Freitag, 19. Oktober 2018

Puccini - Tosca, 18.10.2018

Da ist sie wieder, die unverwüstliche Tosca von Regisseur John Dew aus der Saison 1999/2000. Sänger und Dirigenten kamen und gingen, Barbara Dobrzanska (mehr zu ihr hier) hingegen ist nun schon ca. 15 Jahre die bravouröse Konstante in der Titelrolle und bekam gestern den gewohnt herzlichen Applaus für ihre charaktervolle Interpretation. Die beiden männlichen Hauptrollen erlebten gestern spannende Rollendebuts und in der Halbzeit sorgte der Intendant für Heiterkeit.

Sonntag, 14. Oktober 2018

von Weber - Der Freischütz, 13.10.2018

Ein Bühnendesaster - gehirnverstaubt, inspirationslos und dilettantisch mißlungen  
Hallooooo? Ist da jemand in der Führungsetage des Badischen Staatstheater? ... Nein, es scheint, als ob das Oberstüble lange nicht mehr genutzt wurde, denn es wirkt mal wieder äußerst hilflos und überfordert, was man seinem Publikum mit dem Freischütz zumutet. Wenn man gestern den Zuschauern Tüten mit überreifen Tomaten zur Verfügung gestellt hätte, wäre die Nachwuchsregisseurin nicht nur mit rekordverdächtig lauten Buh-Rufen für die vergeudete Lebenszeit und ihr Desinteresse gegenüber Musikern und Sängern (die sich monatelang vorbereiten und dann diesen Schrott darstellen müssen) bestraft worden. Schade, daß dieses Brauchtum in Vergessenheit geraten ist. Es ist eine Folge der prekär-defizitären Intendanz, daß es in den vergangenen Jahren vermehrt Inszenierungen gab und gibt, die aus dem letzten Loch pfeifen. Immer wenn man glauben wollte, daß das Training-on-the-job der Karlsruher Intendanz langsam erfolgreicher verlaufen könnte, kommen wieder solche peinlichen Abstürze in Unverständnisgrater. Der Freischütz ist ein Rückschlag, vergleichbar mit Verdis Macbeth, Strauß' Fledermaus und anderen dilettantisch verhunzten Inszenierungen. Der Karlsruher Oper läuft das Publikum weg (mehr dazu hier), dieser Freischütz wird die Situation wohl verschlimmern, denn man kann nur jedem raten, diese Produktion zu meiden und die Zeit sinnvoller zu verbringen.

Montag, 8. Oktober 2018

Svolikova - Europa flieht nach Europa, 07.10.2018

Rang- und belanglos
Die gestrige Premiere von Europa flieht nach Europa ist ein Beispiel für alchemistisches Theater. Den fünf Schauspielern und dem Inszenierungsteam gelingt das seltene Kunststück, etwas aus sehr, sehr wenig zu machen. Ein textliches Nichts ohne Handlung und sprachlichen Reiz wird künstlich zu 70 Minuten Spieldauer aufgebauscht, die Zuschauer erwartet nur Formulierungshülsen, quasi Gelaber im Theater. Doch daß die Schauspieler diese Belanglosigkeiten so motiviert und engagiert vortragen, rettet die Vorstellung und ist großes Theater ohne großen Autorentext und ohne Triftigkeit.

Donizetti - Anna Bolena, 07.10.2018

Immer noch Spätsommer, einer der schönsten Sommer der letzten Jahrzehnte hält weiterhin durch. Die sonntägliche Nachmittagsvorstellung von Donizettis in Karlsruhe so bravourös und beeindruckend gelingender Anna Bolena war trotz Sonnenschein und Wärme sehr gut besucht, und das mit voller Berechtigung, Belcanto wird hier in Arien und Ensembles grandios hör- und erlebbar, sängerisch und musikalisch ist diese Produktion ein Aushängeschild für die Karlsruher Oper und verdient viele Zuhörer.

