jahren unerhörte Opern anderer damals tätiger Opernkomponisten. Die Schatzsucher sind schon längst unterwegs, um Kostbarkeiten zu sammeln, zu veröffentlichen und neu einzuspielen (mehr dazu hier). Wieso ist Barockmusik zur Zeit so gefragt? Sie passt in unsere Zeit und ist doch ihr Gegenteil: Pop vergesellschaftete Musik, Barockopern waren für die reiche Bevölkerung. Kommerziell sind sie beide: Kastraten war die ersten Pop-Stars - das wohlhabende Publikum kam, um sie zu hören. Die Bezahlung der Sänger lag oft höher als die des Komponisten. Die Opern und Arien von damals sind die Pop-Songs von heute - man benötigte ständig Nachschub und neue Abwechslung. Man muß heutzutage Zeit mitbringen und sich dieser Musik öffnen, um eine stimmungsgemäße Inbesitznahme und Übernahme durch eine Barockoper zu erlauben. Wenn man sich darauf einlässt -und sogar vielen Opernfans fällt dieses Loslassen schwer; sie erleben drei Stunden Spielzeit einer Händel Oper als zu lange und langwierig und sehnen sich nach Verdi  etc.-, wenn man sich also darauf einlässt, dann erlebt man ein anderes Zeitmaß, überreiche Harmonie und ein entspanntes Aufgehen im Klang, eine Gestimmtheit der Ausgeglichenheit und Unaufgeregtheit. Das dies bei dieser Inszenierung unterstützt wird, ist der schönste Aspekt der Produktion. Musikalisch und szenisch ist diese Oper ein Genuß und man merkt, wie viel Erfahrung das Inszenierungsteam um Benjamin Lazar einbringt: von der Lichtregie, den im Kerzenlicht wunderschön scheinenden Kostümen und der pittoresk-stimmigen Gesamtanlage, bei der die Personenregie vor allem dekorativ ist.

Viel Applaus, viel Bravos - eine Produktion, an die man sich noch lange gerne erinnern wird und bei der man neben den Hauptsängern auch unbedingt die Gäste in den Nebenrollen hervorheben muß: Mit Nicholas Tamagna und Lisandro Abadie hat man zwei Sänger in den kleineren Rollen, die man gerne zukünftig auch in einer größeren Partie hören möchte. Und auch die hauseigenen Sänger Emily Hindrichs und Andrew Finden werden nach ihren Auftritten neue Fans haben. Wie schon traditionell war der gute Ton der 40 Musiker der Händel-Solisten ein Genuß und besonderes Merkmal der Karlsruher Händelwoche. Michael Hofstetter dirigierte so, wie man ihn aus früheren Auftritten in Karlsruhe kennt:  mit einem wunderbar federnden und den Klang auslebenden Schwung. Franco Fagioli zeigt sein Kunststück zwischen tiefer Emotionalität und Virtuosität - für Karlsruhe ein wiederholter Glücksfall - wie die gesamte Produktion und die über 35jährige Vorbereitung und Verankerung im Karlsruher Publikum durch die Händel Festspiele.

Als um 23.40 Uhr der letzte Applaus verklang (sogar Regisseur Benjamin Lazar kam noch auf die Bühne, um sich den Jubel des Publikums abzuholen), gab es nur einen Wermutstropfen: es dauert nun ein Jahr bis zur nächsten Aufführung im Februar 2015. Karten dafür kann man schon erwerben.

