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Donnerstag, 6. April 2023

Festspielhaus Baden-Baden, Strauss: Die Frau ohne Schatten, 05.04.2023

Halbgar mißlungen
Der Verfasser dieser Zeilen hat in mehr als drei Jahrzehnten hunderte Opern-Inszenierungen gesehen und diese Baden-Badener Frau ohne Schatten wird zweifellos zeitlebens in der Spitzengruppe der inszenatorisch verhunztesten und enttäuschendsten Opernproduktion verharren. Es ist müßig darüber zu spekulieren, warum sich die Regie dieser Oper verweigert hat und stattdessen etwas erzählt, was zur Handlung in einem Mißverhältnis steht. Das Wesen der Frau ohne Schatten ist eine Prüfungs- und Läuterungsgeschichte, das heroisch-seelenhafte, das Die Frau ohne Schatten in eine Reihe mit der Zauberflöte und Fidelio stellt, ist ihr Zentrum. Dem Erhabenen stellt die Regie allerdings Elend entgegen, das Pathos wird veralbert, das Mysterium bleibt beziehungslos, der komplizierten Symbolik werden noch zusätzliche Metaphern hinzugefügt und kaum jemand wird dem Geschehen überhaupt folgen können - das Publikum bleibt ratlos zurück. Im Schlußbild stehen die Sänger rechts und links am Rand, während auf der Bühne eine Figur, die von der Regie hinzuerfunden wurde, verzweifelt nach etwas sucht - mutmaßlich dem Sinn dieser kontraideellen Umsetzung.
Es gab eine Zeit, als im Festspielhaus CD-Mitschnitte produziert wurden. Falls man diese Frau ohne Schatten hätte aufnehmen wollen, hätte man auf einen opernaffineren Dirigenten setzen sollen und auch bei den Sängern war nicht alles außergewöhnlich, immerhin die Berliner Philharmoniker musizierten zwar nicht immer spannungsgeladen, aber stets grandios klangschön. 

Sonntag, 16. April 2017

Festspielhaus Baden-Baden: Berliner Philharmoniker, 15.04.2017

Also doch, auch die Berliner Philharmoniker können pauschal klingen. Diese Überraschung währte allerdings nur kurz, dann präsentierte man dem Publikum die gewohnte Perfektion.

Dienstag, 2. April 2013

Festspielhaus Baden-Baden: Mozart - Die Zauberflöte, 01.04.2013

Da ist dem Festspielhaus Baden-Baden wirklich ein Coup gelungen, als man 2011 melden konnte, daß die Berliner Philharmoniker ab 2013 als Orchester die Osterfestspiele in der Kurstadt und nicht mehr in Salzburg bestreiten. Und wie in Baden-Baden üblich -immerhin kommt man in Deutschlands größter Bühne mit 2.500 Sitzplätzen ohne öffentliche Zuschüsse aus und der ganze Bau wurde nur von Sponsoren privat finanziert- wird den finanzkräftigen Besuchern in der Regel Bekömmliches, Bekanntes und Beliebtes (manche werden sagen Langweiliges) serviert. Entdeckungen und Ausgrabungen darf man nicht erwarten - Risiken kann sich ein selbstfinanziertes Festspielhaus nicht leisten und gibt damit das beste Beispiel, wieso die steuerfinanzierten Häuser unersetzlich sind.