Multiples Motivversagen
Was hat Büchners Woyzeck heute noch zu erzählen? Eine Frage, an
der sehr viele Inszenierungen scheitern, weil sie nur noch weit
Hergeholtes und grob Zusammengereimtes in die Handlung projizieren oder
immer noch altertümlichen Interpretationen folgen. In knapp zwei
Jahrhunderten hat sich vieles grundlegend und auch zum Besseren
geändert, doch die Decke der Zivilisation ist dünn, der Mensch ist dem
Menschen ein Wolf und Gewalt ist eine Konstante. Sie kann kanalisiert
werden durch Sport und Karriere und bricht doch immer wieder durch - als
Recht des Stärkeren, als Sadismus oder als Zuflucht, denn Haß und
Gewalt können als Ventil für verletzte Würde und negative Emotionen
befreiend wirken. Die Geschichte des Mörders Woyzecks ist vielschichtig
und deshalb noch immer bühnentauglich, die Titelfigur ist individuell
benachteiligt, psychisch labil, in prekären Verhältnissen und mit
niedrigem gesellschaftlichen Status und wird von seiner Partnerin betrogen. Diese Konstellationen werden von der neuen Karlsruher Inszenierung weitgehend ignoriert, die Regisseurin will keine
gesellschaftliche Analyse, sondern sieht nur die individuelle psychische
Krankheitsgeschichte – mehr bleibt von Woyzeck nicht übrig. Das ist umso bitterer, da die Regisseurin als Autorin Büchners Dramenfragment erweitert und verändert hat, aber es nicht ansatzweise gelingt, der Neumotivierung Triftigkeit zu verleihen. Ästhetisch deutet die Regisseurin vieles nur an, doch sind ihre Andeutungen weder mysteriös spannend noch prägnant. Wer sich als Zuschauer
diese zähe und langweilige Produktion unbedingt antun will, dem könnte mit dem Tipp gedient
sein, sich den Handlungsverlauf bei dieser Inszenierung in einer geschlossenen psychiatrischen
Anstalt vorzustellen. Sehr viel mehr Sinnhaftigkeit läßt sich bei dieser
Figurenkonstellation, die ständig von einer Bühnen-Ärztin beobachtet wird, kaum
erkennen.
Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2011/12 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.
Freitag, 29. November 2019
Dienstag, 12. November 2019
Es kriselt wieder offiziell in der Karlsruher Oper
Flucht statt Fluktuation
oder
Der Fisch stinkt vom Kopf
Daß es nicht so rund läuft am Badischen Staatstheater, ist nichts Neues. Heute verkünden die Badischen Neusten Nachrichten eine neue Eskalation, zu der noch keine offizielle Stellungnahme vorliegt. Operndirektorin Nicole Braunger wünscht anscheinend die vorzeitige Auflösung ihres Vertrags, ihr Stellvertreter Patric Seibert, Kapellmeister Daniele Squeo, Dramaturgin Deborah Meier und der Künstlerische Produktionsleiter Bernardo Sousa de Macedo wollen laut BNN ebenfalls das Haus verlassen.
oder
Der Fisch stinkt vom Kopf
Daß es nicht so rund läuft am Badischen Staatstheater, ist nichts Neues. Heute verkünden die Badischen Neusten Nachrichten eine neue Eskalation, zu der noch keine offizielle Stellungnahme vorliegt. Operndirektorin Nicole Braunger wünscht anscheinend die vorzeitige Auflösung ihres Vertrags, ihr Stellvertreter Patric Seibert, Kapellmeister Daniele Squeo, Dramaturgin Deborah Meier und der Künstlerische Produktionsleiter Bernardo Sousa de Macedo wollen laut BNN ebenfalls das Haus verlassen.
Montag, 4. November 2019
Seid umschlungen, 03.11.2019
Vielversprechende Vorschau
Wie wird sich das Badische Staatsballett in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Für ihre erste Premiere hat die neue Karlsruher Ballettdirektorin Bridget Breiner einen Querschnitt zusammengestellt, der zeigt, welche künstlerischen Handschriften die nächsten Jahren prägen werden. Sie zeigt eine eigene, für diesen Anlaß geschaffene Uraufführung sowie die Werke von sieben weiteren Choreographen, die auch die nächsten Jahre die Karlsruher Kompagnie begleiten werden, einige davon persönliche Werkgefährten von Breiners Karriere als Tänzerin, Choreographin und Ballettdirektorin. Stilistisch (und musikalisch) reicht diese Leistungsschau vom klassischen Ballett bis zur Moderne; das Ergebnis kommt an, eine herzliche Stimmung und viel Beifall begleiteten den geglückten Einstand.
