Donnerstag, 20. April 2017

Solistenkarriere 3.0 auf SWR2

Der Karlsruher Musikjournalist Georg Waßmuth hat für einen Radio-Themenbericht auf SWR2 mit Künstlern der Karlsruher Musikhochschule gesprochen und zeigt, wie man heutzutage den Weg zur Solistenkarriere beschreitet. Die Perkussionistin Leonie Klein, die Geigerin Maria-Elisabeth Lott sowie der Pianist Frank Dupree stehen im Mittelpunkt der Sendung.

Zu hören ist der interessante Bericht hier auf den Seiten von SWR2
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/musik-kommentiert/der-weg-ist-das-ziel/-/id=660534/did=19170566/nid=660534/sdpgid=1398628/14m7lxn/index.html

Montag, 17. April 2017

Zum Tode Kathleen Cassellos (*1958 †2017)

Kathleen Cassello bleibt mir wegen ihren Rollen in den legendären Inszenierungen von Giancarlo del Monaco unvergeßlich, als Mimi, als Leonora und besonders in der Titelrolle von Donizettis Lucia di Lammermoor, doch vor allem wegen einer ganz besonderen Vorstellung von Lucia im April 1991, die die Zeit stehen ließ.

Sonntag, 16. April 2017

Festspielhaus Baden-Baden: Berliner Philharmoniker, 15.04.2017

Also doch, auch die Berliner Philharmoniker können pauschal klingen. Diese Überraschung währte allerdings nur kurz, dann präsentierte man dem Publikum die gewohnte Perfektion.

Dienstag, 11. April 2017

Sonntag, 9. April 2017

Sophokles - Antigone, 08.04.2017

Von Sackgasse zu Sackgasse
Die neue Karlsruher Antigone zeigt, wie man auch ohne tragende Idee und roten Faden eine Inszenierung vortäuschen kann. Die unentschlossene Regie entschied sich für einen Stilmix durch Anhäufung von Versatzstücken, zu sehen ist eine zu Beginn archaisch anmutende Zombie-Inzest-oben ohne-Tränendrüsen-Betroffenheits-Dikataturüberwindungs-Utopie. Das wirkt bedeutungsschwanger, ist aber eher ein hohler Raum, alle Elemente haben irgendwie ihre Berechtigung, passen aber nicht zusammen. Für die Titelfigur haben weder die Regisseurin noch die Hauptdarstellerin eine Inspiration, vor allem André Wagner als Kreon rettet den verkorksten Premierenabend.    

Freitag, 7. April 2017

Zeh/Trojanow - Angriff auf die Freiheit, 06.04.2017

Kaleidoskop der Überforderung
Tja, eigentlich wollte man am Badischen Staatstheater ein Sachbuch auf die Bühne bringen, doch der Regisseur konnte aus gutem Grund dem Text nichts abgewinnen, nach wenigen Minuten wird er inhaltlich abgehakt. Vielmehr interessierten ihn soziale Verhaltensmuster. Angriff auf die Freiheit ist ein Kaleidoskop menschlicher Überforderung angesichts komplexer Zusammenhänge in Form einer durchaus unterhaltsamen und amüsanten Revue geworden. Leider geschieht dies um den Preis der totalen Begriffsverwirrung - um was es hier überhaupt geht, ist kaum noch ersichtlich, ob Internetkonzerne oder Staatsüberwachung, Terror- oder Kriminalitätsbekämpfung (die wird komplett ignoriert und kommt nicht vor) - alles wird durcheinander geworfen, entstellt und verkürzt. Übertreibungen, Spekulationen und Klischees führen zur inhaltlichen Bedeutungslosigkeit, wer tatsächlich was und warum überwachen will, wird nicht differenziert. Es ist das Lebensgefühl des Preisgegebenseins und der Wehrlosigkeit gegenüber übermächtigen Gegnern, das der Regisseur stattdessen untersucht und bei dessen Darstellung  die Schauspieler glänzen und den inhaltlich wenig interessanten Abend aufwerten.   

