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Mittwoch, 7. August 2013

Badisches Staatstheater erhält wenig Anerkennung von Kritikern

Mit Auszeichnungen und Preisen ist das so eine Sache. Ihr künstlerischer Wert und ihre Aussagekraft sind oft diskutabel. Frühere Karlsruher Intendanzen verbuchten solche Erfolge in der Regel auch nur einmalig und ohne großes Trara in der damals noch monatlich erscheinenden Theaterzeitung.

Für die neue Karlsruher Intendanz sind Auszeichnungen hingegen wichtige Bestätigung der eigenen künstlerischen Arbeit. Während der ganzen letzten Spielzeit schmückte man sich mit Titeln für beste Programmzusammenstellungen bzw. als vermeintlich drittbestes Theater der Spielzeit 11/12 (Slogan in Karlsruhe: "Danke für Bronze").
Wenn dies nicht aus Prahlerei und Opportunismus geschah, könnte man die Abfertigung für die Spielzeit 12/13 bei der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Die Deutsche Bühne“ als Ohrfeige empfinden. Letztes Jahr wurde man von der Zeitschrift noch als drittbestes Theater der Spielzeit 11/12 gekürt ("Danke für Bronze"). Dieses Jahr fällt man deutlich ab.

54 Kritiker, davon 12 aus Baden-Württenberg, gaben in verschiedenen Kategorien ihre Bewertungen für bundesdeutsche Bühnen ab. Zwanzig mal wurde das Stuttgarter Staatstheater genannt, zwei mal das Karlsruher Staatstheater. Doch besonders alarmierend ist, daß im Vergleich mit Karlsruhe neben dem Freiburger Theater auch das Heidelberger besser abschneidet und beide sich den Titel für "Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren" teilen. So beginnt der einleitende Text zur Kritikerumfrage von „Die Deutsche Bühne“ mit dem Hinweis, daß  "Stuttgart, Heidelberg oder Freiburg ... auf dem Siegertreppchen" stehen. Der Südwesten steht also hervorragend da. Die künstlerische Leistung in Karlsruhe findet hingegen nur wenig Anerkennung bei denen, die Vergleichsmöglichkeiten haben und verliert gegenüber kleineren Bühnen.
Hier der Link zu dem im Internet abrufbaren kurzen Überblick von „Die Deutsche Bühne“:
  
Das Badische Staatstheater befindet sich also im künstlerischen Niemandsland - wenig gewürdigt, wenig wahrgenommen und nur noch ein Geheimtipp für Musical-Fans, die nach Starlight Express, König der Löwen, Miss Saigon etc. ihre Sammlung durch Dylan und Rio Reiser ergänzen wollen. Auch im neuen Theatermagazin (Nr. 8) spielt die bevorstehende Premiere von Verdis Maskenball nur noch eine marginale Rolle. Seitenlang berichtet man hingegen über Rio Reiser. Die Oper, lange das Karlsruher Aushängeschild, scheint einen geringeren Stellenwert einzunehmen als früher.

Kann das
Badische Staatstheater mit anderen wichtigen Spielstätten überhaupt noch konkurrieren? Ja! Aber mit Einschränkungen. Anspruch und Leistung stimmen nicht überall und es gilt, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, wenn man nicht bereits in der Mitte des Intendanzvertrags als ideenlos dastehen will. Überhaupt würde es dem Badischen Staatstheater gut tun, sich im dritten Jahr der Intendanz auf alte Stärken zu konzentrieren. In der Oper ist das Potential vorhanden. Hier wird es entscheidend sein, daß Maskenball, Fledermaus und Meistersinger Erfolge werden und die Spielplanvielfalt steigt. Das Ballett und die Konzerte der Badische Staatskapelle sind auf dem richtigen Weg.  
Über die größte Baustelle und Problemzonen im Schauspiel wurde in diesem Blog wiederholt geschrieben (mehr dazu hier). Hier ist der Qualitätsverlust deutlich und man muß kräftig gegensteuern, um wieder in tiefere Wasser zu kommen und um nicht in bundesdeutscher Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Die Vorschau für die kommende Spielzeit war stark enttäuschend. Dazu benötigt man neue Hauptrollen-Schauspieler und man kann nur hoffen, daß man eine glückliche Hand bei der Verpflichtung neuer Schauspieler hat. Das Frankfurter Schauspiel -ein Einspartenhaus- bekam alleine elf Nominierungen bei obiger Umfrage (hier ein Besuchsbericht) und könnte als Vorbild dienen.
 

"Danke für Bronze" konnte ich nie ernst nehmen. Die diesjährige Niederlage bei den Kritikern ebenso wenig. "Die Deutsche Bühne“-Umfrage liefert Momentaufnahmen und Stimmungen, Wechsel und Wandel werden oft stärker wahr genommen als konstante Arbeit und wer hat, dem wird bekanntlich auch gegeben. Stuttgart hat finanzielle Mittel und Sponsoren wie EnBW, Daimler und Porsche zur Verfügung, von denen andere nur träumen können. In diesem Jahr gibt die Kritikerumfrage also nur zufällig ein Indiz für etwas, dem dieser Blog auf der Spur ist: einem fehlenden künstlerischen Qualitätsschub der Karlsruher Bühne.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Rückblick (3): Die Spielzeit 2012/13 des Badischen Staatsheaters

Die Spielzeit 2012/13 ist fast zu Ende. Die normale Betriebstemperatur sollte erreicht sein. Nach zwei Spielzeiten wird es Zeit für Standortbestimmungen: Das Badische Staatstheater in Karlsruhe - das ist Ballett und Singspiele für die Massen, Oper und Konzerte für Liebhaber, ein Sprechtheater in der Krise, das sich auf Schüler- und Jugend-Theater konzentriert sowie ein Kindertheater, das sich schnell etabliert zu haben scheint.
 
Zuschauerzahlen haben sich normalisiert
Fast 100 Vorstellungen mehr als in der letzten Saison, ein Anstieg um über 12% auf 883 Aufführungen, und ein Publikumszuwachs von fast 9%. Man hatte zum ersten Mal seit der Spielzeit 1999/2000 knapp über 300.000 Besucher. Die Auslastung stieg um ca. 3% auf 85%. Doch zeigen diese Zahlen auch, daß Quantität nicht zwangsläufig für Qualität stehen muß. Es gibt anscheinend so viele Vorstellungen wie noch nie (1989/1990: 554 Vorstellungen mit ca 365.000 Zuschauer und 90% Auslastung) und doch fällt es den regelmäßigen Besuchern teilweise schwer, etwas Interessantes im Wochenplan zu finden.