Wie wird sich das Badische Staatsballett in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Für ihre erste Premiere hat die neue Karlsruher Ballettdirektorin Bridget Breiner einen Querschnitt zusammengestellt, der zeigt, welche künstlerischen Handschriften die nächsten Jahren prägen werden. Sie zeigt eine eigene, für diesen Anlaß geschaffene Uraufführung sowie die Werke von sieben weiteren Choreographen, die auch die nächsten Jahre die Karlsruher Kompagnie begleiten werden, einige davon persönliche Werkgefährten von Breiners Karriere als Tänzerin, Choreographin und Ballettdirektorin. Stilistisch (und musikalisch) reicht diese Leistungsschau vom klassischen Ballett bis zur Moderne; das Ergebnis kommt an, eine herzliche Stimmung und viel Beifall begleiteten den geglückten Einstand.
Samstag, 2. November 2019
Gounod - Faust, 01.11.2019
Attraktives Hörerlebnis mit flachsinnigem Regiekonzept
Bei der Premiere gab es schon einige Buhs für die Regie und nach der gestrigen Vorstellung muss man zugestehen, es hätten noch viel, viel mehr sein müssen. Inszenierungen können mißglücken, man darf sich aber nicht an schlechtes Theater gewöhnen. Die ständigen Qualitätsprobleme der Intendanz von Peter Spuhler können dazu führen, daß man bereits dankbar ist, wenn wichtige Inszenierungen nicht verhunzt sind. Doch das ist eine Relativierung, die bereits niedrigem Niveau Platz einräumt und deshalb nicht toleriert werden darf. Aus einer populären Oper wie Gounods Faust kann man viel mehr machen als eine gesellschaftliche Groteske, die mit zentralen Handlungsteilen nichts anzufangen weiß, sich imaginäre Konflikte ausdenkt, der Oper ein flachsinniges Regiekonzept überstülpt und in einer lächerlichen und aufgesetzten Schlußszene ein gekünseltes und künstliches Knalleffektchen produziert, das weder zur Intention noch zur Musik paßt und letzendlich eitle Wichtigtuerei ist.
Bei der Premiere gab es schon einige Buhs für die Regie und nach der gestrigen Vorstellung muss man zugestehen, es hätten noch viel, viel mehr sein müssen. Inszenierungen können mißglücken, man darf sich aber nicht an schlechtes Theater gewöhnen. Die ständigen Qualitätsprobleme der Intendanz von Peter Spuhler können dazu führen, daß man bereits dankbar ist, wenn wichtige Inszenierungen nicht verhunzt sind. Doch das ist eine Relativierung, die bereits niedrigem Niveau Platz einräumt und deshalb nicht toleriert werden darf. Aus einer populären Oper wie Gounods Faust kann man viel mehr machen als eine gesellschaftliche Groteske, die mit zentralen Handlungsteilen nichts anzufangen weiß, sich imaginäre Konflikte ausdenkt, der Oper ein flachsinniges Regiekonzept überstülpt und in einer lächerlichen und aufgesetzten Schlußszene ein gekünseltes und künstliches Knalleffektchen produziert, das weder zur Intention noch zur Musik paßt und letzendlich eitle Wichtigtuerei ist.
Dienstag, 29. Oktober 2019
2. Symphoniekonzert, 28.10.2019
Durch die sonntägliche Zeitumstellung nach dem Ende der Sommerzeit ist es wieder dunkel, wenn man abends am Badischen Staatstheater ankommt, wo der seit 1981 auf dem Vorplatz stehende Musengaul wegen der
Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten in den Heidelberger Schloßgarten umzieht, und auch das Symphoniekonzert wartete mit einer Besonderheit auf, denn es wurde nur Opernmusik gespielt.
Sonntag, 20. Oktober 2019
Gounod - Faust, 19.10.2019
Groteske über toxische Weiblichkeit
Sängerisch und musikalisch war die gestrige Premiere von Gounods Faust ein voller Erfolg mit viel Applaus und Bravos für Sänger und Musiker. Mit Konstantin Gorny hat man den idealen Mephisto am Haus, Ina Schlingensiepen als Gretchen und Seung-Gi Jung als Valentin haben ihr Repertoire erfolgreich um eine weitere Paraderolle erweitert, und der seit dieser Saison neu im Ensemble singende thailändische Tenor Nutthaporn Thammathi hatte einen starken Einstieg.
