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Freitag, 29. Dezember 2023

Rokokotheater Schwetzingen: Keiser - Nebucadnezar, 28.12.2023

"So fährt unsre Zeit von hinnen"
Das Silvesterfest 2023 scheint in der Bundesrepublik einer der bisher feuerwerksintensivsten Jahreswechsel zu werden. Wie das statistische Landesamt im Südwesten mitteilte, hat die Importmenge an Feuerwerkskörpern im Land einen neuen Rekordwert erreicht und auch im Bund legte der Import deutlich zu. Wer sich bei der gestrigen Vorstellung von Reinhard Keisers Nebucadnezar mit einem Barockfeuerwerk auf den Jahreswechsel einstimmen wollte, wurde stattdessen Zeuge eines Zweikampfs: eine sehr gute Sängerriege kämpfte oft und vor allem gegen Ende vergebens gegen eine sich dahinziehende, ungewöhnlich langweilige Inszenierung.

Sonntag, 12. Januar 2020

Rokokotheater Schwetzingen: Schürmann - Die getreue Alceste, 11.01.2020

Barockzauber auf Deutsch
Der Winter in Schwetzingen -das Barock-Festival der Heidelberger Oper im Rokokotheater des benachbarten Schwetzingen- widmet sich nach vielen Ausgrabungen italienischer Opern nun der stiefmütterlich behandelten deutsch gesungenen Barockoper. Der Komponist Georg Caspar Schürmann (*1672/73 †1751) war Nachfolger von Reinhard Keiser an der Hamburger Gänsemarktoper (dem ersten öffentlichen Opernhaus Deutschlands) und Vorgänger von Carl Heinrich Graun in Braunschweig, wo diese Alceste 1719 uraufgeführt wurde. 2016 gab es eine halbszenische Aufführung inkl. CD-Aufnahme (CPO) in Hamburg, in Schwetzingen hat man sich dieses Werks nun bravourös im Rokokotheater angenommen. Die getreue Alceste verzaubert musikalisch und sängerisch und ist eine der schönsten Produktionen, die der Winter in Schwetzingen bisher zu bieten hatte.

Freitag, 28. Dezember 2018

Rokokotheater Schwetzingen: Vivaldi - La verità in cimento, 27.12.2018

Schablonen und Schemen
Nachdem sich der Winter in Schwetzingen der Heidelberger Oper von 2011 bis 2017 erfolgreich der neapolitanischen Oper widmete und mit seltenen Werken von Scarlatti, Porpora, Traetta, Jommeli, Vinci und Hasse positiv von sich reden machte, wählte man für diese Saison eine 1720 in Venedig uraufgeführte Oper von Antonio Vivaldi. Mit La verità in cimento hat man musikalisch einiges zu bieten, die Inszenierung erstarrt allerdings in Schablonen und Schemen und findet keinen roten Faden durch die Wirrungen der Handlungen.

Freitag, 29. Dezember 2017

Rokokotheater Schwetzingen: Porpora - Mitridate, 28.12.2017

Heribert Germeshausen wechselt im kommenden Sommer als Opernintendant von Heidelberg nach Dortmund. Seitdem er 2011 das Barockfestival Winter in Schwetzingen übernahm, gab es dort in sieben Jahren einen bemerkenswerten und spannenden historischen Opernquerschnitt von Komponisten der neapolitanischen Schule, einige davon als deutsche Erstaufführung: Marco Attilio Regolo von Alessandro Scarlatti, Polifemo von Antonio Porpora, Ifigenia in Tauride von Tommaso Traetta, Fetonte von Niccolo Jommelli, Didone abbandonata von Leonardo Vinci in einer Bearbeitung von Händel, Giulietta e Romeo von Niccolò Antonio Zingarelli und nun im siebten und letzten Jahr dieser Reihe erneut Nicola Antonio Porpora (1686–1768) anläßlich seines 250. Todesjahrs. Mitridate entpuppte sich als Oper mit Spektakelwert.

Sonntag, 22. Januar 2017

Rokokotheater Schwetzingen: Zingarelli - Giulietta e Romeo, 21.01.2017

Schönes Kleinod im Rokokotheater
Der Winter in Schwetzingen des Heidelberger Theaters präsentierte in dieser Saison ein weiteres, aber spätes Werk der von Alessandro Scarlatti begründeten neapolitanischen Opernschule: Niccolò Antonio Zingarelli (1752-1837) komponierte Giulietta e Romeo in angeblich nur acht Tagen, am 30. Januar 1796 war die Premiere an der Mailänder Scala. Die Oper zwischen Rokoko und Belcanto erfuhr nach konzertanten Vorstellungen bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2016 im Schwetzinger Rokokotheater die erste szenische Neuproduktion seit 187 Jahren und erwies sich dabei vor allem sängerisch und musikalisch als schöne Entdeckung.