Problemzone Schauspiel
Die beiden ersten Teile Rückblick (1) und Rückblick (2) beschäftigen sich mit der Karlsruher Problemsparte, bei der man im Sprechtheater enttäuschte und sich dagegen erfolgreich auf musikalische Beschallungsstücke sowie Schüler-und Jugendtheater konzentrierte. Schön, daß sich man sich so sehr um diese Gruppen kümmert, aber für den Erwachsenenbetrieb ist das Programm weniger abwechslungsreich als in den Jahren zuvor. Das Karlsruher Schauspiel verpasste dabei zudem den Anschluß an die Qualitätsstandards der letzten Jahre und kann überregional nicht mehr mithalten. Hier kann man nur vordergründig mit der Spielzeit zufrieden sein und darf sich nicht zurücklehnen.
Zu den Zahlen: 73 Vorstellungen mehr als letztes Jahr, davon 62 im Studio (ein Anstieg von 130 auf 192): Der Vorname und das 44 mal gespielte Abituriententhema Agnes waren meistens ausverkauft. Viele andere Produktionen im Studio verschwanden dagegen fast ungesehen vom Spielplan. Wie schon letztes Jahr retteten die beiden Singspiele die Bilanz des Schauspiels: ca 30% der 75.000 Besucher waren in Alice und Dylan.

Die Höhepunkte gab es in der Oper
Originell und spannend ist die Oper. Nicht nur in der Programmauswahl, sondern auch bei den Inszenierungen. Zu Beginn der Spielzeit rettete man den thematisch etwas unzeitgemäßen Tannhäuser durch eine optisch überzeugende Aufführung. Der Vetter aus Dingsda war musikalisch eine Meisterleistung, La Vestale eine schöne Rarität und wie die Regimentstochter solide umgesetzt. Die Passagierin hat vielleicht das meiste Prestige für die Karlsruher Oper gebracht und Peter Grimes war eine fesselnde Produktion. Die Händel-Festspiele enttäuschten etwas, doch die Vorschau für 2014 lässt kommende Spielzeit eine der bisher schönsten Festspielwochen erhoffen. 
Die Opern, die auch für ein sehr breites Publikum tauglich sind, holt man überwiegend aus dem Repertoire vergangener Intendanzen. (Erfolgreich waren in diesem Jahr bspw. Carmen, Zauberflöte und die einmalige Nibelungenring-Aufführung.) Dennoch wirkten die Wiederaufnahmen (bei denen  wahrscheinlich  nicht nur ich dachte: "schon wieder") auf einige langjährige Besucher ein wenig ermüdend. Doch auch hier scheint eine Relativierung notwendig, denn man muß sich bei dem bedienen, was in den Lagerräumen steht. Und hier könnte Achim Thorwald einiges entsorgt haben, was man als Zuschauer nun vermisst. Es wäre interessant zu wissen, was man überhaupt vor 2 Jahren als Repertoire im Lager vorfand.
Unzufrieden kann man darüber sein, daß der Spielplan nicht den Abwechslungsreichtum bot, den man gewohnt war. Wo die Entscheidung, was man unter der Woche besucht vor zwei Jahren gut durchdacht sein wollte, bekam man z.B. im Frühsommer wochenlang fast immer nur das gleiche Programm geboten.
Würde man nur auf die Besucherzahlen schauen, dann müßte man sich um die Oper die meisten Sorgen machen: in 143 Vorstellungen hatte man 102.118 Zuschauer, das letzte Jahr der Thorwald-Intendanz zog in 123 Vorstellungen 104.405 Besucher an. Hier muß sich Schaback bei Spielplanvielfalt und Programmauswahl also noch steigern. Mit dem Maskenball, der Fledermaus und den Meistersingern könnte dies nächste Spielzeit gelingen.  
Auffällig ist, wie sehr sich die Strategie des Musiktheaters von der des Schauspiels unterscheidet. Schaback/Feuchtner laufen dem Publikum nicht hinterher, sondern verfolgen in den ersten beiden Spielzeiten ihre eigene künstlerische Linie, von der in Karlsruhe vor allem die Opernliebhaber profitieren, bekommt man doch fast nur Werke zu hören, die es sehr lange nicht mehr oder noch nie in Karlsruhe auf dem Spielplan standen. Vor einem Jahr ließ man sich bereits übertriebenerweise für das "beste" Opernprogramm feiern - mit Blick auf dann drei Spielzeiten kam man aber in jedem Fall ein wirklich interessantes Programm feststellen. Die Oper ist in Karlsruhe die Sparte, die aufgrund ihrer künstlerischen Leistung mehr Zuschauer verdient hätte. Also ein Glückwunsch und vielen Dank an Joscha Schaback und Bernd Feuchtner, die Sänger sowie den Karlsruher Chor mit Ulrich Wagner und alle anderen Beteiligten. Ich freue mich auf die kommende Spielzeit.
  
Symphoniekonzerte - Best of Anthony Bramall in Kazushi Ono Style
Es war ein sehr gutes Jahr, das vor allem durch die Solisten begeisterte: Boris Berezovsky, Benjamin Moser, Maximilian Hornung, Gidon Kremer - hochkarätige Künstler gab es zu hören. Viel bekanntes Repertoire der letzten ca 10 Jahre wurde in dieser Spielzeit gespielt, also Stücke, die bereits Anthony Bramall auf das Programm setzte. Nächstes Jahr gibt es dazu im Gegensatz sehr viele Raritäten, die ihre  Publikumstauglichkeit beweisen müssen. Wie schon beim früheren GMD Kazushi Ono setzt man in den Konzerten auch wieder stärker auf Zeitgenössisches und Unbekanntes. Justin Brown ist als GMD nicht nur unumstritten, sondern beim Publikum in hohem Maß beliebt und akzeptiert. Auch hier kann man sich auf die nächsten Konzerte freuen.

Publikumslieblinge - Ballett im bewährten Modus
Das Ballett bleibt weiterhin die Sparte mit der höchsten Auslastung - fabelhafte 94 %! Diese Spielzeit hatte einen Übergangscharakter. Nach den gefeierten Uraufführungen der vorangegangen Spielzeit (Siegfried und Momo) gab es die Wiederaufnahme von Giselle und eine deutsche Erstaufführung: das kurze, knapp einstündige Ballett In den Winden im Nichts kann öfters getanzt werden und hatte mit ca 12.500 Besucher den höchsten Ballett-Zuspruch der Saison. Schwanensee, Nußknacker und Giselle waren ständig ausverkauft und erreichten sogar 100% Platzauslastung.
Birgit Keil hat bisher immer verstanden, die richtigen Werke für Ihre Kompagnie auszusuchen und dennoch muß man ein wenig darauf achten, nicht zu sehr in Tschaikowsky-Programm-Routine zu geraten. Dornröschen wird nächste Spielzeit ein großer Erfolg, das Karlsruher Publikum hat ein Faible für klassisches Handlungsballett. Oder fehlt nur die richtige Alternative, bspw. ein musikalisches moderneres Ballett abseits der Klassiklinie?

