Dienstag, 27. November 2018

3. Symphoniekonzert, 26.11.2018

Beliebte russische Symphonik mit seltener französischer Virtuosität - im diesjährigen Konzertprogramm finden sich viele "Lieblingswerke" und auch gestern gab es einen guten Grund für das volle Große Haus und am Schluß langen, herzlichen Applaus für ein überzeugendes Konzert.

Sonntag, 25. November 2018

Festspielhaus Baden-Baden: Mendelssohn-Konzert, 24.11.2018

Lauter Lieblingsstücke der Romantik und dazu ein Lieblingsdirigent
Marc Minkowski kam mit zwei Stöcken zum Konzert. Der Großmeister historischer Aufführungspraxis hatte den Dirigentenstab in der Linken, rechts stützte er sich auf einen eleganten schwarzen Gehstock mit silbernem Knauf, den er auf einer auf dem Dirigentenpult stehenden Bank ablegte. In Deutsch mit gelegentlichen englischen Ergänzungen erklärte er dem Publikum, daß er vor zwei Monaten einen Fahrradunfall hatte und sein Bein "kaputt" sei. Deswegen drehte er die Programmreihenfolge um, er startete mit dem längsten Werk, nach der Pause folgte die kürzere Symphonie und am Schluß sollte dann die kurze Ouvertüre stehen. Tatsächlich hielt Minkowski nicht durch, nach zwei Symphonien war Schluß, die Ouvertüre dirigierte sein Assistent - viel wichtiger war etwas anderes: Felix Mendelssohn Bartholdys Werke klangen aufregend!

Donnerstag, 22. November 2018

Jelinek - Am Königsweg, 21.11.2018

Zähfadtrübe Kaugummisuppe
Langweilend verendet ein Text. Die Karlsruher Inszenierung von Am Königsweg stellt hohe Ansprüche an die Ausdauer des Publikums. Selten wird man so gelangweilt. Wer unter Einschlafstörungen leidet oder intelligente Unterhaltung für überbewertet hält, der kann sich im Karlsruher Schauspiel erfolgreich anöden lassen - ein besinnlicher Abend für Langweiler, für alle anderen Theater aus der Kategorie verschwendete Zeit. Aber Achtung: das Stück ist pausenlos ohne offizielle Fluchtmöglichkeit. Wer vor dem Einschlafen rausgehen möchte, sollte sich an den Rand setzen.

Sonntag, 18. November 2018

Staatsballett München: Talbot/Wheeldon - Alice im Wunderland, 17.11.2018

Opulentes Spektakel
In Karlsruhe wurde gestern die sich ganz auf die männlichen Figuren konzentrierende Version von Tschaikowskys Schwanensee (UA 2004 in New York) des Choreographen Christoper Wheeldon aus der Spielzeit 2009/2010 wieder aufgenommen, in München ist auch über 18 Monate nach der deutschen Erstaufführung (mehr hier) Wheeldons Alice (UA 2011 am Royal Ballet in London, mehr dazu bei youtube hier, hier, hier und hier) ein grandioses Vergnügen und überwältigendes Ballettspektakel! Aufwändiger scheint Ballett kaum möglich, Wheeldons Choreographie, die Partitur von JobyTalbot sowie Bühne inklusive vieler visueller Effekte und Kostüme sind Meisterwerke und ein Gesamtkunstwerk.
Die Karlsruher Ballettdirektorin Birgit Keil hatte im letzten Jahrzehnt mit dem Engagement des Choreographen eine glückliche Hand, inzwischen ist Wheeldon weltweit ein gefragter Choreographie-Star. Wer holt nun Wheeldons Shakespeare Ballett «A Winter's Tale» oder sein Gershwin-Ballett «Ein Amerikaner in Paris» zur Erstaufführung nach Deutschland? Karlsruhe hat durch Wheeldons Schwanensee einen Vorteil, den man am Badischen Staatstheater (bzw. die designierte Ballettdirektorin Bridget Breiner) nutzen könnte.

Mittwoch, 7. November 2018

Neue GMD Kandidaten stellen sich vor

Ab 2020/21 wird ein Nachfolger für GMD Justin Brown gesucht. Nachdem der Wunschkandidat für Browns Nachfolge letztes Jahr abgesagt hat (mehr hier), beginnt man diese Saison wieder von vorne. Vier Kandidaten sind bisher bekannt, drei von ihnen stellen sich 2019 im 4., 5. und 6. Symphoniekonzert vor. Alle vier werden probeweise eine Oper dirigieren, die drei ersten Termine sind nun bekannt:

Freitag, 2. November 2018

Puccini - Tosca, 01.11.2018

Tolle Opern-Gala vor zu wenig Zuschauern
Es gibt Gründe, wieso man in der vergangenen Saison in der Oper fast 10% oder 14.000 Eintrittskarten weniger verkaufte als in der Saison zuvor. Doch bevor die allgemeine Situation angesprochen wird, erst einige Worte zur gestrigen sehr schön gelungenen Tosca. Zwei spannende Gäste hatte man engagiert, und mit Martina Serafin gab es eine stimmlich und darstellerisch attraktive und ideale Tosca, die keine Wünsche offen ließ. Was für ein aufregender 2. Akt, was für eine intelligente Darstellung, die sich in die Inszenierung einfügte und doch eigene starke Betonungen hatte. Serafins Auftritt war bereits den Besuch wert, doch auch sonst gab es Spannendes zu hören und erfreulich viele Bravos aus dem schlecht gefüllten Zuschauerraum.