Dienstag, 4. April 2017

Staatsballett München: Talbot/Wheeldon - Alice im Wunderland, 03.04.2017

Überwältigung durch Phantasie
Ein Ausflug nach München aus gutem Grund. Doch zuerst ein Blick nach London: Als Kevin O’Hare das Royal Ballet übernahm, kündete er voller Ambitionen an, neue Klassiker des Handlungsballetts schaffen zu wollen. Und tatsächlich scheint von London eine neue Ära auszugehen: Choreograph Christopher Wheeldon (die Karlsruher Ballettchefin Birgit Keil engagierte ihn 2009 für Tschaikowskys Schwanensee ans Badische Staatsballett) und Komponist Joby Talbot haben mit Alice (2011) und A Winter's Tale (2014) enthusiastische Reaktionen ausgelöst. Im Münchener Nationaltheater erfolgte nun gestern die Deutschland-Premiere der Londoner Produktion von Alice im Wunderland - und Alice hält, was die englische Begeisterung verspricht: eine Explosion der Kreativität, akustisch und optisch eine Überwältigung durch Phantasie und Aufwand. Begeisternder und opulenter kann es im Ballett kaum zugehen.

Sonntag, 2. April 2017

Cilea - Adriana Lecouvreur, 01.04.2017

Adriana Lecouvreur ist in den stärksten Momenten eine Oper zum Dahinschmelzen. Sänger schwelgen schokoladig in Schönklang, etwas bittersüß Genußvolles, lieblich und liebend, aber vergeblich und vergänglich, erklingt in den Melodien. Es geht um Elementares in deutlicher Ausprägung: es wird geliebt oder gehaßt, begehrt und intrigiert. Die Oper von Francesco Cilea (*1866 †1950) wurde am 6. November 1902 in Mailand uraufgeführt und gilt als Paradestück für Primadonnen und bedeutende Tenöre, Enrico Caruso sang 1902 die Premiere, Anna Netrebko wird bspw. die Titelrolle im Sommer 2018 in Baden-Baden interpretieren. Ein Fest der Stimmen und Stimmungen! Und genau das gelang bei der gestrigen Premiere durch eine ordentliche Regie und starke Sänger. Und für Barbara Dobrzanska in der Titelrolle wurde die Premiere zum Triumph.

Sonntag, 26. März 2017

Puccini - Tosca, 25.03.2017

Wer wird ab der Saison 2018/19 Nachfolger von GMD Justin Brown? Gestern ging die Entscheidungsfindung in die nächste Runde. Dirigent Robert Trevino hatte im November 2015 ein elektrisierend gutes Symphoniekonzert geleitet (mehr dazu hier) und war der erste Kandidat, der eine zweite Einladung bekam und nun eine Oper dirigierte. Bereits am kommenden Dienstag kommt der zweite in die engere Auswahl vorgestoßene Bewerber: Constantin Trinks wird am 28.03. das Rheingold dirigieren.

Dienstag, 14. März 2017

4. Symphoniekonzert, 13.03.2017

Vier Alphörner zwischen Berlioz und Schumann. Das hört sich ungewöhnlich an und war improvisiert, denn eine schwere Bronchitis und Absage des Dirigenten änderte das geplante Programm.

Freitag, 10. März 2017

Mozart - Hochzeit des Figaro, 09.03.2017

Beseeltes Mozart-Glück
Da ist sie endlich wieder, Pavel Fiebers zeitlose und publikumsfreundliche Inszenierung aus dem Jahr 2001, die man klugerweise noch nicht entsorgt hat (und hoffentlich noch einige Zeit behält!). Sie erlebte über die Jahre Höhen und Tiefen, die von den wechselnden Besetzungen der Sänger und des Dirigenten abhängig waren. Die gestrige Wiederaufnahme war durch zahlreiche Rollendebüts auf der Bühne geprägt und sprühte vor Spielfreude und Begeisterung.

Freitag, 3. März 2017

Abschlußkonzert der Karlsruher Händel-Festspiele 2017, 02.03.2017

Höhepunkt mit Glücksmomenten
Zwei Sängerinnen mit Reputation sowie Musik, Arien und Duette aus Georg Friedrich Händels Opern Alessandro, Riccardo Primo, Radamisto, Ottone, Scipio, Sosarme, Tolomeo, Rodelinda, Alcina und Giulio Cesare standen im Mittelpunkt des großartig geglückten Abschlußkonzerts der Karlsruher Händel-Festspiele 2017.