Das Junge Staatstheater
Innerhalb von zwei Jahren etabliert und mit starker Ausstrahlung. Hier scheint die einzige wichtige neue Errungenschaft der letzten zwei Jahre zu sein. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Besucherzahl um 10 % auf 34.000 gestiegen, davon über 21.000 im Weihnachtsmärchen Die zertanzten Schuhe. 453 Schulen haben das Theater besucht (170 mehr als im Vorjahr) und das konnte man auch bei Schauspielbesuchen bemerken: dort profitierte man von den vielen Schülern, die bspw. durch Agnes, Dantons Tod, Werther etc. geschleust wurden und die Zuschauerzahlen wachsen ließen.

Zur Außendarstellung - Intensiver Selbstapplaus
Eigenlob stinkt, so heißt es zumindest in der Umgangssprache und wer glaubt, daß dieser Satz treffend ist, der wird im Verlauf der letzten beiden Spielzeiten erstaunt zur Kenntnis genommen haben, daß man auf der Internetpräsenz des Badischen Staatstheaters nicht nur -und völlig zu Recht- positive Rezensionen über die eigene Arbeit veröffentlicht, sondern auch selber darüber schreibt, was man vermeintlich Tolles geleistet hat. Unfreiwillig komisch wird es immer dann, wenn das Zentralkomitee des Badischen Staatstheaters nach Premieren bekannt gibt, wie seine eigene Arbeit zu beurteilen ist
und die Feelings beschreibt, die es mit seinen Inszenierungen meint, ausgelöst zu haben. In der vorangegangenen Spielzeit fand man sich oft "berührend". Man schwärmte über die berührende Kraft der eigenen Arbeit, man konnte in den offiziellen Mitteilungstexten die Rührung darüber spüren, sich berührend zu fühlen. In letzter Zeit ist das Lieblingswort des Badischen Staatstheaters "intensiv". Man beschreibt sich selber damit und wäre es so gerne: intensiv wahrgenommen, intensiv gefragt, intensiv rezipiert, bestimmt auch intensiv bezahlt. Tatsächlich ist man im Schauspiel überwiegend intensiv langweilig, im Ballett und bei Singspielen dafür intensiv beliebt und in Oper und Konzert intensiv auf Kurs. Nächstes Jahr wird man sich dann vielleicht als "intensiv berührend" oder "berührend intensiv" bezeichnen. Wer sich über die Humorlosigkeit des Schauspiels beschwerte, kann sich zumindest über die unfreiwillig komische Selbstdarstellung amüsieren. Man scheint also weder den eigenen Produktionen noch dem Publikum zu vertrauen und erweckt den Eindruck, als fühle man sich nicht richtig gewürdigt und schreibe sich deshalb gerne selber schön. So wundert es nicht, welches Schauspiel auch zukünftig zu erwarten sein wird. Schon jetzt kann man prognostizieren, daß man auch zukünftig die Selbstapplausmühle für das wieder-mal-nicht-so-Besondere heftig drehen wird. Einen unguten Beigeschmack werden dabei einige aufmerksamere Zuschauer nicht ignorieren können. Oder geht es hier nur um die anstehende Vertragsverlängerung der bis 2016 engagierten aktuellen Intendanz?
  
'And the winner is' oder 'Mehr Schein als Sein'
Heute gehört es also zum fragwürdigen Ton, sich selber anzupreisen und die vermeintlichen eigenen Verdienste ins Rampenlicht stellt. Dazu passen auch die obskuren Preise, die man verliehen bekommen hat, vor allem, weil es Theorie-Preise sind, bei denen es nicht um die Qualität der künstlerischen Arbeit und Aufführungen geht, sondern um aus der Ferne bewertete Konzepte. Auf den Programmheften und sonstigen Publikationen bedankte man sich für die Preise, als wüsste man genau, daß man sie weniger durch harte Arbeit verdient als vielmehr verliehen bekommen hat.

Zum Abschluß ein Ergebnis: 37:5  
37:5 - so meine persönliche Statistik zugunsten des Badischen Staatstheater, das ich in dieser Spielzeit an 42 Abenden nur fünfmal enttäuscht verließ. Dennoch hinterließ die Spielzeit nur den Eindruck einer normal durchschnittlichen Saison mit Höhen und Tiefen und immer wieder fand ich nichts im Wochenprogramm, was mich interessierte oder ein zweites mal sehen wollte. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit sah ich mir wieder verstärkt das Programm der umgebenden Städte an, um Alternativen an freien Abenden zu finden.
   
FAZIT: Eine durchwachsene Spielzeit mit Licht und Schatten, deren Glanzpunkte musikalisch gesetzt wurden. Die neue künstlerische Leitung des Staatstheaters hat die langjährige Akzeptanz beim Publikum aufrecht erhalten können und durch Singspiele, Schüler-und Kinder-Programme sogar Publikumsgewinne erzielt. Das Schauspiel bleibt die Problemzone und kann mit anderen wichtigen Theatern nicht konkurrieren.

In eigener Sache:
HERZLICHEN DANK für die vielen sehr guten Kommentare, die diesem Blog im Verlauf des Jahres zu zahlreichen neue Aspekten verhalfen!
Für mich immer noch überraschend, daß dieses kulturelle Wahrnehmungstagebuch so viele Leser findet und sich deren Anzahl im Verlauf der Spielzeit mehr als verdoppelt hat. Ich nehme es als gutes Zeichen für das Interesse an den Menschen, die in den 883 Vorstellungen dieser Spielzeit ihren Zuschauern so viel Glück und Spannung schenkten. Deshalb HERZLICHEN DANK vor allem an alle Mitarbeiter des Badischen Staatstheater für ein bei meinen Besuchen stets reibungsloses und professionelles Jahr!