Samstag, 22. Februar 2014

Donnerstag, 20. Februar 2014

Händel - Riccardo Primo, 19.02.2014 (Generalprobe)

Endlich hat das Warten ein Ende! Die Premiere am Freitag und alle weiteren Vorstellungen (ebenfalls die gestrige Generalprobe) sind schon lange ausverkauft. Die Vorfreude und der Vertrauensvorschuß sind beim Publikum also sehr groß. Wird man die Erwartungen erfüllen können? Es gibt viele gute Nachrichten nach der ausverkauften Generalprobe, die einen großen Erfolg bei der Premiere verspricht:
  • Das Kerzenlicht ist zurück! Das Inszenierungsteam präsentiert eine schöne und stimmige Inszenierung. Regisseur Benjamin Lazar und sein Team haben sich in Frankreich eine Reputation für barocke Inszenierungen bei Kerzenschein erarbeitet und zeigen hier ihre erste Produktion in Deutschland. Dekors, Kostüme und Licht nehmen auf eine Zeitreise mit. Der Mehrwert dieses Rückgriffs liegt in der Stimmung und im Ambiente. Die Kerzen sorgen für ein weiches Licht, das von der Seite und von unten an der Rampe mit Reflektoren verstärkt für eine golden-warme Atmosphäre sorgt.
  • Dirigent Michael Hofstetter ist zurück und die wunderbar klingenden Deutschen Händel-Solisten lassen wie zu erwarten nichts zu wünschen übrig.
  • Franco Fagioli ist zurück! Über die Sänger lässt eine Generalprobe nur begrenzt Aussagen zu, aber nach der bereits hochklassigen Generalprobe kann man vermuten, daß die Premiere in jeder Hinsicht ein Genuß wird! Neben Fagioli könnte Emily Hindrichs zur großen Gewinnerin werden: die Rolle der Constanza scheint ihr auf die Stimme geschrieben.

Zeit und Genuß, Dauer und Intensität             

Freunde der Händel-Opern wissen es: sie besitzen Wagner'sche Dimensionen. 3 Akte, jeder Akt durchschnittlich eine Stunde Musik, dann benötigt der Applaus nach den Arien Zeit, mindestens eine, manchmal zwei Pausen. Händel kann  schon mal 4-5 Stunden in Anspruch nehmen und auch die gestrige Generalprobe zeigte, daß man zu Riccardo Primo Zeit mitbringen muß. Diese Oper ist lang, herrlich lang und das ist grundsätzlich kein Nachteil. Im Gegenteil. Was gibt es schöneres für einen Opernliebhaber als das lange, viele Stunden dauernde, kräftezehrende und anstrengende, zwischen Tälern und Gipfeln wandernde Auf-und-Ab einer Oper? Sportler und Opernliebhaber wissen, daß es ein Privileg ist, sich anstrengen zu dürfen, durchzuhalten, daß der Weg das Ziel ist und die Erschöpfung durch vielfältigste, anregende und nachhaltige Eindrücke verdient sein will. In dieser Hinsicht sind Händel Opern und auch gerade dieser Riccardo Primo ein Erlebnis und Gewinn! Der erste und zweite Akt werden ohne Pause gespielt und dauern ca 2 Stunden, der ganze Abend ca. vier.

Worum geht es?

Riccardo I., das ist Richard Löwenherz, der in dieser unhistorisch behandelten Geschichte Abenteuer auf Zypern erlebt. Auf dem Kreuzzug ins heilige Land strandet er nach schwerem Sturm mit seiner Gefolgschaft auf der Mittelmeerinsel und sucht seine ihm noch unbekannte Braut Constanza, die nach Schiffbruch in die Hände des Inseltyrannen Isacio geraten ist. Isacios Tochter Pulcheria soll den syrischen Fürst Oronte heiraten, doch als Isacio erfährt, daß Riccardo seine Braut sucht, fordert er seine Tochter auf, sich als Constanza auszugeben und Riccardo zum Mann zu nehmen. Doch die Pläne des Tyrannen werden durchkreuzt und die richtigen Paare finden im glücklichen Ende zusammen. Es handelt sich also um eine typisch krude Barockopern-Konstellation, die in diesem Fall aber einen deutlichen roteren Faden besitzt, als vor zwei Jahren der handlungsschwache Alessandro.