Sonntag, 26. Februar 2017

Händel - Arminio, 26.02.2017

Es gibt Barockopern, die nur von ihren Bravourarien leben, Stimmakrobatik und Virtuosität als Selbstzweck konterkarieren emotionalen Tiefgang, sorgen aber für schwungvoll gute Laune - Armnio gehört nicht dazu: Händels Arien haben dafür eine andere Qualität - musikalische Substanz, die in der Regel nicht vordergründig ist, sondern die Psychologie der Charaktere beachtet, die Geschichte und das Drama erzählt und tiefer geht als bei anderen Barockkomponisten üblich. Arminio gehört wirklich nicht zu Händels besten Opern - in denen ist das Orchester variabler, die Bandbreite größer. Das bedeutet aber gerade nicht, das Arminio schwach ist, vielleicht ist er relativ schwach und dennoch stärker als viele andere Barockopern mit austauschbaren Nummern. Bei Arminio scheint es mehr Folgerichtigkeit zu geben, und daß Regisseur Max E. Cencic dies erkannt hat und dadurch die Spannungsmomente betonen konnte, macht die besondere Leistung dieser Inszenierung aus.

Samstag, 25. Februar 2017

Händel - Semele, 25.02.2017

Lange und laut war der Jubel des Publikums nach der heutigen Semele. Zu recht! Die Inszenierung ist gekonnt, flott und darstellerisch auf den Punkt und acht Tage nach der Premiere ist die Aufführung musikalisch gereift und deutlich besser geworden. Vor einer Woche mangelte es teilweise noch an Emotionalität und Ausdruck, Jennifer France, die Sänger der Semele, begann verhalten, gewann dann mit zunehmender Dauer an Selbstsicherheit. Heute hatte sie das erforderliche Selbstverständnis von Anfang an und blieb ihrer Rolle nichts schuldig - Brava! Auch Dilara Baştar als Ino hat sich gesteigert und verlieh ihrer Figur deutlich mehr stimmliche Nähe. Und wenn mich der Blick auf die Uhr nicht getäuscht hat, dirigierte Christopher Moulds etwas schneller als in der Premiere und verhalf dem Oratorium zu einem harmonisch und ausgeglichen wirkenden Klangbild, das aber auch beim zweiten Anhören manchmal zu zurückhaltend wirkte. Der Gesamteindruck war damit deutlich stärker als bei der ersten Vorstellung. Souverän und überzeugend wirken Ed Lyon als idealer Jupiter, der ausgesprochen agil agierende und klangschöne Chor sowie die Musiker der Deutschen Händel-Solisten. Ein gelungener Samstagnachmittag bei den Händel Festspielen, morgen folgt der spannende Vergleich mit Arminio.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Festkonzert der Deutschen Händel-Solisten, 22.02.2017

Werke von den festen Größen Händel, Vivaldi und Bach sowie zwei bemerkenswerte Stücke zweier kaum bekannter Barockkomponisten standen auf dem Programm des gestrigen Festkonzerts. Und das war ausverkauft - ein größeres Lob kann das festspieleigene Orchester der Deutschen Händel-Solisten nicht bekommen. Und auch der Widmungsträger des Konzerts war anwesend und wurde geehrt: der frühere Generalintendant Günter Könemann, der 1978 Händel in Karlsruhe etablierte.

Sonntag, 19. Februar 2017

Händel - Theodora, 18.02.2017

24 Stunden nach der Premiere von Semele erwies sich die konzertante Aufführung von Theodora als das musikalisch ergiebigere und melodienreichere Oratorium Händels für das man in Karlsruhe auch das stärkere und homogenere Sängerensemble zusammengestellt hatte.

Samstag, 18. Februar 2017

Händel - Semele, 17.02.2017

Der Versuch, Oratorien zu inszenieren, hat in der Regel spröde und wenig überzeugende Folgen. Zum Auftakt der 40. Karlsruher Händel Festspiele gelang gestern, was sonst oft mißlingt - Händels Oratorium Semele ist kurzweilig und unterhaltsam. Der Jubel war groß beim Premierenpublikum.