Es ist GMD Georg Fritzsch zu verdanken, daß man nach über 30 Jahren in Karlsruhe endlich wieder diese grandiose Oper erleben konnte - denn das war auch anscheinend gestern leider schon wieder die Dernière. Man kann allen an dieser Produktion Beteiligten vor, auf und hinter der Bühne nur herzlich für diese engagiert präsentierte Produktion danken. Man könnte behaupten, die Qualität eines Opernpublikums erkennt man an dem Maße, wie es diese zu selten gespielte Oper zu schätzen weiß, vor allem wenn sie so beseelt gesungen, gespielt und musiziert wird wie am Badischen Staatstheater. BRAVO!
Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2011/12 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.
Donnerstag, 25. April 2024
Donnerstag, 25. Januar 2024
Strauss - Die schweigsame Frau, 24.01.2024
Zeit für eine kurze Heldenverehrung, denn es ist unbedingt erforderlich auf einen Sänger hinzuweisen, für den es aktuell keine Zweitbesetzung am Badischen Staatstheater gibt. Am Samstag sang er Ferrando in der Premiere von Così fan tutte, drei Tage später am Dienstag mußte er deshalb auch bei der B-Premiere auftreten, am Tag darauf war dann gestern die Rolle des Henry Morosus dran. Drei Vorstellungen tragender Rollen in fünf Tagen: ohne den sympathisch und humorvoll auftretenden mexikanischen Tenor Eleazar Rodriguez geht es zur Zeit nicht. Wir kaum ein anderer hat Rodriguez die letzten Jahre nutzen können, mit den richtigen Rolle sich ein Repertoire und in Karlsruhe ein Publikum zu ersingen, insbesondere als Mozart- und Donizetti-Tenor (Nemorino im Liebestrank, Roberto Devereux, Percy in Anna Bolena, Tonio (Regimentstochter) und Ernesto in Don Pasquale). Scheinbar unermüdlich und stets zuverlässig - BRAVO!
Wie musikalisch reich und bereichernd ist doch Die schweigsame Frau! Was da alles im Orchestergraben zu hören ist, Glocken, Zitate, komponierter Lärm, man denke nur an die Explosion, von der Morosus mit Hinweis auf sein zerstörtes Trommelfell berichtet und die visuell so schön und passend umgesetzt ist: die erzählten Schallwellen fegen die Anwesenden um. Den Sängern scheint das ebenfalls Freude zu bereiten, mit viel Engagement sind alle bei der Sache. Nicht alles an der Inszenierung ist optimal (mehr hier zur Premiere), doch wen kümmert's, wenn die Aufführungen im übrigen so gut funktionieren! BRAVO! Sechs weitere Termin stehen noch in den nächsten drei Monaten zur Verfügung, die man unbedingt und so oft als möglich nutzen sollte.
Samstag, 9. Dezember 2023
Strauss - Die schweigsame Frau, 09.12.2023
Die Karlsruher Rückkehr von Richard Strauss
Händel, Mozart, Wagner und Richard Strauss sind die Hausgötter des Badischen Staatstheaters, und spätestens als es 2014 zum 150. Geburtstag von Strauss keine einzige Neuinszenierung gab, mußte man sich Sorgen über die Karlsruher Oper machen. 2019 gab es dann eine wenig spannende Elektra, 2022 eine halbherzige Salome, zwei großartige Opern wurden so inszeniert, daß man kaum Freude daran hatte, die Vorstellungen öfters zu besuchen. Doch mit der gestern bejubelten Premiere scheint man nun das Tal der Enttäuschungen verlassen zu haben. Die schweigsame Frau ist eine hochengagiert musizierte, gespielte und gesungene Buffa-Oper mit vielen Höhepunkten.