Von Sackgasse zu Sackgasse
Die neue Karlsruher Antigone zeigt, wie man auch ohne tragende Idee und roten Faden eine Inszenierung vortäuschen kann. Die unentschlossene Regie entschied sich für einen Stilmix durch Anhäufung von Versatzstücken, zu sehen ist eine zu Beginn archaisch anmutende Zombie-Inzest-oben ohne-Tränendrüsen-Betroffenheits-Dikataturüberwindungs-Utopie. Das wirkt bedeutungsschwanger, ist aber eher ein hohler Raum, alle Elemente haben irgendwie ihre Berechtigung, passen aber nicht zusammen. Für die Titelfigur haben weder die Regisseurin noch die Hauptdarstellerin eine Inspiration, vor allem André Wagner als Kreon rettet den verkorksten Premierenabend.
Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2011/12 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.
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Sonntag, 9. April 2017
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