Sonntag, 7. Oktober 2018

Ibsen - Nora, Hedda und ihre Schwestern, 06.10.2018

Tragödien des Alltags als Melodramen verkrampfter Frauen
Die Frauendramen Henrik Ibsens (*1828 †1906) behandelten bereits am Ende des vorletzten Jahrhunderts das Dilemma der emanzipierten Frau: Was entbehre ich und mit wem? Ibsen zeigt Ehepaare, in deren Beziehungen es Unausgesprochenes, Ungeklärtes und Unwahres gibt und in der Folge radikale Entscheidungen getroffen werden, und zwar -und das ist damals auf der Theaterbühne außergewöhnlich- von den Frauen selber und teilweise gegen die gesellschaftliche Norm. Ibsens Frauen standen im späten 19. Jahrhundert an der Schwelle zur emanzipierten Freiheit und entscheiden in Krisen selber über ihre Zukunft. Die neue Karlsruher Schauspieldirektorin und Regisseurin Anna Bergmann kombinierte drei Stücke Ibsens und knüpfte drei Frauenschicksale zu einem großen Theaterabend mit 20 Figuren, gespielt von 13 Schauspielern und insgesamt fast 200 Minuten Spieldauer inklusive einer Pause. Bergmann hätte eine Reihe mit Ibsen-Dramen starten können, stattdessen experimentiert sie an einem großes Ibsen-Panorama im Breitwandformat und komprimiert die drei Stücke teilweise bis zur Verfremdung. Das Ergebnis ist einfallsreich, aber durchwachsen, zu wenige gute und zu viele schwache Momente, teilweise spannend, doch mit Durchhängern und Durststrecken. Die Schauspielleistungen lohnen den Besuch, die Schwäche liegt hier alleine im Konzept, das überbedeutungsschwanger, überklamaukig, überhysterisch, überzeigefingerhebend, übersymbolisch und übertrieben gerne Klischees bemüht. Bergmann schwächt die emanzipatorische Kraft und betont das Unglück der Protagonistinnen, die in der Karlsruher Produktion zu Opfern von Männern und "Machtstrukturen" werden und verkrampft um Authentizität ringen.

Dienstag, 25. September 2018

Sänger auf Wohnungssuche

Zwei Karlsruher Opernensemblemitglieder Mezzosopranistin Jennifer Feinstein und ihr Ehemann Baßbariton Nicholas Brownlee haben sich für House Hunters International bei der Wohnungssuche in Karlsruhe filmen lassen. Den sympathischen Spaß kann man sich auf Youtube hier anschauen:
https://youtube.com/watch?v=m4qtWL6kFPg

1. Symphoniekonzert, 24.09.2018

Wagner vor der Pause, Bruckners "Wagner-Symphonie" danach - die Rückkehr aus dem Urlaub und der Start in die neue Spielzeit gelang motiviert und souverän, obwohl die Musik des Sachsen neben der des Oberösterreichers ziemlich blaß blieb.

Mittwoch, 12. September 2018

Programm des Karlsruher Theaterfests am 15.09.2018

Eröffnung des Theaterfests  und Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Generalintendant Spuhler und Lahnor Adjei (Direktor des Badischen Konservatoriums)
11.00 Uhr auf dem Theatervorplatz

Montag, 10. September 2018

Stuttgarter Machenschaften - nicht nur am Staatstheater

Peter Spuhler hat als Generalintendant des Badischen Staatstheaters keine guten Jahre hinter sich. Wieso seine Amtszeit über 2021 eventuell sogar noch mal verlängert werden soll, bleibt einigen Beobachtern ein Rätsel. Aber mit der zuständigen Stuttgarter Wissenschaftsministerin Teresia Bauer hatte der Intendant bisher stets eine mächtige Fürsprecherin, die nun massiv unter Beschuß gerät. In einem Urteil des Verwaltungsgerichts soll festgestellt worden sein, daß die Ministerin mit rechtswidrigem Handeln die ehemalige Rektorin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg Dr. Claudia Stöckle aus dem Amt gedrängt hat. Die SPD-Landtagsfraktion fordert Bauers Rücktritt (mehr hier), die Grünen-Politikerin habe in der Affäre um die Verwaltungshochschule Ludwigsburg wiederholt gelogen. Der stellvertretende Vorsitzendende der SPD-Fraktion Sascha Binder erklärte: "Eine Ministerin, die die Fürsorgepflicht gegenüber Beamten so mit Füßen tritt und mehrmals die Unwahrheit gegenüber dem Parlament sagt, darf in einer Landesregierung kein Amt bekleiden."
In Karlsruhe werden nun ungute Erinnerung an 2015 und die Affäre Spuhler wach, als die Ministerin und der Intendant damit scheiterten, den Verwaltungsdirektor des Badischen Staatstheater Michael Obermeier aus seinem Amt zu entfernen.