Sonntag, 24. Juli 2016

Rokokotheater Schwetzingen: Mozart - Mitridate, 23.07.2016

Auch ohne Sparmaßnahmen hat die Karlsruher Intendanz in den vergangenen Jahren die Programmvielfalt der Oper drastisch reduziert (mehr dazu hier) und einen oft langweiligen und kaum Abwechslung bietenden Spielplan präsentiert. Es überrascht nicht, daß man das Karlsruher Opernpublikum deshalb regelmäßig im Umland antrifft und es seinen Besuchsradius vergrößert und auf andere Opernhäuser ausgeweitet hat - bekannte Gesichter überall. Der Abschluß dieser Spielzeit gehört deswegen dem opernfreundlicheren Umfeld: Im Rahmen des alle zwei Jahre und zum sechsten Mal stattfindenden Mannheimer Mozartsommers hat das Nationaltheater bereits vor zwei Jahren eine viel gelobte Aufführung von Mozarts Jugendoper Mitridate präsentiert, die der Komponist im Alter von 14 Jahren komponierte und die im Schwetzinger Rokokotheater packend und spannend gezeigt wird.

Sonntag, 8. Mai 2016

Rokokotheater Schwetzingen: Mozart-Konzert, 07.05.2016

Im Rahmen der Schwetzinger SWR Festspiele gab es gestern im Rokokotheater ein Konzert mit populären Werken von Mozart und namhaften Interpreten. 

Samstag, 30. April 2016

Rokokotheater Schwetzingen: Cavalli - Veremonda, 29.04.2016

Die Amazone von Aragona -Veremonda, l’Amazzone d’Aragona- schon der Titel der Oper von Francesco Cavalli (*1602 †1676) scheint ein Versprechen frühbarocker Opernfreude zu sein. Veremonda wurde 1652 wahrscheinlich in Venedig (oder doch Neapel?) uraufgeführt. 364 Jahre später konnte man diese Oper gestern als deutsche Erstaufführung im Rokokotheater Schwetzingen als Koproduktion des Staatstheater Mainz mit den Schwetzinger SWR Festspielen erleben, sie hinterließ dabei einen musikalisch sehr guten und inszenatorisch gemischten Eindruck.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Rokokotheater Schwetzingen: Vinci/Händel - Didone abbandonata, 28.12.2015

Als Fan der Barock-Oper muß man das Heidelberger Theater und sein Programm "Winter in Schwetzingen"  (der dieses Jahr zum 10. Mal stattfindet) einfach mögen: Das schöne kleine Schwetzinger Rokokotheater ist der passende Ort für diese Opern. Heidelberg hat im Rahmen seiner Programmlinie der neapolitanischen Opernschule Raritäten von Alessandro Scarlatti (Marco Attilio Regolo, 2011), Nicola Porpora (Polifemo, 2012), Tommaso Traetta (Ifigenia in Tauride, 2013) und Niccolò Jommelli (Fetonte, 2014) gezeigt. Dieses Jahr folgt nun der Komponist Leonardo Vinci in einer Bearbeitung von Händel.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Rokokotheater Schwetzingen: Jommelli - Fetonte, 27.12.2014

Jommellis Fetonte - das ist in Schwetzingen ein in jeder Hinsicht konventioneller und wenig auffälliger 1. Akt, gefolgt von zwei weiteren bemerkenswerten, eher kurzen und aufregenden Akten.

Sonntag, 25. Mai 2014

Rokokotheater Schwetzingen: Hasse - Leucippo, 24.05.2014

Ein weitere schöne barocke Entdeckung, allerdings ohne szenische Tiefenwirkung - so präsentiert sich Leucippo bei den Schwetzinger SWR Festspielen.

Sonntag, 29. Dezember 2013

Rokokotheater Schwetzingen: Traetta - Ifigenia in Tauride, 28.12.2013

In der Reihe des Heidelberger Theaters "Winter in Schwetzingen" präsentiert man in diesem Jahr einen weiteren heute weitgehend unbekannten Komponisten der neapolitanischen Schule: Tommaso Traetta (*1727 †1779) komponierte über 40 Opern . Der deutsche Schriftseller Wilhelm Heinse  schrieb um 1790: »Traetta hat ein erstaunlich reines zartes Gefühl. In seinem Herzen muß manche Leidenschaft in ihrer Fülle gekämpft haben; er trifft auf ein Haar den Ton von Traurigkeit, Schauder, Schrecken, kühnen Entschlüssen, Übergängen aus einer Leidenschaft in die andre; und besonders von dem Leiden edler Seelen.« Traetta war einer der großen Opern-Komponisten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und steht neben anderen heute oft vergessenen Namen: Hasse, Jommelli (der 16 Jahre lang Hofkapellmeister am würtembergischen Hof war), Majo, Graun, Piccini  oder der Reformator Gluck, der heute auch für viele der einzige Name ist, der zwischen Händel und Mozart bekannt geblieben ist.

Montag, 31. Dezember 2012

Rokokotheater Schwetzingen: Porpora - Polifemo, 30.12.2012

Im Schwetzinger Rokokotheater wird zur Zeit eine deutsche Erst(!)aufführung präsentiert: die Oper Polifemo von Antonio Porpora, die vor 278 Jahren uraufgeführt wurde. Für Anhänger von Barockopern lohnen die 30 Minuten Fahrt von Karlsruhe in die ehemals kurpfälzische Sommerresidenz.