Die Vergangenheitsbewältigung der anderen
Tiger und Löwe handelt vom sozialistischen Terror unter Stalin, der in den Ländern der früheren Sowjetunion noch immer nicht aufgearbeitet wurde. In den Archiven verstecken sich die traurigen Schicksale und werden vergessen. Tiger und Löwe erzählt erfundene Geschichten von Opfern mit wahrem Hintergrund, die sich 1937 in Georgien abspielten. Autor Davit Gabunia ist Dramaturg am Royal District Theatre im georgischen Tiflis, das er zusammen mit Regisseur Data Tavadze seit 2008 leitet. "Tiger und Löwe ist das erste Theaterstück, das an die Säuberungen der
Stalinzeit erinnert, vor allem an die vielen Künstler, die im „Großen Terror“ gefoltert, verschleppt und ermordet wurden", erläutert das Programmheft. Leider reichen gut gemeinte Absichten nicht aus, um daraus ein bemerkenswertes Theaterstück zu machen. Tiger und Löwe ist szenisch über weite Strecken zu statisch, bedeutungsschwanger und düster erstarrt, dramaturgisch schwerfällig und sprachlich gestelzt - ein pausenloses Stück, das man besser im Studio hätte zeigen können, das aber als Abo-Produktion im Kleinen Haus qualitativ fehlplatziert erscheint (und das mal wieder die große Frage aufdrängt, wieso man sich am Karlsruher Schauspiel so schwer tut und uninspiriert bei der Stückeauswahl zeigt).
Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2011/12 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.
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