Was ist zu sehen?
Im Vergleich zu Radamisto erscheint Riccardo Primo szenisch unbewegter, sehr statisch und mit weniger visuellen Reizen. Stärker betont scheint dafür die Gestik, die Hände haben noch mehr zu tun, als vor 5 Jahren, anfänglich vielleicht fast zu viel. Immer wieder gerinnt die Personenregie zu Tableaus, kurze eingefrorene Momente, teilweise wie aus Ölgemälden der Zeit entnommen. Die wenigen Statisten präsentieren sich oft in pittoresker Position. Das höfische Verhalten mag manchem fast als höfisches Gehabe wirken, doch muß man dieser Inszenierung Zeit zum Atmen und zur langsamen Entwicklung gönnen. Spätestens beim Höhepunkt des ersten Teils, dem abschließenden Duett des zweiten Akts, erreicht man eine Form von Transzendenz, ein stehendes Jetzt in dem Klang und Ambiente den Zeitrahmen sprengen können.
Die Bühne ist weniger barock als bei Radamisto. Fahrbare Bühnenelemente werden immer wieder neu variiert. Die barocke Bühnenmaschinerie wird hingegen nicht benötigt. Im zügigeren und abwechslungsreicheren 2. Teil (3. Akt) wird mehrfach die Drehbühne eingesetzt,

Was ist zu hören?
Händel konnte für fünf seiner 42 Opern auf eine Luxusbesetzung zurückgreifen: mit dem Kastrat Senesino, der Mezzosopranistin Faustina Bordoni und der Sopranistin Francesca Cuzzoni standen ihm damals internationale Pop-Stars der Opernszene zur Verfügung. Sie sangen die Hauptrollen in Alessandro (1726), Admeto (1727), Riccardo I. (1727), Siroe (1728) und Tolomeo (1728). Sechs Sänger werden für Riccardo I. benötigt, drei davon singen sechs Arien, die drei Hauptrollen teilen sich hingegen 21 Arien, 4 kurze Ariosi und ein Duett.

Die Uraufführung 1727 geschah anlässlich der Thronbesteigung Georgs II., komponiert wurde allerdings noch zu Lebzeiten Georgs I., der auf der Heimreise in seine Geburtsstadt Hannover verstarb. Die Festlichkeit hört man der Oper dennoch an: sie ist reich und außergewöhnlich interessant orchestriert: in der Ouvertüre klingen die Oboen, die folgende Sturmsequenz ist von Paukenschlägen begleitet. Orontes Liebe zu Pulcheria wird von Altblockflöten, seine Arie zum Sieg der Liebe dann von Hörnern dargestellt. Bei Constanzas Arien tönen Blockflöten und Bassquerflöte. Riccardo wird im 3.Akt von Trompeten unterstützt, wenn er vom Grauen des Krieges singt. Ein Höhepunkt ist wie bereits erwähnt das Ende des zweiten Akts: das einzige Duett der Oper zwischen Riccardo und Constanza ist berückend schön. Der ganze Riccardo Primo ist voller wunderbarer Arien und man wundert sich, daß diese Händel Oper relativ unbekannt geblieben ist.
Händel gibt seinen Sängerinnen unterschiedliche Profile: Constanza hat die schöneren Melodien (oft in moll); Pulcheria ist leidenschaftlicher und singt mehr Koloraturen (oft in Dur).

Fazit: Die ersten Eindrücke sind also sehr gut - die Premiere am Freitag kann kommen!