ÜBERSICHT:

Oper:

Barry - The Triumph of Beauty and Deceit
Berlioz - Die Trojaner
Bizet - Carmen
Britten - Peter Grimes
Delius - Romeo und Julia auf dem Dorfe
Donizetti - Die Regimentstochter
Händel - Alessandro
Händel - The Triumph of Time and Truth
Künneke - Der Vetter aus Dingsda
Spontini - La Vestale
Wagner - Rheingold
Wagner - Die Walküre
Wagner - Tannhäuser
Weinberg - Die Passagierin

Ballett:
Giselle
In den Winden im Nichts
Der Nußknacker
Siegfried

Schauspiel:
Delaporte/Patelliere - Der Vorname
Richter - My Secret Garden
Schnitzler  - Der einsame Weg
    
Singspiel
Waits - Alice
  
Jugend-/Schülertheater:
Büchner - Dantons Tod
Kleist - Prinz Friedrich vom Homburg
Shakespeare - Wie es euch gefällt 
Stamm - Agnes
Tschechow - Die Möwe

Konzerte:
8 Symphoniekonzerte + Schönberg - Gurrelieder

Diverses:
Händel Festspiele 2013
Theaterfest 2013
Zuschauerumfrage + Publikumsanalyse


PS: Nur zum privaten Gebrauch / persönliche Statistik für die Spielzeit 2012/2013:
19 Opernbesuche / 13 Produktionen
3 Schauspielbesuche / 3 Produktionen
1 Singspielbesuch / 1 Produktion
5 Jugend-/Schülertheater-Besuche / 5 Produktionen
9 Konzertbesuche / 9 Konzerte
4 Ballettbesuche / 4 Produktionen
Theaterfest
Fazit: 42 Abende im Badischen Staatstheater. Es gab schon deutlich bessere Jahre.

Dienstag, 9. Juli 2013

Rückblick (2): Problemzone - Das Karlsruher Schauspiel in der Spielzeit 2012/13

Gefällt Ihnen zur Zeit das Schauspiel des Badischen Staatstheaters?
Ja? Sie Glückliche/r! Dann müssen Sie hier nicht weiterlesen.
Nein? Dann könnten Sie sich in meinen zahlreichen Mangel- und Leidenswahrnehmungen vielleicht wiedererkennen.

Freitag, 3. Mai 2013

Rückblick (1): Die große Enttäuschung. Das Karlsruher Schauspiel in der Spielzeit 2012/13

Wenn Leidenschaft Leiden schafft
Ich würde so gerne etwas Gutes über das Karlsruher Schauspiel berichten. Seit fast 25 Jahren pflege ich diese Leidenschaft und fühle mich besonders dann motiviert, etwas für mich aus einer Inszenierung zu ziehen, wenn ich sie als sperrige und schwierige Herausforderung sehe. Seit zwei Jahren wird diese Zuneigung auf die bisher härteste Probe gestellt, denn dem Schauspiel kann ich nur noch sehr wenig abgewinnen. Bei fast allen Vorstellungen erlebe ich einen Dimensionsverlust, wie ich ihn sonst nur bei Besuchen von schlechteren Bühnen (als das Badische Staatstheater war und sein sollte) kenne. Die qualitativen Unterschiede zu kleineren Bühnen sind nicht mehr deutlich. Die Leuchtturmqualitäten, die ich von einem Staatstheater erwarte, nehme ich nicht mehr wahr. Das Schauspiel hat für mich ein durchschnittliches und langweiliges Mittelmaß erreicht. Welche Gründe gibt es dafür?

Freitag, 8. März 2013

Karlsruher Theaterglück

Fernab von allen Krise-der-Theater-Diskussionen muß man beispielhaft dieses Wochenende im Badischen Staatstheater beobachten:

Im Großen Haus kommen Der Vetter aus Dingsda (Freitag), Tosca (Samstag) und die Zauberflöte (Sonntag) - und alle drei sind ausverkauft - oder so gut wie. Wenn man bedenkt, daß die Inszenierungen von Tosca und Zauberflöte bereits über 10 Jahre im Programm sind, dann sieht man, daß Karlsruhe ein Theater-freundliches, ja Theater-begeistertes Publikum hat.

Aber nicht nur in der Oper, auch im Schauspiel steht ein gutes Wochenende bevor: Im Studio sind Agnes (Freitag) und Der Vorname (Sonntag) ebenfalls ausverkauft, im Kleinen Haus sind Alice (Freitag), Die Möwe (Samstag) und Der Einsame Weg (Sonntag) gut besucht.

Über 4000 Zuschauer in 3 Tagen - liebes Badisches Staatstheater, einige wenige denken nun vielleicht, das wäre das Ergebnis langwieriger theoretischer Überlegungen zur Programmzusammenstellung, aber tatsächlich ist eine Verbeugung vor euren Künstler, Technikern und Mitarbeitern fällig UND vor allem eine Verbeugung vor dem Karlsruher Publikum, das mit soviel Geduld, Interesse und Enthusiasmus für ihr Staatstheater in das Haus an der Baumeisterstraße strömt - und das nicht nur seitdem die "Helden" der neuen Intendanz versuchen, ihre Duftmarken zu setzen, sondern schon seit Jahrzehnten. Solche ausverkauften Wochenenden sind nichts Neues in der Fächerstadt und man könnte den Eindruck gewinnen, daß den Karlsruher Bürgern der hohe Stellenwert ihres Staatstheaters gerade wieder stärker bewußt wird. Karlsruher Theaterglück ....

Freitag, 18. Januar 2013

Noch kein Publikumszuwachs im Badischen Staatstheater

Betrachten wir mal die Momentaufnahme, die das Badische Staatstheater heute veröffentlicht hat:

"Die Bilanz der ersten Monate, September bis Dezember, der Spielzeit 2012/13 kann sich sehen lassen. Ein Vergleich mit den letzten sechs Spielzeiten zeigt, dass in diesem Zeitraum erstmals mit 103.643 Besuchern die 100.000er Marke überschritten wurde. Der entsprechende Durchschnitt der letzten sechs Spielzeiten lag bei rund 93.000 Besuchern"

Nur gab es in den vergangenen Jahren bis 2010/2011 noch kein Kinder- und Jugendtheater. In der Saison 2011/2012 hatte man laut Staatstheater über 50.000  Kinder und Jugendliche erreicht, also ca 5000 pro Monat. Wenn sich diese Rate gehalten hat, kann man wohl mindestens 10.000 Besucher von der offiziellen Statistik der ersten drei Monate abziehen und liegt damit (bestenfalls) auf dem Niveau der Vorjahre.

Glückwunsch! Das Badische Staatstheater ist auf Kurs und hält im Erwachsenenbetrieb die Zuschauerzahlen der letzten Jahre ungefähr konstant, kann sich aber durch seine bravouröse organisatorische Leistung im Kindertheater ein Publikumsplus erarbeiten.