Samstag, 1. September 2018

Vorschau auf die Spielzeit 2018/2019

Trauriges Jubiläum
Wir befinden uns im 300. Jahr der Karlsruher Theatergeschichte, aber es gibt kein (oder bestenfalls ein spärliches) Jubiläumsprogramm. Was hätten wohl andere Theater aus so einem Anlaß gemacht! In Karlsruhe erleidet man hingegen die uninspirierte, phantasie- und kreativschwache und in zu vielen Belangen prekär-defizitäre Intendanz von Peter Spuhler. Doch auch wenn es schwer fällt, sollte man sich die fröhliche Vorfreude auf die kommende Spielzeit vom Intendanten nicht nehmen lassen, es gibt spannende Produktionen interessanter Werke, neue Spartendirektorinnen in Schauspiel und Oper, man kann die Suche nach einem neuen GMD beobachten und es gilt Abschied zu nehmen von Birgit Keil.

Donnerstag, 23. August 2018

Mumpitztheater (8)

Wer will in Karlsruhe 2020 Generalmusikdirektor werden?
Die BNN schrieb am 13.07.18 anläßlich der Vorstellung der neuen Konzertsaison:
  • "Justin Brown wollte ruhigere Fahrwasser ansteuern ab der kommenden Spielzeit. Nach zehn verdienstvollen Jahren am Badischen Staatstheater sollte ihm ein neuer Generalmusikdirektor (GMD) folgen. Doch wie zu hören ist, fand sich keiner, der unter den Bedingungen am  Karlsruher Haus zu arbeiten bereit gewesen wäre."
Der letzte Satz hat es in sich. Eine klatschende Ohrfeige - nur für wen und ist sie berechtigt? Es gab letztes Jahr keine offizielle Stellungnahme zur Absage von Frank Beermann als neuem GMD der Badischen Staatskapelle. Man hatte vielmehr den Eindruck, als ob man in Karlsruhe den Vorgang unter den Teppich kehren wollte. Wer hatte hier etwas zu verheimlichen? Zumindest war die Außenkommunikation mal wieder kein Ruhmesblatt für Intendant Spuhler. Daß der Intendant selber bei dieser Pleite erneut in den Fokus der Kritik gerät, hat also hausgemachte Gründe.

Montag, 20. August 2018

Mumpitztheater (7)

Die Häßlichkeit der R*innen
oder
Intendant*in Spuhler*in ist nun irgendwie Gender   

Die Verbraucher*innenschützer*innen für gesäuberte und überwachte Sprache sind nun auch im Badischen Staatstheater eingetroffen. Die Intendanz scheint in der schriftlichen Selbstdarstellung des Staatstheaters sprachpolitische Rücksicht auf die Befindlichkeiten der sich benachteiligt fühlenden Opfer der Sprache angeordnet zu haben und sexualisiert das grammatische Geschlecht, um Diskriminierung leichter unterstellen zu können. Man darf sich dadurch nicht täuschen lassen, es geht bei dieser Verhunzung von Sprache nicht um grammatische Gleichberechtigung, es ist auch kein progressives Emanzipations-, sondern ein konservatives Milieuprojekt einer linksidentitären Klientelgruppierung. Sahra Wagenknechts neue links-soziale Sammlungsbewegung "Aufstehen" (mehr hier und auch hier) scheint bspw. von Anfang an auf Gegenkurs zu hypersensiblen Sprachregelungen der links-identitären "Political Correctness" und dem wirren Sammelsurium von Identitätsfragen zu gehen. Und dafür gibt es gute Gründe.