Die sehr plakativ und holzschnittartig geratene Inszenierung hat Stärken und Schwächen, die Regie bleibt letztendlich unter ihren Möglichkeiten, weil sie unbedingt bedeutsam sein will und fast schon etwas verzweifelt bemüht ist, den Zeigefinger zu heben und irgendwie etwas zu verkünden. Doch wie so oft bei spießiger Besserwisserei und Belehrung: statt moralische Lehre gibt es inszenatorische Leere. Der Regisseur versucht, die unter dämonischen Vorzeichen spielende Geschichte Margarethes, die sich außerehelich von Faust schwängern läßt, versorgungslos verlassen wird, aus Verzweiflung ihr Kind tötet und im Kerker landet als "grelles Gesellschaftskarussell" zu zeigen. Das Ergebnis ist eine Groteske, in der toxisch-plumpe Männer auf toxisch-naive Weibchen treffen und die feministisch inszenierte Emanzipation Margarethes zu spät kommt: niemand zieht sie zur Rechenschaft oder verurteilt sie, sie beendet ihr verpfuschtes Leben durch Selbstmord. Die göttliche Rettung lehnt sie ab und verharrt in der Rolle als Opfer, das anderen die Schuld geben will. So ver(w)irrt das Resultat dieser Inszenierung auch auf der Bühne wirkt, es ist zu harmlos und gedankenschwach, als daß es stören würde, der positive Eindruck durch Sänger und Musiker dominiert die mißratenen Akte 4 und 5.
Sängerisch und musikalisch war die gestrige Premiere von Gounods Faust ein voller Erfolg mit viel Applaus und Bravos für Sänger und Musiker. Mit Konstantin Gorny hat man den idealen Mephisto am Haus, Ina Schlingensiepen als Gretchen und Seung-Gi Jung als Valentin haben ihr Repertoire erfolgreich um eine weitere Paraderolle erweitert, und der seit dieser Saison neu im Ensemble singende thailändische Tenor Nutthaporn Thammathi hatte einen starken Einstieg.
Die sehr plakativ und holzschnittartig geratene Inszenierung hat Stärken und Schwächen, die Regie bleibt letztendlich unter ihren Möglichkeiten, weil sie unbedingt bedeutsam sein will und fast schon etwas verzweifelt bemüht ist, den Zeigefinger zu heben und irgendwie etwas zu verkünden. Doch wie so oft bei spießiger Besserwisserei und Belehrung: statt moralische Lehre gibt es inszenatorische Leere. Der Regisseur versucht, die unter dämonischen Vorzeichen spielende Geschichte Margarethes, die sich außerehelich von Faust schwängern läßt, versorgungslos verlassen wird, aus Verzweiflung ihr Kind tötet und im Kerker landet als "grelles Gesellschaftskarussell" zu zeigen. Das Ergebnis ist eine Groteske, in der toxisch-plumpe Männer auf toxisch-naive Weibchen treffen und die feministisch inszenierte Emanzipation Margarethes zu spät kommt: niemand zieht sie zur Rechenschaft oder verurteilt sie, sie beendet ihr verpfuschtes Leben durch Selbstmord. Die göttliche Rettung lehnt sie ab und verharrt in der Rolle als Opfer, das anderen die Schuld geben will. So ver(w)irrt das Resultat dieser Inszenierung auch auf der Bühne wirkt, es ist zu harmlos und gedankenschwach, als daß es stören würde, der positive Eindruck durch Sänger und Musiker dominiert die mißratenen Akte 4 und 5.
Dienstag, 15. Oktober 2019
Auf der Suche nach Kompetenz (2)
Wechsel bei Kommunikation und Marketing
Bei den häufigen Personalwechseln am Badischen Staatstheater kann man schon mal den Überblick verlieren. Besonders eklatant war das auch im Bereich Kommunikation und Marketing, wo einige Namen kamen und gingen und nichts in Erinnerung blieb, abgesehen vielleicht von der mangelnden Bereitschaft, das Theater als Theater zu präsentieren. Man rezensierte sich selbst, noch heute lachen viele bei dem Wort "berührend" und denken an die schmalzigen Selbstbesprechungen des Theaters, in denen man dieses Wort regelmäßig auf seine Produktionen anwendete. In dieser Saison wurde nun das Gästebuch deaktiviert.
Bei den häufigen Personalwechseln am Badischen Staatstheater kann man schon mal den Überblick verlieren. Besonders eklatant war das auch im Bereich Kommunikation und Marketing, wo einige Namen kamen und gingen und nichts in Erinnerung blieb, abgesehen vielleicht von der mangelnden Bereitschaft, das Theater als Theater zu präsentieren. Man rezensierte sich selbst, noch heute lachen viele bei dem Wort "berührend" und denken an die schmalzigen Selbstbesprechungen des Theaters, in denen man dieses Wort regelmäßig auf seine Produktionen anwendete. In dieser Saison wurde nun das Gästebuch deaktiviert.