Sonntag, 16. September 2012

Theaterfest, 15.09.2012

Zum Saisonbeginn wurde das abwechslungsreiche Programm des Theaterfests wie gewohnt durch den Spielzeitcocktail beendet. Letztes Jahr gab es zum Intendanzstart Ansprachen und Reden, dieses Jahr konzentrierte sich die 215-minütige Veranstaltung ganz auf das Spartenprogramm.

Samstag, 1. September 2012

Die kommende Spielzeit 2012/13 im Überblick

Am 15. September beginnt die neue Spielzeit des Badischen Staatstheaters mit dem traditionellen Theaterfest. Das Programm der neuen Saison ist vielversprechend. Hier eine Übersicht für 2012/13 in den Sparten Oper, Ballett, Schauspiel und Konzerte.


OPER

Die Premieren der neuen Spielzeit sind sehr gut gewählt: vieles, was man selten oder in Karlsruhe lange nicht mehr gehört hat, ergänzt von etablierten (und teilweise betagten) Wiederaufnahmen, in denen die jungen Sänger debütieren werden.
Höhepunkte gibt es einige: zu Beginn Wagners Tannhäuser, bei der ein Einfall der Bayreuther Festspiele von 1972 wiederholt wird. Der damalige Regisseur Götz Friedrich hatte die Rollen der Venus und Elisabeth mit der gleichen Sängerin besetzt. John Treleaven singt Tannhäuser, Heidi Melton und Christina Niessen wechseln sich in der Doppelrolle als Elisabeth/Venus ab.
Im Januar folgt die große französische Oper La Vestale des italienischen Komponisten Gaspare Spontini mit Barbara Dobrzanska in der Hauptrolle als Vestalin. La Vestale wurde einst mit großem Pomp vor Napoleon uraufgeführt und war ein großer Erfolg. Viele Komponisten -darunter auch Berlioz und Richard Wagner (der bei Spontini einige Inspirationen fand)- sahen sie als Meisterwerk. Eine Oper, deren Hauptrolle auch Maria Callas sang.
Die Händel Festspiele sind diesmal in Englisch: ein spätes Oratorium, ergänzt durch eine zeitgenössische Oper von Gerald Barry, inszeniert von einem englischen Team. Man darf gespannt sein.
Im April Donizettis Regimentstocher - eine komische Oper, die Sopran und Tenor sehr viel abverlangt und bei der sich Eleazar Rodriguez an die gefürchtete Arie mit neun zweigestrichenen C's traut. Nachdem in den letzten Jahren das Bel Canto Repertoire etwas vernachlässigt wurde, ist das hoffentlich der Einstieg in eine weitere Reihe.
Zum Abschluß Benjamin Brittens "englische Nationaloper" Peter Grimes, die für John Treleaven und Justin Brown zweifellos eine Herzensangelegenheit ist und die mit einigen englischen Muttersprachlern besetzt werden kann.
Bei der Wiederaufnahme der "alten" Carmen im November werden wohl Katharine Tier in der Titeltrolle und Andrea Shin als Don José singen.
Wagners Ring des Nibelungen wird als Gast Linda Watson als Brühnhilde bieten. Lance Ryan könnte in Siegfried zurückkehren. In der Götterdämmerung und als Siegmund wird wohl John Treleaven auftreten, Heidi Melton als Sieglinde und Gutrune, Renatus Meszar als Wotan.

TERMINE
07.10.12    TANNHÄUSER     Oper von Richard Wagner
Regie: Aron Stiehl, Bühne und Kostüme: rosalie

08.12.12    DER VETTER AUS DINGSDA     Operette von Eduard Künneke
R: Bernd Mottl  B: Friedrich Eggert

26.01.13    DIE VESTALIN     Oper von Gaspare Spontini
R: Aron Stiehl B: Frank Philipp Schlößmann K: Franziska Jacobsen

16.02.13    DER SIEG VON ZEIT UND WAHRHEIT     Oratorium von Georg Friedrich Händel
und DER SIEG VON SCHÖNHEIT UND TÄUSCHUNG     Oper von Gerald Barry
R: Sam Brown B & K: Annemarie Woods

 
20.04.13 DIE REGIMENTSTOCHTER     Oper von Gaetano Donizetti
R: Aurelia Eggers
 
18.05.13 DIE PASSAGIERIN     Oper von Mieczysław Weinberg (Deutsche Erstaufführung)
R: Holger Müller-Brandes B & K: Philipp Fürhofer
 
06.07.13 PETER GRIMES     Oper von Benjamin Britten
R: Christopher Alden

Wiederaufnahmen
23.09.2012    Ritter Blaubart / Offenbach
10.10.2012    Rigoletto / Verdi
14.10.2012    Romeo und Julia auf dem Dorfe / Delius
26.10.2012    Wallenberg / Tüür
03.11.2012    Carmen / Bizet
24.11.2012    Hänsel und Gretel / Humperdinck
25.12.2012    Die Zauberflöte / Mozart
13.01.2013    Die Trojaner / Berlioz
20.02.2013    Alessandro / Händel
09.03.2013    Tosca / Puccini
27.03.2013    Das Rheingold / Wagner
28.03.2013    Die Walküre / Wagner
30.03.2013    Siegfried / Wagner
01.04.2013    Götterdämmerung / Wagner
22.06.2013    Die Hochzeit des Figaro / Mozart  

Hier eine Übersicht der geplanten Operngalas als pdf und hier die Opern-Übersicht


BALLETT

Nach den beiden großartigen Uraufführungen des letzten Jahres erleben wir die Wiederaufnahme des Klassikers Giselle und eine deutsche Erstaufführung von Heinz Spörli.
Giselle, Nußknacker, Schwanensee, vor einigen Jahren z.B. die großartige Choreographie zu Prokofiews Romeo und Julia, zukünftig hoffentlich auch Siegfried und Momo - diese Ballette haben unter den Besuchern des Karlsruher Staatstheater den Status erreicht, den zuletzt die Operninszenierungen Giancarlo del Monacos in den 1980er inne hatten: man sieht sie gerne öfters, ja man kann sie über lange Zeit regelmäßig sehen und man wünscht sich eine lange Laufzeit. Noch heute sind del Monacos Inszenierungen von La Bohème, Madama Butterfly oder Lucia di Lammermoor unvergessene Meilensteine, die unter den Zuschauern fast schon einen Kultstatus erreicht haben. Birgit Keil scheint es auch zu schaffen: Klassiker zu präsentieren, die im schnelllebigen Inszenierungsgeschäft überleben.

