Denkzettel für jahrelange Vernachlässigung
Operndirektor Michael Fichtenholz verläßt nach vier Jahren Karlsruhe und hinterläßt nach seiner letzten Saison nicht nur die schlechteste Zuschauerbilanz der letzten Jahrzehnte, sondern einen regelrechten Absturz: 14.000 Karten wurden weniger verkauft als in der Saison zuvor, es sind sogar knapp 27.000 Karten weniger als 2012/13. Das sind keine normalen Fluktuationen, sondern Fluchterscheinungen. Der Intendant verweigerte in der Saisonbilanz eine Aufarbeitung und Erklärung - aus guten Grund, die Verantwortung für diese katastrophale Bilanz trägt nicht der Operndirektor, der doch vor allem ein Casting-Direktor war, sondern der Generalintendant, der jahrelang die größte, wichtigste und teuerste Sparte als Stiefkind lieblos behandelte. Mit der Verharmlosung der vorgelegten Zahlen verliert der Intendant der falschen Wertigkeiten nun weiter an Seriosität und man kann nur hoffen, daß der Verwaltungsrat doch noch ein Einsehen hat und den längst überfälligen Neustart angeht. Das Badische Staatstheater braucht 2021 einen neuen Intendanten, der wieder die Oper zur Chefsache macht und ein Signal des Aufbruchs vermittelt!
Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2011/12 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.
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Montag, 30. Juli 2018
Freitag, 28. Juli 2017
Stückwerk mit Auflösungserscheinungen
Nicht nur Operndirektor Michael Fichtenholz verläßt 2018 das Badische Staatstheater, auch Schauspieldirektor Axel Preuß wird nach bereits zwei Spielzeiten 2018 gehen. Und erneut benötigt Intendant Peter Spuhler neue Erfüllungsgehilfen, um über die letzten Jahre zu kommen. Wenn Spuhler (spätestens) 2021 abtritt, wird er mindestens drei Schauspiel- und drei Operndirektoren verbraucht haben. Es ist Stückwerk, was man in Karlsruhe in diesem Jahrzehnt erleben mußte, eine vernünftige Planung kam nie zustande, ob die Intendanz in den letzten Jahren noch Zufallstreffer landen wird, kann man bezweifeln. Nun kann man darauf warten, daß Intendant Spuhler endlich Erfolg mit seinen Bewerbungen hat. Er wollte Karlsruhe schon längst verlassen - nur wollte ihn bisher anscheinend keiner und nach den Geschehnissen und Vorfällen am Badischen Staatstheater dürfte es wahrscheinlich für ihn auch nicht leichter geworden sein, einen neuen Posten zu finden.
Donnerstag, 22. Juni 2017
Rückblick (1): Das Karlsruher Schauspiel in der Spielzeit 2016/2017
Prickelnd ist anders
Die Schauspielsaison ist vorüber, ist etwas Bemerkenswertes passiert? Der neue Schauspielchef Axel Preuß übernahm die Trümmer seines Vorgängers (mehr dazu hier) und hat zumindest darin Punkte gesammelt, daß man nach dem ersten Jahr über seine Person nur Gutes hört. Seine erste Saison war dennoch nur durchschnittlich, prickelnd ist definitiv anders, das erste Jahr war kein Plädoyer für ihn, allerdings auch keines gegen ihn. Sein zweites Jahr könnte die Trendwende in der Spätphase der Intendanz hin zu mehr Qualität sein. Und man kann optimistisch voraus blicken, denn man hat noch mehr interessante Schauspieler in der kommenden Saison zu bieten, jetzt muß der Schauspieldirektor nur noch die Rahmenbedingungen bereitstellen, damit die Bühnendarsteller wieder im Mittelpunkt sind und Inszenierungen nicht vorrangig der Selbstvermarktung und Karriereförderung des Intendanzteams dienen.