Samstag, 15. Februar 2014

Händel Festspiele 2014

Ab nächster Woche ist Karlsruhe wieder der Nabel der Barock-Welt - und das völlig verdient und zu Recht! Festspielleiter Dr. Bernd Feuchtner hat für dieses Jahr ein sehr attraktives Programm auf die Beine gestellt und beweist aber auch, daß es ein "fast zu viel" gibt oder zumindest ein "zu wenig abgestimmt". Denn der Wermutstropfen vorab: wieder ist es "fast zu viel", was man präsentiert. Die Abstimmung des Publikums erfolgt beim Kartenverkauf. Während vieles schon lange ausverkauft ist, bleiben andere Vorstellungen teils brutal leer (z.B. das Konzert der Lautten Compagney). Für 24 Aufführungen kann man Karten kaufen - und das bei 13 Tagen zwischen der ersten und der letzten Vorstellung. Nichts gegen Opulenz - Karlsruhe strotzt nur so von interessanten Programmpunkten, aber trotzdem wird es Tage geben, an denen man mehr Besucher hätte haben können: am 27. Februar kommen zeitgleich drei interessante Aufführungen auf die Bühnen, zwei davon sind Einzelereignisse: Riccardo Primo (ausverkauft im Großen Haus) läuft parallel zum Barock-Ballett (im Konzerthaus) und parallel zum Arienabend mit Roberta Invernizzi, die im Kleinen Haus auftreten wird - schade, daß man sich wieder selber Konkurrenz macht.

Dennoch: Glückwunsch an Dr. Feuchtner und das Badische Staatstheater! Riccardo Primo in historischer Aufführungspraxis des Regisseurs Benjamin Lazar und mit Franco Fagioli in der Titelrolle war bereits Monate im Voraus ausverkauft. Rinaldo mit der originellen Marionetten-Inszenierung ist dazu eine wunderbare Ergänzung. Dazu Händels vielleicht bekanntestes Oratorium Der Messias, ein Konzert des Barock-Ensembles Lautten Companey Berlin und eines der Deutschen Händel Solisten, zwei Kammerkonzerte, ein Barock-Ballett und ein Arienabend und noch mehr ....! Man kann sich begeistern, wenn man diese Musikperiode liebt. Es ist die Opulenz hochwertiger Namen und Ereignissen, die man hoffentlich neben gelungen Aufführungen und Interpretationen in Erinnerung behalten wird: 2014? Großartige Händel Festspiele! Die Aussichten dazu sind sehr gut.

Hier ein Programmüberblick und hier der Link zum Badischen Staatstheater

Mittwoch, 19.02.
RICCARDO PRIMO - ÖFFENTLICHE GENERALPROBE

Donnerstag, 20.02.
DOZIERENDENKONZERTder INTERNATIONALEN HÄNDEL-AKADEMIE KARLSRUHE

Freitag, 21.02.
BAROCKES GESAMTKUNSTWERK: GESANG, TANZ UND GESTIK IN DER TRAGÉDIE EN MUSIQUE
Symposium der INTERNATIONALEN HÄNDEL-AKADEMIE

RICCARDO PRIMO - PREMIERE

Samstag, 22.02.
BAROCKES GESAMTKUNSTWERK: GESANG, TANZ UND GESTIK IN DER TRAGÉDIE EN MUSIQUE
Symposium der INTERNATIONALEN HÄNDEL-AKADEMIE KARLSRUHE

CARAVAGGIOS ROM Ein bilderreicher Streifzug durch die Stadt des Barockmalers

Sonntag, 23.02.
ABSCHLUSSKONZERT der INTERNATIONALEN HÄNDEL-AKADEMIE KARLSRUHE

RICCARDO PRIMO

HÄNDEL! ORGEL! KLAIS! 
Was Händel alles nicht für die Orgel schrieb ... Ouvertüren, Konzerte, Chöre in Bearbeitungen und Paraphrasen. Carsten Wiebusch an der Klais-Orgel

Montag, 24.02.
RICCARDO PRIMO

KAMMERKONZERT EXTRA – GRENZGÄNGE
Mit Werken von Albinoni, Vivaldi, Nitschmann, Händel, Parker und Strawinsky

Dienstag, 25.02.
3. SONDERKONZERT– FESTKONZERT DER DEUTSCHEN HÄNDEL-SOLISTEN
Mit Werken von Händel, Rebel und Leclair

Mittwoch, 26.02.
RICCARDO PRIMO

Donnerstag, 27.02.
RICCARDO PRIMO

BALLETT: VOYAGE EN EUROPE
Eine tänzerische Reise durch das Europa des Barock

ROBERTA INVERNIZZI
Cleopatra - Arien für Händels Diven

Freitag, 28.02.
LAUTTEN COMPAGNEY – HANDEL WITH CARE
Musik aus Opern und Oratorien von Georg Friedrich Händel.