TERMINE
GISELLE     Ballett von Peter Wright nach Marius Petipa, Jean Coralli; Jules Perrot
NEUEINSTUDIERUNG
17.11.12 GROSSES HAUS

IN DEN WINDEN IM NICHTS     Ballett von Heinz Spoerli (Deutsche Erstaufführung)
16.03.13 GROSSES HAUS

Wiederaufnahmen:
22.09.12 Momo
11.12.12 Nußknacker
01.02.13 Schwanensee
31.05.13 Siegfried

Hier der Link zum Ballettheft als pdf-Datei


SCHAUSPIEL

Eine neue Strategie präsentiert das Schauspiel im Kleinen Haus: bekannte und attraktive Werke großer Autoren, auf die man sich als Theaterfreund freuen kann: Tschechows Möwe, Büchners Dantons Tod, Schnitzlers Einsamer Weg, Shakespeares Wie es Euch gefällt und Kleists Prinz Friedrich von Homburg. Hoffentlich und endlich die Chance für die Schauspieler, den Facettenreichtum ihres Könnens zeigen zu dürfen. Hoffentlich dazu Inszenierungen, die sich vom uninteressanten Durchschnitt der letzten Spielzeit absetzen. Im Studio viel Neues, Unbekanntes und Adaptionen - also weiterhin eher Experimentelles mit durchschnittlichem Attraktivitätsfaktor. Hier muß die Schauspielleitung beweisen, daß sie die Stücke mit Bedacht ausgewählt hat. Auch weiterhin scheint man sich mit Humor schwer zu tun - Shakespeare liefert anscheinend die einzige Komödie. Man kann hoffen, daß im zweiten Jahr endlich eine Erfolgsproduktion glückt, über die man spricht und die in Karlsruhe das Schauspiel auch wieder zum positiven Gesprächsthema außerhalb des geschrumpften Stamm-Publikums macht.
Als Musical dazu mal wieder Tom Waits, diesmal mit Alice.

TERMINE
ALICE     Musical von Waits | Brennan | Wilson | Schmidt
27.09.12 KLEINES HAUS
R: Daniel Pfluger
  
MY SECRET GARDEN     von Falk Richter (Deutsche Erstaufführung)
03.10.12 STUDIO
R: Pedro Martins Beja B & K: Christine Beggel M:Jörg Foller
 
DIE MÖWE     Komödie von Anton Tschechow
20.10.12 KLEINES HAUS
R: Jan-Christoph Gockel B: Julia Kurzweg K: Sophie Du Vinage M: Matthias Grübel
 
DANTONS TOD     Drama von Georg Büchner
22.11.12 KLEINES HAUS
R: Simone Blattner

AGNES   nach dem Roman von Peter Stamm (Deutsche Erstaufführung)
24.11.12 STUDIO
R: Christian Papke
 
DER EINSAME WEG     Schauspiel von Arthur Schnitzler
19.01.13 KLEINES HAUS
R: Dominique Schnizer
 
MEDEA     Trauerspiel von Franz Grillparzer
24.01.13 STUDIO
R: Mareike Mikat
 
MÜDIGKEITSGESELLSCHAFT     von Byung-Chul Han
VERSUCH ÜBER DIE MÜDIGKEIT     von Peter Handke
URAUFFÜHRUNG
FEBRUAR 13 STUDIO
R: Stefan Otteni
 
DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER     nach dem Roman von Johann Wolfgang Goethe
10.03.13 STUDIO
R: Gernot Grünewald
 
WIE ES EUCH GEFÄLLT     Komödie von William Shakespeare
21.03.13 KLEINES HAUS
R: Sebastian Schug
 
MÄNNERPHANTASIEN    von Patrick Wengenroth nach Klaus Theweleit
URAUFFÜHRUNG
24.4.13 STUDIO
R: Patrick Wengenroth

AM FALSCHEN ORT     von Alice Monica Marinescu und David Schwartz
URAUFFÜHRUNG / GEWINNER DES DRAMENWETTBEWERBS „ÜBER GRENZEN SPRECHEN“ 2012
FRÜHLING 13 STUDIO

 PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG     Ein Schauspiel von Heinrich von Kleist
16.05.13 KLEINES HAUS
Regie: Martin Nimz
 
VETERANEN DES RASENS     Ein KSC-Projekt von Tobias Rausch
16.06.13 STUDIO

EINE (MIKRO)ÖKONOMISCHE WELTGESCHICHTE, GETANZT     von Pascal Rambert und Éric Méchoulan
27.06.13 KLEINES HAUS  

EXAMEN     Dramatiker-Projekt / URAUFFÜHRUNGEN im STUDIO

Das Progranm als pdf-Datei des Staatstheater befindet sich hier.


SYMPHONIEKONZERTE

Die Höhepunkte der Konzertsaison sind einerseits die mit namhaften Virtuosen besetzten Termine (der Pianist Boris Berezovsky im ersten und der Violinist Gideon Kremer im achten Konzert. Dazu der junge und bereits gefeierte Cellist Maximilian Hornung sowie der Pianist Benjamin Moser, der 2007 Preisträger des renommierten Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau war). Dann vor allem das zweite Konzert mit einer sehr publikumswirksamen Stückauswahl (Beethoven, Strauss, Wagner, Weber), aber auch fast durchgängig bietet jedes Konzert ein attraktives "Lieblingsstück": Tschaikowskys 6. / Brahms. 4. / Haydns 104. / Bruckners 9. Symphonie, Mozarts Klarinettenkonzert. Dazu Schönbergs groß besetzte Gurrelieder im Dezember als Sonder- und Abschlußkonzert zu den Feierlichkeiten des 350. Orchestergeburtstags.
Bei der Auswahl fällt auf, daß es ein Wiederhören mit Stücken gibt, die es bereits in den letzten Jahren unter Anthony Bramall gab: Mozart (2003), Bruckner (2004), Haydn (2005), Beethoven (2005), Brahms (2007) und Tschaikowsky (2007). Nicht, daß man "schon wieder" sagen möchte. Allerdings hätte es andere Werke gegeben, die länger nicht mehr zu hören waren ....