Montag, 30. Juli 2018

Rückblick auf die Spielzeit 2017/2018 des Badischen Staatstheaters

Denkzettel für jahrelange Vernachlässigung
Operndirektor Michael Fichtenholz verläßt nach vier Jahren Karlsruhe und hinterläßt nach seiner letzten Saison nicht nur die schlechteste Zuschauerbilanz der letzten Jahrzehnte, sondern einen regelrechten Absturz: 14.000 Karten wurden weniger verkauft als in der Saison zuvor, es sind sogar knapp 27.000 Karten weniger als 2012/13. Das sind keine normalen Fluktuationen, sondern Fluchterscheinungen. Der Intendant verweigerte in der Saisonbilanz eine Aufarbeitung und Erklärung - aus guten Grund, die Verantwortung für diese katastrophale Bilanz trägt nicht der Operndirektor, der doch vor allem ein Casting-Direktor war, sondern der Generalintendant, der jahrelang die größte, wichtigste und teuerste Sparte als Stiefkind lieblos behandelte. Mit der Verharmlosung der vorgelegten Zahlen verliert der Intendant der falschen Wertigkeiten nun weiter an Seriosität und man kann nur hoffen, daß der Verwaltungsrat doch noch ein Einsehen hat und den längst überfälligen Neustart angeht. Das Badische Staatstheater braucht 2021 einen neuen Intendanten, der wieder die Oper zur Chefsache macht und ein Signal des Aufbruchs vermittelt!

Mittwoch, 18. Juli 2018

Massive Zuschauerverluste in der Karlsruher Oper

Die Zuschauerzahlen der Spielzeit 2017/2018 liegen vor
Die Bilanz der Oper für die abgelaufene Spielzeit ist katastrophal und überrascht nur die, die in den vergangenen Jahren nicht genau hingeschaut oder sogar weggeschaut haben. Intendant Peter Spuhler hat jahrelange an dieser Herabwirtschaftung gearbeitet, der Absturz in dieser Spielzeit ist hausgemacht und in seiner Verantwortung. Knapp 83.000 Opernbesucher - das sind 14.000 Besucher weniger als im Vorjahr bei gleichzeitigem Einbruch der Auslastung um 9,5% auf gerade noch 70,2%. In der Spielzeit 2012/13 hatte man noch knapp 110.000 Opernbesucher. Der Intendant übernimmt natürlich keine Verantwortung, schuld sind selbstverständlich die viel zu hohen Qualitätsansprüche des verwöhnten Karlsruher Publikums (wie eine Zuschauerumfrage ergab (mehr hier), verliert man Stammzuschauer) und unglückliche Umstände, die hohen Eintrittspreise, der Verkehr, wie wär es mit dem Wetter, entweder es ist zu kalt oder zu heiß oder es regnet oder es schneit, blablablabla. Beim Relativieren und Wegreden und sich selber toll finden wirkt die publikumsmarternde ergraute Defiziteminenz auf spießigem Kriegspfad gegen die Freude im Theater wie ein unfreiwilliges komödiantisches Talent.

Dienstag, 17. Juli 2018

8. Symphoniekonzert, 16.07.2018

Ein grandios tiefenentspannter Mozart und ein überwältigend spannungsgeladener Bruckner - wäre es wie geplant Justin Browns Abschiedskonzert gewesen, hätte man dem Karlsruher GMD nachweinen müssen, nun darf man sich auf weitere zwei Jahre mit ihm vorfreuen. 

