Posts mit dem Label Spielzeit 2022/2023 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Spielzeit 2022/2023 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 21. Juli 2023

Zuschauerzahlen 2022/23: Der große Publikumsschwund

Man kann Zuschauerzahlen  des Badischen Staatstheater ja nur begrenzt trauen, bei ca. 20.000 Freikarten/Saison in der Vergangenheit sind die offiziellen Zahlen verzerrt.  Dennoch ist ein Vergleich mit früheren Spielzeiten von Interesse, um die eklatante Schwäche nach über einem Jahrzehnt der Instrumentalisierung zu belegen:

Donnerstag, 1. September 2022

Vorschau auf die Spielzeit 2022/2023

In Jahren der Entwöhnung
Die Medien berichteten Ende Juli über eine Statistik, die der Deutsche Bühnenverein mit Hilfe von 427 Theatern in den drei großen deutschsprachigen Ländern erstellt hatte. Im Vergleich zur letzten Saison vor Corona und Virusepidemie (2018/19) sei in der Folge die Anzahl der Aufführungen um 70% (auf 22700) und die der Zuschauer um 86% (auf 2,54 Millionen) gesunken. Die Rückkehr des Publikums in der warmen Jahreszeit scheint ebenfalls verhalten, es blieb deutlich leerer als zuvor. Und die schwierigen Zeiten sind noch lange nicht vorbei. Der kommende Winter kann neue Infektionswellen bringen, Energiekrise, horrende Inflation und Politikversagen bringen weitere Komplikationen. Doch selbst dann, wenn nun Virus, Krise und Krieg überwunden wären, hätte das Programm der kommenden Spielzeit am Badischen Staatstheater wenig jauchzende Vorfreude ausgelöst. So verdienstvoll der Einsatz von Ulrich Peters als Interimsintendant zur internen Befriedung auch ist, es benötigt gegenüber dem Publikum mehr Engagement, insbesondere neue Ansätze und neue Gesichter in den beiden großen Sparten Oper und Schauspiel. Doch diese wird es wohl frühestens 2024 mit der neuen Intendanz von Christian Firmbach geben, und wenn man dem designierten Intendanten etwas ans Herzen legen wollte, dann viele neue Gesichter und Ideen sowie unbedingt eine Abwendung vom Klienteltheater und eine Entkrampfung und Entideologisierung durch Rückkehr zum Qualitätsprinzip ohne erhobenen Zeigefinger. Zeitgleich zur äußeren Krise befindet man sich am Karlsruher Staatstheater in einer Übergangszeit und im Umbau, immerhin die innere Krise scheint überwunden, doch noch immer sieht man Personal, das einen unguten Beigeschmack auslöst und an das dunkle Jahrzehnt erinnert. Es gibt zu viele Faktoren, die aktuell nicht gerade enthusiasmusfördernd sind. Es werden nicht wenige sein, die für die kommenden zwei Jahre einen Übergang der Hemmungen und Stockungen erwarten und weitere verlorene bzw. vertane Jahre befürchten. Die Frage wird sein, ob man der Grauheit dieser Stimmung auf der Bühne Paroli bieten kann, also zur quasi klassischen Aufgabe der Bühne erfolgreich zurückkehren wird.

Freitag, 6. Mai 2022

Vorschau auf die Spielzeit 2022/2023

Jetzt gilt's! Und doch auch wieder nicht ...
Epidemiebedingt verdämmerte zwar das Theater für viele Zuschauer, doch muß man am Badischen Staatstheater darauf achten, daß Corona und vom früheren Intendanten verursachte Hausprobleme nicht als Vorwand für weitere Stagnation und gepflegte Langeweile herhalten dürfen. Es ist Zeit für das Badische Staatstheater, Klartext zu reden, sich selbst in Frage zu stellen und sich von alten Zöpfen zu trennen. Das Haus braucht eine neue Ausrichtung, neues künstlerisches Personal, neue Ideen. Der Neustart steht erst 2024 bevor, im Herbst will der Verwaltungsrat bereits über den neuen künstlerischen Intendanten entscheiden, der dann genug Zeit für die Planungen hat. Niemand weiß, wie sich die Infektionslage auf den kommenden Herbst/Winter auswirkt, doch für Intendant Peters beginnt nun die erste von zwei Spielzeiten, in denen er auch seine Handschrift zeigen kann und in denen er mit den bestehenden Möglichkeiten das Publikum zurückholen und wieder ans Haus binden will. Mit der kommenden Spielzeit ist die Übergangsphase nach Abgang des letzten Intendanten beendet, man kann wieder Erwartungen haben und Ansprüche stellen, obwohl der richtige und erforderliche Neustart erst 2024 erfolgen wird. Was darf man als Zuschauer von den nächsten zwei Jahren überhaupt noch erhoffen? Die heutige Vorstellung der Saison 2022/23 ist teilweise ernüchternd.