TERMINE
1.Symphoniekonzert
BRITTEN Sinfonia da Requiem
ADÈS ...but all shall be well
BRAHMS 1. Klavierkonzert (Solist Boris Berezovsky)
16./17.9.12

2.Symphoniekonzert
VON WEBER Oberon Ouvertüre
BEETHOVEN 5. Symphonie
WAGNER Karfreitagszauber
R.STRAUSS Tod und Verklärung
21./22.10.12

3.Symphoniekonzert
BARTOK Rhapsodie für Klavier und Orchester (Solist Benjamin Moser)
TSCHAIKOWSKY 6. Symphonie
25./26.11.12

4.Symphoniekonzert
HÄNDEL Concerto Grosso op6 Nr4
DORMAN Concerto Grosso
TELEMANN Ouvertüre-Suite "La Bourse"
HAYDN 104. Symphonie
24./25.02.13

5.Symphoniekonzert
GREENWOOD 48 Respones to Polymorphia
LUTOSLAWSKI Cellokonzert (Solist Maximilian Hornung)
BRAHMS 4. Symphonie
28./29.04.13

6.Symphoniekonzert
STAUD Tondo
MOZART Klarinettenkonzert (Solist Frank Nebl)
MARTINU 4. Symphonie
26./27.05.13

7.Symphoniekonzert
BRIDGE The Sea
BRITTEN Les Illuminations
MASON  Lighthouses
DEBUSSY La Mer
16./17.06.13

8.Symphoniekonzert
SCHNITTKE 4. Violinkonzert (Solist Gideon Kremer)
BRUCKNER 9. Symphonie
14./15.07.13

Sonderkonzert
SCHÖNBERG Gurrelieder
15./16.12.12


Bei den Kammerkonzerten gibt es ebenfalls Höhepunkte: so singt Bernhard Berchtold im fünften Konzert und es gibt Mozart, Beethoven, Brahms, Strauss und Janacek zu hören. Justin Brown musiziert diese Saison nicht selber.

1.Kammerkonzert, 30.09.12
Johann Melchior Molter    Sinfonia in D für 2 Flöten, 2 Hörner und Fagott (Verz. Nr. 596)
Johann Melchior Molter    Sinfonia in D für 2 Flöten, 2 Hörner und Fagott (Verz. Nr. 597)
Josef Mysliveček    Oktett Nr. 3 B-Dur
Beethoven   Oktett Es-Dur op. 103
Beethoven    Rondino Es-Dur op. posth.

2.Kammerkonzert, 11.11.12
Franz Danzi   Fagottquartett d-Moll op. 40 Nr. 2
Mozart    Flötenquartett Nr. 1 D-Dur KV 285
Jean Françaix    Quintett für Flöte, 2 Violinen, Violoncello und Cembalo
Henri Dutilleux    Streichquartett „Ainsi la nuit”

3.Kammerkonzert, 03.03.13
Anton Webern    Fünf Sätze für Streichquartett op. 5
Leoš Janáček    Streichquartett Nr. 2 „Intime Briefe“
Franz Schubert   Streichquartett a-Moll D 804 „Rosamunde“

4.Kammerkonzert, 07.04.13
Beethoven    Sonate G-Dur für Violine und Klavier op. 96
Moritz Eggert    Klaviertrio Nr. 2
Joseph Wölfl    Grand Duo für Violine und Klavier op. 31
Claude Debussy    Klaviertrio G-Dur

5.Kammerkonzert, 30.6.13
Beethoven    4 schottische Lieder aus op. 108
Margarete Schweikert   4 Lieder nach Gedichten von Goethe
Margarete Schweikert    „Im bitteren Menschenland" op. 9
Benjamin Britten    6 Hölderlin-Fragmente op. 61 für Tenor und Klavier
Leonard Bernstein    Trio für Violine, Violoncello und Klavier
Sänger: Bernhard Berchtold, Tenor

Kammerkonzert EXTRA, 27.1.13
Richard Strauss    Sonatine Nr. 1 F-Dur für 16 Blasinstrumente
Richard Strauss    Serenade Es-Dur für 13 Blasinstrumente
Johannes Brahms    Serenade für kleines Orchester Nr. 2 A-Dur

Das Sonderheft zu den Konzerten findet  sich hier.

Das komplette Programm und Infos zu den anderen Sparten und Programmpunkten des Badischen Staatstheater für 2012/2013 findet sich im Spielzeitheft, daß als pdf-Dokument auch im Internet abzurufen ist. Hier ist der Link.  

Montag, 11. Juni 2012

Vorschau: Symphoniekonzerte 2012/13 der Badischen Staatskapelle

Nachdem man im April die Spielzeitvorschau 2012/13 aufgrund eines Auslandsaufenthalts von GMD Justin Brown ohne die Konzerttermine veröffentlicht hat, wurden heute nun auch die Konzerte bekannt gegeben:

1.Symphoniekonzert
BRITTEN Sinfonia da Requiem
ADÈS ...but all shall be well
BRAHMS 1. Klavierkonzert (Solist Boris Berezovsky)
16./17.9.12

2.Symphoniekonzert
VON WEBER Oberon Ouvertüre
BEETHOVEN 5. Symphonie
WAGNER Karfreitagszauber
R.STRAUSS Tod und Verklärung
21./22.10.12

3.Symphoniekonzert
BARTOK Rhapsodie für Klavier und Orchester (Solist Benjamin Moser)
TSCHAIKOWSKY 6. Symphonie
25./26.11.12

4.Symphoniekonzert
HÄNDEL Concerto Grosso op6 Nr4
DORMAN Concerto Grosso
TELEMANN Ouvertüre-Suite "La Bourse"
HAYDN 104. Symphonie
24./25.02.13

5.Symphoniekonzert
GREENWOOD 48 Respones to Polymorphia
LUTOSLAWSKI Cellokonzert (Solist Maximilian Hornung)
BRAHMS 4. Symphonie
28./29.04.13

6.Symphoniekonzert
STAUD Tondo
MOZART Klarinettenkonzert (Solist Frank Nebl)
MARTINU 4. Symphonie
26./27.05.13

7.Symphoniekonzert
BRIDGE The Sea
BRITTEN Les Illuminations
MASON  Lighthouses
DEBUSSY La Mer
16./17.06.13

8.Symphoniekonzert
SCHNITTKE 4. Violinkonzert (Solist Gideon Kremer)
BRUCKNER 9. Symphonie
14./15.07.13

Sonderkonzert
SCHÖNBERG Gurrelieder
15./16.12.12

Donnerstag, 31. Mai 2012

Vorschau: Operetten-Änderung 2012/13

Statt wie ursprünglich angekündigt Die drei Musketiere von Ralph Benatzky, wird in der kommenden Saison Der Vetter aus Dingsda von Eduard Künneke als Operette in Karlsruhe zu hören sein.

Am 13.06. wird das Programm für die Symphoniekonzerte verkündigt, danach sollten auch die gedruckten Vorschauen bald erhältlich sein. Mal schauen, ob es dann noch mehr Änderungen zur im April veröffentlichten Spielzeit Planung 2012/13 gibt.