Freitag, 13. Juli 2018

Mozart - Lucio Silla, 12.07.2018

Man könnte ja meinen, man hat es bei der Erstellung des Karlsruher Opernspielplans einfach nicht gewußt, daß Lucio Silla und Anna Bolena ca. drei Stunden Spieldauer oder mit Pause(n) fast vier Stunden benötigen. Dabei gibt es doch entsprechende Einspielungen auf CD, die die Länge verraten. Manche werden dagegenhalten und das als weiteren Beweis der Ahnungs- und Lieblosigkeit im Führungsteam von Intendant Spuhler werten. Andernfalls hätte man -wie sonst bei besonders langen Opern üblich- die Vorstellung um 19 Uhr oder 19.30 Uhr beginnen lassen können statt um 20 Uhr. Nun muß das Publikum fast bis 24 Uhr durchhalten, kommt erst deutlich nach Mitternacht ins Bett und wer dann um sechs Uhr aufstehen muß, der überlegt sich genau, ob er zum letzten Akt noch bleibt. (Aber auch das Desinteresse und die Ignoranz der Intendanz haben tatsächlich ihre Grenzen, in der kommenden Saison beginnt Anna Bolena um 19.30 Uhr). Das späte Durchhalten lohnt sich, Lucio Silla (und Anna Bolena) sind gelungen und spannend.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Vorschau: Symphoniekonzerte 2018/2019

Die Konzertsaison 2018/19 hat Verspätung, erst gestern wurden die Symphoniekonzerte bekannt gegeben, die Kammerkonzerte fehlen noch. Nachdem man letztes Jahr keinen neuen Generalmusikdirektor verpflichten konnte und Justin Brown im Herbst sich in der Folge bereit erklärte, doch noch zwei Jahre weiterzumachen, scheinen die Terminplanungen heftig in Verzug gekommen zu sein.
Für die kommende Konzertsaison hat Justin Brown die Musiker der Badischen Staatskapelle nach ihren Vorlieben befragt und deren Wünsche teilweise ins Programm integriert. Das Resultat läßt sich sehen, viele Lieblingsstücke und Klangerlebnisse sind darunter, bspw. Mozarts Prager Symphonie, Schuberts große C-Dur Symphonie (die mit den "himmlischen Längen"), Bruckners 3. Symphonie (die dankenswerterweise in der Urfassung gespielt wird), Prokofjews Symphonie Classique, Rimski-Korsakows Scheherazade, Richard Strauss' Sinfonia Domestica, Dvoráks beliebtes Cellokonzert, Brahms' deutsches Requiem, Debussys La mer, Dukas' Zauberlehrling, Strawinskys Petruschka, dazu interessante Solisten und vermutlich einige Gastdirigenten, die sich als potentielle neue GMDs vorstellen wollen.

Montag, 9. Juli 2018

Mozart - Lucio Silla, 08.07.2018

Opera Seria als bizarrer Psychothriller und Gothic Opera
Tobias Kratzer (mehr zu seiner Arbeit hier) ist die Regie-Entdeckung der letzten Jahre, seine Inszenierungen kombinieren scharfsinnig moderne Entsprechungen mit einfallsreichen Umsetzungen und sind hochgradig diskutabel, man kann sich über sie aufregen und/oder begeistern - Langeweile stellt sich sehr selten ein. 2019 wird der Regisseur in Bayreuth Tannhäuser in Szene setzen. Bei Mozarts Lucio Silla unterbietet Kratzer seine bisherigen Leistungen, die Assoziationsfäden knüpfen sich zu keinem konsistenten Erzählstrang, sein Konzept ist nur über die Oper gestülpt und schmiegt sich wenig an. Unterhaltsam ist es dennoch als unheimlicher Blick auf psychopathologische Abgründe, denn im Umfeld höchster Macht entwickeln sich hier "hochgradige Persönlichkeitsstörungen". Dem Publikum gefiel es, denn vor allem sängerisch und musikalisch waren die Leistungen nicht nur wegen Franco Fagioli bravourös.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Oper München: Strauss - Arabella, 04.07.2018

Ein begeistertes Publikum an einem ausverkauften Mittwochabend an der Münchener Oper - eine hochklassig homogene Leistung, bei der u.a. drei Künstler im Mittelpunkt standen, die auch schon in Karlsruhe auftraten: Anja Harteros, Thomas J. Mayer und Constantin Trinks.

Montag, 2. Juli 2018