Die Schauspielsaison ist vorüber, ist etwas Bemerkenswertes passiert? Der neue Schauspielchef Axel Preuß übernahm die Trümmer seines Vorgängers (mehr dazu hier) und hat zumindest darin Punkte gesammelt, daß man nach dem ersten Jahr über seine Person nur Gutes hört. Seine erste Saison war dennoch nur durchschnittlich, prickelnd ist definitiv anders, das erste Jahr war kein Plädoyer für ihn, allerdings auch keines gegen ihn. Sein zweites Jahr könnte die Trendwende in der Spätphase der Intendanz hin zu mehr Qualität sein. Und man kann optimistisch voraus blicken, denn man hat noch mehr interessante Schauspieler in der kommenden Saison zu bieten, jetzt muß der Schauspieldirektor nur noch die Rahmenbedingungen bereitstellen, damit die Bühnendarsteller wieder im Mittelpunkt sind und Inszenierungen nicht vorrangig der Selbstvermarktung und Karriereförderung des Intendanzteams dienen.
Donnerstag, 4. Mai 2017
Vorschau (1) auf die Spielzeit 2017/2018 des Badischen Staatstheater
Schlimmer geht's immer
Wie weit will die defizitäre Intendanz von Peter Spuhler das Programm des Badischen Staatstheater noch herabwirtschaften? Heute ist die Premierenvorschau für die kommende Saison bekannt gegeben worden. Die Programmvielfalt der Oper wird weiter geschwächt, doch Geld scheint noch genug vorhanden zu sein - man leistet sich Überflüssiges auf Kosten der Substanz und des Publikums. Die Oper muß büßen, um das "Volkstheater" (oder wie ein Theaterkritiker es nannte: "eine zeitgenössische Selbstdarstellungsform des Schwätzertums") zu finanzieren.
Wie weit will die defizitäre Intendanz von Peter Spuhler das Programm des Badischen Staatstheater noch herabwirtschaften? Heute ist die Premierenvorschau für die kommende Saison bekannt gegeben worden. Die Programmvielfalt der Oper wird weiter geschwächt, doch Geld scheint noch genug vorhanden zu sein - man leistet sich Überflüssiges auf Kosten der Substanz und des Publikums. Die Oper muß büßen, um das "Volkstheater" (oder wie ein Theaterkritiker es nannte: "eine zeitgenössische Selbstdarstellungsform des Schwätzertums") zu finanzieren.
Donnerstag, 1. September 2016
Vorschau: Die Spielzeit 2016/2017 des Badischen Staatstheaters
Mogelpackung und Armutszeugnis zu Beginn
Halbzeit der Intendanz von Peter Spuhler: "Bergfest" würde man umgangssprachlich sagen, doch am Badischen Staatstheater wanderte man oft im finsteren Tal und weiß nie, ob weitere Tiefpunkte und Abstürze folgen. Das Armutszeugnis bekommt die Intendanz für die Oper, die in der bevorstehenden Spielzeit gerade noch 15 unterschiedliche Opern zeigen wird, vor 10 Jahren waren es noch 23. Das hat nichts mit Sparen zu tun, sondern mit Desinteresse. Die Mogelpackung präsentiert der neue Schauspielchef, der es nicht schafft, den Mindestwert von sechs Premieren im Kleinen Haus auf die Beine gestellt zu bekommen. Das liegt nicht an ihm, sondern sind anscheinend Spätfolgen unrühmlich schlechter Vorgängerzeiten (sein Vorgänger ist bereits daran gescheitert, er mußte Premieren während der Spielzeit absagen und konnte Abos nur mit Studio-Produktionen retten, die ins Kleine Haus umzogen). Es bleibt abzuwarten, ob für die Kommunikation mit den Abonnenten Aufrichtigkeit und Transparenz gewählt werden. Nun versteckt man etwas vom Volkstheater (immerhin eine eigene Sparte) in manchen Schauspiel-Abos (definitiv eine andere Sparte), senkt aber nicht den Preis. Man schummelt und setzt allem Anschein nach darauf, daß genug Besucher ahnungslos oder unaufmerksam genug sind, um sie hinters Licht führen zu können: für Schauspieler zahlen und Laien bekommen. Erneut weiß man nicht genau, was man von diesem Verhalten des Staatstheaters halten soll: will man sein Publikum für dumm verkaufen? Das wäre kein guter und nachhaltiger Stil, zumindest eine Erklärung für die Ursachen als Zeichen eines Mindestrespekts vor seinem Publikum sind angebracht, wer für Schauspiel im Abo bezahlt, sollte nicht mit Volkstheater abgespeist werden; ein Erlassen der Umtauschgebühr für Abonnenten als Zeichen der Redlichkeit sollte folgen.