Mittwoch, 25. April 2012

Vorschau auf die Spielzeit 2012/2013 in Karlsruhe

Hier erst mal nur die Neuinszenierungen des Badischen Staatstheaters:

OPER

TANNHÄUSER
Oper von Richard Wagner
07.10.12

DIE DREI MUSKETIERE
Operette von Ralph Benatzky
DER VETTER AUS DINGSDA

Operette von Eduard Künneke
08.12.12

DIE VESTALIN
Oper von Gaspare Spontini
26.01.13

DER SIEG VON ZEIT UND WAHRHEIT
Oratorium von Georg Friedrich Händel
DER SIEG VON SCHÖNHEIT UND TÄUSCHUNG
Oper von Gerald Barry
HÄNDEL-FESTSPIELE
16.02.13

DIE REGIMENTSTOCHTER
Oper von Gaetano Donizetti
20.04.13

DIE PASSAGIERIN
Oper von Mieczysław Weinberg
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
18.05.13

PETER GRIMES
Oper von Benjamin Britten
06.07.13

Unter den Wiederaufnahmen sind u.a. die "alten" Inszenierungen von Carmen, Hänsel und Gretel, Tosca, Zauberflöte, Hochzeit des Figaro und der Wagnersche Ring.
(Na ja, da hat man über lange Jahre viel gespielte Wiederaufnahmen ausgesucht, die fast jeder bereits kennt....)



BALLETT

GISELLE
Ballett von Peter Wright nach Marius Petipa, Jean Coralli; Jules Perrot
NEUEINSTUDIERUNG
17.11.12 GROSSES HAUS

IN DEN WINDEN IM NICHTS
Ballett von Heinz Spoerli
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
16.03.13 GROSSES HAUS

Dazu vier Wiederaufnahmen: Momo, Siegfried, Nußknacker und Schwanensee


SCHAUSPIEL
ALICE
Musical von Waits | Brennan | Wilson | Schmidt
27.09.12 KLEINES HAUS

MY SECRET GARDEN
von Falk Richter
DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG
03.10.12 STUDIO

DIE MÖWE
Komödie von Anton Tschechow
20.10.12 KLEINES HAUS

DANTONS TOD
Ein Drama von Georg Büchner
22.11.12 KLEINES HAUS

AGNES

nach dem Roman von Peter Stamm
DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG
16.12.12 STUDIO

DER EINSAME WEG
Schauspiel von Arthur Schnitzler
19.01.13 KLEINES HAUS

MEDEA
Trauerspiel von Franz Grillparzer
24.01.13 STUDIO

MÜDIGKEITSGESELLSCHAFT
von Byung-Chul Han
VERSUCH ÜBER DIE MÜDIGKEIT
von Peter Handke
URAUFFÜHRUNG
FEBRUAR 13 STUDIO

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER
nach dem Roman von Johann Wolfgang Goethe
10.03.13 STUDIO

WIE ES EUCH GEFÄLLT
Komödie von William Shakespeare
21.03.13 KLEINES HAUS

MÄNNERPHANTASIEN
von Patrick Wengenroth nach Klaus Theweleit
URAUFFÜHRUNG
24.4.13 STUDIO

AM FALSCHEN ORT
von Alice Monica Marinescu und David Schwartz
URAUFFÜHRUNG / GEWINNER DES DRAMENWETTBEWERBS „ÜBER GRENZEN SPRECHEN“ 2012
FRÜHLING 13 STUDIO

PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG
Ein Schauspiel von Heinrich von Kleist
16.05.13 KLEINES HAUS

VETERANEN DES RASENS
Ein KSC-Projekt von Tobias Rausch
16.06.13 STUDIO

EINE (MIKRO)ÖKONOMISCHE WELTGESCHICHTE, GETANZT
von Pascal Rambert und Éric Méchoulan
27.06.13 KLEINES HAUS

EXAMEN
Dramatiker-Projekt
URAUFFÜHRUNGEN
STUDIO

Donnerstag, 19. April 2012

Peter Spuhler im Interview

Anbei zwei aktuelle Links.

Hier ein Interview mit Peter Spuhler:
http://www.boulevard-baden.de/lokales/kultur-lokal/2012/04/15/von-der-begeisterung-angesteckt-staatstheater-intendant-peter-spuhler-im-interview-497916/


Und hier ein Bericht über das Badische Staatstheater:
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/kultur/ueberregionale-kultur_artikel,-Peter-Spuhlers-Start-als-Generalintendant-des-Staatstheaters-Karlsruhe-_arid,169985.html


Das nächste Spielzeitmotto 2012/2013 lautet „Von Prüfungen“
Zum Schauspiel - Spuhler: "Mit dem kommenden Motto werden wir uns auch im bürgerlichen Theater bewegen – weg von der Klassik hin zur Jahrhundertwende. Und wir werden die Zahl der Komödien erhöhen."

Tja, das wäre vielleicht auch der bessere Plan für ein erstes Jahr gewesen ....

Freitag, 2. März 2012

Kleine Vorschau auf 2012/2013

Wenn man etwas das Internet durchsucht, findet man bereits erste Hinweise auf die kommende Spielzeit 2012/2013. So wird im Oktober 2012 Wagners Tannhäuser die neue Saison eröffnen. Heidi Melton als Elisabeth und John Treleaven als Tannhäuser sind zu erwarten.

Im Dezember Schönbergs Gurre Lieder. Für dieses am größten besetzte Werk der Orchesterliteratur sollen 300 Beteiligte (Musiker, Sänger und Chor) auf der Bühne stehen.

Im Januar 2013 kommt La Vestale von Spontini zur Aufführung. Großartig! Da ich ein Spontini Fan bin, freue ich mich darauf besonders. Richard Wagner hat ja den Beginn des Rheingolds bei Spontinis Oper Agnes von Hohenstaufen abgehört und empfahl Spontini und Bellini als Vorbilder für den Kompositionsunterricht. Schön, daß er endlich wieder aufgeführt wird. La Vestale war eine typische Callas Rolle, die in Karlsruhe dann wahrscheinlich von Barbara Dobrzanska gesungen wird.

Im Februar bei den Händel Festspielen Händel Oratoriums The Triumph of Time and Truth in Verbindung mit einer zeitgenössischen Oper in zwei Akten von Gerald Barry: The Triumph of Beauty and Deceit.

Ende März 2013 dann der erneute Ring Zyklus in der Denis Krief Inszenierung. Bin mal gespannt, wer Siegmund/Siegfried singt.

Im Juli 2013 Benjamins Brittens beliebteste Oper Peter Grimes als Beitrag zur Reihe mit Meisterwerken des 20. Jahrhunderts.

Beachtet man die von der Opernintendanz angekündigten Reihen, dann sollten noch eine Operette, eine französische Oper (das könnte auch Spontini sein, wenn er im französischen Original erklingt) und eine Oper mit politischem Thema hinzukommen.