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Sonntag, 11. Dezember 2022

Wagner - Der fliegende Holländer, 10.12.2022

Thema verfehlt
oder
Das Märtyrermärchen als Außenseitertragödchen
Richard Wagner gilt als der Erfinder der Schwertransporte, seine Opern schicken ganze Lastzüge in Richtung Erlösung. Doch was ist diese Erlösung? Wer sich ihrer annimmt, muß dem musikalischen Charakter des Schwertransports entsprechen oder es droht, am Läppischen zu scheitern. Letzteres geschah gestern. Wie bereits vor drei Wochen bei Giselle im Ballett weiß man mit dem Romantik-Element im Geschehen nichts anzufangen, ersetzt Transzendenz durch Immanenz und Geheimnis durch Lappalie. Das sich ergebende szenische Ergebnis ist ungewöhnlich reizlos und belanglos. Für eine banale Inszenierung ohne Triftigkeit erhielt die Regie verdientermaßen Ablehnung und Buh-Rufe, doch auch musikalisch und sängerisch war die gestrige Holländer-Premiere nicht zufriedenstellend.

Samstag, 19. Mai 2018

Festspielhaus Baden-Baden: Wagner - Der fliegende Holländer, 18.05.2018

Vom Schatten ins Licht und Glück im Pech - Der fliegende Holländer begann schwach und gewann stetig an Kontur und Kraft und mit Elena Stikhina als Senta hatte man eine grandiose Überraschung - ein Namen, den man sich unbedingt merken muß.

Sonntag, 3. November 2013

Wagner - Der fliegende Holländer, 02.11.2013

Für die erste Operngala der Spielzeit hat man Achim Thorwalds Inszenierung aus dem Jahr 2005 aus dem Fundus geholt, bei der sich die Holländer-Geschichte nur in der überspannten Phantasie Sentas abspielt, die am Ende an der Seite Eriks ein Happy-End erlebt - so zumindest in der ursprünglichen Version; gestern starb Senta und beraubte die Inszenierung ihrer Pointe.

Für den ursprünglich als Holländer angekündigten und in Karlsruhe noch bspw. als Barak in Strauss' Frau ohne Schatten bekannten Marcus Jupither hatte man ca. 10 Tage zuvor Tomasz Konieczny als Ersatz bekannt gegeben. Der 1972 in Polen geborene Bassbariton erwies sich als Glückgriff! Mit seiner durchdringenden, düster-kernigen und klaren Stimme lieferte er ein eindrucksvolles Rollenporträt und beeindruckte stark. Für seinen Auftritt lohnte sich der Besuch der gestrigen Gala.
Es gab gestern auch ein schönes Wiederhören mit Manuela Uhl die von 1995 bis 2000 ihr erstes Engagement in Karlsruhe hatte und bereits damals einige große Rolleninterpretationen lieferte, bspw. als Marguerite in Gounods Faust in der Inszenierung von Thomas Schulte-Michels (und Konstantin Gorny als grandiosem Mephisto). Bei Thorwalds Inszenierung befindet sich Senta für die komplette Dauer der pausenlosen Oper auf der Bühne und muß ca. 55 Minuten warten, bevor sie zum ersten Mal singen darf. Vielleicht lag es daran, daß Uhl die Ballade nicht ganz so beeindruckend gelang. Danach steigerte sich sich und gestaltete ihre Partie sicher und überzeugend.
Als dritter Gast sang Reinhard Hagen mit sehr schöner und sonorer Stimme einen  fast schon zu noblen Daland.

Fazit: Eine gelungene, spannende und schöne Aufführung, bei der Chor, Orchester, hauseigene und geladene Sänger gleichermaßen zum harmonischen Gesamteindruck beitrugen.

Besetzung:
Holländer - Tomasz Konieczny
Daland - Reinhard Hagen
Senta - Manuela Uhl
Erik - Zurab Zurabishvili
Mary - Rebecca Raffell  
Steuermann - Steven Ebel    
Musikalische Leitung - Johannes Willig