Samstag, 01.03.
Marionettentheater: RINALDO

ERMUNTERUNG ZUR FRÖHLICHKEIT
Kammerkonzert der Deutschen Händel-Solisten

Sonntag, 02.03.
PREISTRÄGERKONZERT DES HÄNDEL-JUGENDWETTBEWERBS

Marionettentheater: RINALDO

2. JUGENDKONZERT: EIN DEUTSCHER SUPERSTAR IN ENGLAND

DER MESSIAS
Oratorium von Georg Friedrich Händel

Montag, 03.03.
Marionettentheater: RINALDO

Freitag, 15. November 2013

****Generalprobe Riccardo Primo im Vorverkauf****

Karten für die Generalprobe für die bereits ausverkaufte Kerzenlichtproduktion von Händels Oper Riccardo Primo am Mittwoch, 19.02.14 um 19:00 Uhr mit Countertenor-Star Franco Fagioli können ab heute für 15€ für alle Plätze im Vorverkauf erworben werden, und zwar z.B. im Internet hier:

http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/termine/1674/

WICHTIG: Bei Generalproben wird nicht immer alles ausgesungen. Gelegentlich schonen sich sie Sänger und markieren nur. Wer eine möglichst hochwertige Vorstellung hören will, der hat nur noch die Chance auf Stehplätze in den regulären Aufführungen.

Freitag, 13. September 2013

Vorschau (2): Händel Festspiele 2014

Früher als in den Jahren zuvor startet nun auch das Badische Staatstheater mit der kompletten Programmvorschau und präsentiert ein Foto, das ein Bühnenbildmodell zu Riccardo Primo zu zeigen scheint.

Mehr dazu hier: http://www.staatstheater.karlsruhe.de/aktuell/news_id/17/
  
Im Internet ist man noch nicht ganz auf der Höhe der Aktualität. Die Sänger von Händels Rinaldo sind bisher nur auf dem Werbeprospekt (das findet sich hier als schlecht lesbares pdf Dokument) zu finden:

Hagen Matzeit - Rinaldo
Olivia Vermeulen - Almirena
Aleksandra Zamojska - Armida
Yosemeh Adjei - Goffredo
Tobias Berndt - Argante
Florian Götz - Mago
Lautten Compagney Berlin, Dirigent - Wolfgang Katschner

Freitag, 23. August 2013

Vorschau: Händel Festspiele 2014

Für das bisher bekannte Programm der Händel Festspiele 2014 ist jetzt schon ein Danke an Festspielleiter Bernd Feuchtner fällig. Wahrscheinlich erlebt man nächstes Jahr aufgrund eines überaus attraktiven Programms eine der bisher bestbesuchtesten und erfolgreichsten Händel-Wochen des Badischen Staatstheaters.

Mit Riccardo Primo in barocker Ausstattung mit Kerzenlicht und Franco Fagioli in der Hauptrolle hat man im Vorverkauf einen Volltreffer gelandet: die Premiere am 21.02.2014 war noch vor Ablauf der letzten Spielzeit ausverkauft und sogar Stehplätze wurden für die ca. dreistündige Oper bereits abgesetzt. Die zweite Vorstellungen ist ebenfalls bereits ausverkauft, die anderen bereits erhältlichen Karten sind schon sehr gut gebucht. Glückwunsch! Die Erwartungshaltung ist sehr hoch.