Halbzeit der Intendanz von Peter Spuhler: "Bergfest" würde man umgangssprachlich sagen, doch am Badischen Staatstheater wanderte man oft im finsteren Tal und weiß nie, ob weitere Tiefpunkte und Abstürze folgen. Das Armutszeugnis bekommt die Intendanz für die Oper, die in der bevorstehenden Spielzeit gerade noch 15 unterschiedliche Opern zeigen wird, vor 10 Jahren waren es noch 23. Das hat nichts mit Sparen zu tun, sondern mit Desinteresse. Die Mogelpackung präsentiert der neue Schauspielchef, der es nicht schafft, den Mindestwert von sechs Premieren im Kleinen Haus auf die Beine gestellt zu bekommen. Das liegt nicht an ihm, sondern sind anscheinend Spätfolgen unrühmlich schlechter Vorgängerzeiten (sein Vorgänger ist bereits daran gescheitert, er mußte Premieren während der Spielzeit absagen und konnte Abos nur mit Studio-Produktionen retten, die ins Kleine Haus umzogen). Es bleibt abzuwarten, ob für die Kommunikation mit den Abonnenten Aufrichtigkeit und Transparenz gewählt werden. Nun versteckt man etwas vom Volkstheater (immerhin eine eigene Sparte) in manchen Schauspiel-Abos (definitiv eine andere Sparte), senkt aber nicht den Preis. Man schummelt und setzt allem Anschein nach darauf, daß genug Besucher ahnungslos oder unaufmerksam genug sind, um sie hinters Licht führen zu können: für Schauspieler zahlen und Laien bekommen. Erneut weiß man nicht genau, was man von diesem Verhalten des Staatstheaters halten soll: will man sein Publikum für dumm verkaufen? Das wäre kein guter und nachhaltiger Stil, zumindest eine Erklärung für die Ursachen als Zeichen eines Mindestrespekts vor seinem Publikum sind angebracht, wer für Schauspiel im Abo bezahlt, sollte nicht mit Volkstheater abgespeist werden; ein Erlassen der Umtauschgebühr für Abonnenten als Zeichen der Redlichkeit sollte folgen.
Sonntag, 6. Dezember 2015
Vorschau: Die Spielzeit 2016/2017
Positionswechsel! Richtungswechsel?
Es wird spannend in der kommenden Spielzeit! Die zweite Hälfte der bisher so vielfältig problematischen Intendanz Peter Spuhlers beginnt. Mit dem fast noch neuen Operndirektor Michael Fichtenholz (der bisher überwiegend verwaltet haben wird, was sein Vorgänger konzipierte) und dem neuen Schauspieldirektor Axel Preuß (der wahrscheinlich schon wesentlich mitkonzipiert haben sollte, was und wer nächste Spielzeit zu sehen sein wird) wird es für die verbleibenden Jahre auch gestalterische Unterschiede geben, wenn ..... ja wenn die beiden denn eigene Richtungskompetenz haben und nicht nur als Erfüllungsgehilfen des Generalintendanten gelten sollen und wollen.
Es wird spannend in der kommenden Spielzeit! Die zweite Hälfte der bisher so vielfältig problematischen Intendanz Peter Spuhlers beginnt. Mit dem fast noch neuen Operndirektor Michael Fichtenholz (der bisher überwiegend verwaltet haben wird, was sein Vorgänger konzipierte) und dem neuen Schauspieldirektor Axel Preuß (der wahrscheinlich schon wesentlich mitkonzipiert haben sollte, was und wer nächste Spielzeit zu sehen sein wird) wird es für die verbleibenden Jahre auch gestalterische Unterschiede geben, wenn ..... ja wenn die beiden denn eigene Richtungskompetenz haben und nicht nur als Erfüllungsgehilfen des Generalintendanten gelten sollen und wollen.
Montag, 16. November 2015
Neuer Schauspiel-Direktor ab 2016/2017
Seit dem Wochenende brodelte es in der Gerüchteküche, heute wurde die Überraschung bereits bestätigt: Jan Linders gibt seinen Posten als Schauspieldirektor zum Ende der Spielzeit auf, bleibt allerdings am Haus:
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