Auch in ganz anderer Hinsicht, könnte Riccardo Primo für das Image des Karlsruher Staatstheaters wichtige Bedeutung erhalten. Dann nämlich, wenn es eine DVD- oder TV- Aufzeichnung geben würde. Fagiolis internationale Popularität wächst rasant, ganze Fan-Gruppen beobachten europaweit die Barock-Szene und eine Aufzeichnung einer historischen Kerzenlicht-Produktion wäre eine wichtige Rarität und würde den Stellenwert und die Bekanntheit der Karlsruher Händel Festspiele weiter steigern. Und damit könnte man das nachholen, was 2009 bei Sigrid T'Hoofts bezaubernder Inszenierung von Radamisto nicht gelang (wieso eigentlich?), obwohl es damals angekündigt war - ein visueller Beweis der hochkarätigen Karlsruher Barockwoche.

Dazu eine von Händels beliebtesten Opern Rinaldo in origineller Version für Marionettentheater (ein Video dazu befindet sich hier), bei der die sängerische Besetzung allerdings noch unbekannt ist, ein Konzert der Händel Solisten mit Dirigent Nicholas McGegan, der zwanzig Jahre der künstlerische Leiter der Händel Festspiele in Göttingen war, ein Konzertabend mit der Lautten Compagney Berlin sowie das Barockballett Compagnie de Danse L’Éventail und ein Arienabend mit der Barock-Sopranistin Roberta Invernizzi. Nur schade, daß es wieder eine massive Terminkollision zu geben scheint. Am Donnerstag, 27.02.2014 wird nicht nur die letzte Aufführung von Riccardo Primo gezeigt, sondern zeitgleich gibt es auch diese zwei einmaligen Ereignisse: das Barockballett sowie den Arienabend. Man macht sich also gegenseitig Konkurrenz durch drei zeitgleiche Veranstaltungen.

Für einige Vorstellungen kann man bereits Karten erwerben; der Vorverkauf für alle bisher veröffentlichten Programmpunkte startet am 09.09.2013. Mehr dazu hier: http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/haendel-festspiele/

Mittwoch, 20. Februar 2013

Händel Festspiele 2014: noch 366 Tage ….

Noch laufen die Händel Festspiele 2013, aber morgen in einem Jahr am 21. Februar 2014 ist Premiere: Händels Oper Riccardo Primo, inszeniert vom französischen Barock-Experten Benjamin Lazar und mit Franco Fagioli in der Titelrolle. Auch wenn die anderen Sänger noch nicht bekannt sind, reichten diese Informationen aus, um in den letzten 5 Tagen bereits ca. 500 Karten(!) für die Premiere im nächsten Jahr abzusetzen. Das ist ein außergewöhnlicher und bemerkenswerter Vorgang und spricht für die Vorfreude, die Festspielleiter Bernd Feuchtner mit dieser Ankündigung ausgelöst hat und für das Vertrauen, das zahlreiche Barockmusik-Freunde dem Karlsruher Festival entgegenbringen.
  
Die Kombination, zusätzlich Rinaldo -eine von Händels schönsten Opern- mit einem Marionettentheater aufzuführen, veredelt die Händel Festspiele 2014 bereits ein Jahr im Voraus zu einem besonderen Ereignis. Man kann gespannt sein, welche weiteren Sänger man für die beiden Produktionen engagieren wird.
 
Am Badischen Staatstheater möchte man sich für seine Programmauswahl gerne rühmen und loben lassen, aber übersieht dabei leider, wo die wirklichen Verdienste aus Publikumssicht liegen: Publikumszufriedenheit erreicht man weniger mit der Zusammenstellung der "Speisekarte", sondern durch Qualität und Präsentation des Produkts, in diesem Fall zweifellos dadurch, Barockopern für die Sinne zu spielen. Die Händel Festspiele 2014 könnten einen Zuschauerrekord aufstellen – alle, die bereits Karten gekauft haben glauben daran und wünschen, daß dem Badischen Staatstheater und Festspielleiter Bernd Feuchtner dieser Erfolg zuteil wird.
 
Und wer noch keine Karten hat und bei der Premiere eines besonderen Opern-Erlebnisses dabei sein will – hier noch mal der Link zum Vorverkauf:
http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/haendel-festspiele-2014/  
  
Der Vorverkauf für weitere Vorstellungen von Riccardo Primo (vier weitere Aufführungen) und Rinaldo (zwei weitere Aufführungen) beginnt im Herbst 2013 zu Beginn der kommenden Spielzeit.

Freitag, 15. Februar 2013

Teilweiser Vorverkauf für die Händel Festspiele 2014 gestartet

2014 könnte ein herausragendes Jahr in der Geschichte der Händel Festspiele werden!
Es wird wieder eine historisierende Aufführung mit Kerzenlicht geben (Radamisto ist vielen ein unvergessenes Erlebnis) und in der Hauptrolle von Händels Riccardo Primo (Richard Löwenherz) wird der Karlsruher Publikumsliebling und großartige Countertenor Franco Fagioli zu hören sein. Für die Premiere am 21.02.14 (noch nicht für die vier anderen Termine) kann man ab heute Karten buchen.

Dazu scheint es mit Händels Rinaldo eine Übernahme der Händel Festspiele in Halle aus dem Jahr 2011 zu geben. Die Sänger geben dabei ihre Stimmen an Marionettenfiguren des Marionettentheaters Carlo Colla e Figli. Wie schon in Halle, musiziert die Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner. Einen Eindruck dazu gewinnt man bei dieser Filmreportage: http://vimeo.com/26574249. Für eine von zwei Aufführungen kann man ebenfalls bereits Karten kaufen.

Das Badische Staatstheater hat beide Premieren in einer höheren Preiskategorie als sonst üblich angesetzt: für beide Vorstellungen sind die Karten teurer als bei Opernpremieren, aber günstiger als bei Gala-Abenden. Angesichts der geringen Aufführungsanzahl und des großen Aufwands, den man dafür betreibt, eine dennoch gerechtfertigte Preispolitik.

Hier der Link zum Internet-Vorverkauf:
http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/haendel-festspiele-2014/
     
PS: Liebes Badisches Staatstheater,
Radamisto sollte damals als DVD in einer SWR Produktion auf den Markt kommen. Leider geschah das nicht, aber bei Riccardo Primo könnte man das doch eventuell nachholen!?!

Montag, 11. Februar 2013

Händel Festspiele 2014

Das Badische Staatstheater kündigte heute an, aufgrund des großen Interesses den Vorverkauf für gewisse Veranstaltungen der Festspiele 2014 bereits im Verlauf der diesjährigen Festspiele zu beginnen.

Liebes Badisches Staatstheater,
wäre es nicht eine gute Idee, den Vorverkauf grundsätzlich erst mal nur für Abonnenten freizugeben und danach/später den freien Verkauf zu starten? Das wäre doch ein Mehrwert für treue Besucher und ein Anreiz, sich zukünftig ein Abo zu besorgen!

Nachtrag (13.02.13): Hier mehr zum Vorverkauf 2014 http://www.staatstheater.karlsruhe.de/aktuell/news_id/262/

Mittwoch, 6. Februar 2013

Vorschau: Händel Festspiele 2014

Es gibt bereits eine Vorschau für 2014, die die Vorfreude jetzt schon schürt:

Riccardo Primo (Richard Löwenherz)
Oper von Georg Friedrich Händel HWV 23
In der Titelrolle Franco Fagioli
Dirigent Michael Hofstetter
Regie Benjamin Lazar
Inszenierung im Stil der Barockzeit mit Kerzenlicht
Premiere am 21.2.
Weitere Vorstellungen am 23., 24., 26. & 27.2.

Rinaldo
Oper von Georg Friedrich Händel HWV 7
Marionettentheater Carlo Colla & Figli Mailand
Lautten Compagney Berlin
Wolfgang Katschner Dirigent
Zauberoper mit prachtvollen Puppen und Dekorationen
Premiere am 1.3.
Weitere Vorstellungen am 2. & 3.3.

Athalia
Oratorium von Georg Friedrich Händel HWV 52
Konzertante Aufführung am 2.3.