Sonntag, 13. Oktober 2019
Offenbach - Hoffmanns Erzählungen, 12.10.2019
Matineen sind doch etwas Schönes, vor allem bei einer opulenten vierstündigen Oper wie Hoffmanns Erzählungen, die
gestern so mitreißend vor ausverkauftem Haus dargeboten wurde.
Sonntag, 6. Oktober 2019
Bergman: Passion - Sehnsucht der Frauen, 05.10.2019
Therapeutenlos im Trauma
Anna Bergmann hat sich erneut Ingmar Bergman vorgenommen. Nach den erfolgreichen Szenen einer Ehe und dem zum Berliner Theatertreffen eingeladenen Drama für zwei Frauen Persona (eine Koproduktion des Theaters in Malmö und des Deutschen Theaters Berlin, die inszenatorische Parallelen zur Karlsruher Inszenierung aufweist und die man hoffentlich auch noch am Badischen Staatstheater zu sehen bekommt) kombiniert die Karlsruher Schauspieldirektorin und Regisseurin nun drei weitere Filme des Schweden zu einem dreistündigen Theaterabend. Oberflächlich betrachtet könnte Passion - Sehnsucht der Frauen eine Kombination von zwei der drei zugrunde liegenden Filmtitel sein. Nach der gestrigen Premiere ergibt sich ein anderer Sinn, denn es geht um Frauen, die leiden und sich nach Leiden sehnen, die sich nach Unglücken und Schicksalsschlägen selbst bedauern und sich aus der Spirale des Selbstmitleids nicht befreien können. Die Übersetzung der über 50 Jahre alten Filme in unsere Zeit zeigt Frauen, die sich in ihrem Unglück suhlen und sich daraus ihr persönliches Selbstmitleidsdrama konstruieren, das sie als Rolle ihres Lebens mißverstehen. Trotz kurzer heiterer Momente hat Anna Bergmann einen spannenden, aber auch oft bleischweren und grelldüsteren Überbietungswettbewerb zwischen Psycho-Drama und Trauma mit so überzeugenden Schauspielern inszeniert, daß man sich als Zuschauer die Frage stellt, wieso manche Figuren auf der Bühne statt in Therapie sind.
Anna Bergmann hat sich erneut Ingmar Bergman vorgenommen. Nach den erfolgreichen Szenen einer Ehe und dem zum Berliner Theatertreffen eingeladenen Drama für zwei Frauen Persona (eine Koproduktion des Theaters in Malmö und des Deutschen Theaters Berlin, die inszenatorische Parallelen zur Karlsruher Inszenierung aufweist und die man hoffentlich auch noch am Badischen Staatstheater zu sehen bekommt) kombiniert die Karlsruher Schauspieldirektorin und Regisseurin nun drei weitere Filme des Schweden zu einem dreistündigen Theaterabend. Oberflächlich betrachtet könnte Passion - Sehnsucht der Frauen eine Kombination von zwei der drei zugrunde liegenden Filmtitel sein. Nach der gestrigen Premiere ergibt sich ein anderer Sinn, denn es geht um Frauen, die leiden und sich nach Leiden sehnen, die sich nach Unglücken und Schicksalsschlägen selbst bedauern und sich aus der Spirale des Selbstmitleids nicht befreien können. Die Übersetzung der über 50 Jahre alten Filme in unsere Zeit zeigt Frauen, die sich in ihrem Unglück suhlen und sich daraus ihr persönliches Selbstmitleidsdrama konstruieren, das sie als Rolle ihres Lebens mißverstehen. Trotz kurzer heiterer Momente hat Anna Bergmann einen spannenden, aber auch oft bleischweren und grelldüsteren Überbietungswettbewerb zwischen Psycho-Drama und Trauma mit so überzeugenden Schauspielern inszeniert, daß man sich als Zuschauer die Frage stellt, wieso manche Figuren auf der Bühne statt in Therapie sind.
Montag, 30. September 2019
The Tiger Lillies - Shockheaded Peter, 29.09.2019
Dauerhampeliade
Die gestrige Musical-Premiere von Shockheaded Peter - eine 1998 uraufgeführte "Junk-Oper nach Motiven aus Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann" - bringt über weite Strecken außer Gehopse und Gehampel nichts zuwege. Es gibt fahlen Klamauk, der schnell in ermüdendem Leerlauf stecken bleibt, kontrastiert durch einen Pseudo-Ernst, der nicht makaber ist, etwas zu klebrige Sentimentalität und eine hysterische Überzeichnung, die schnell nervt. Manche schauspielerischen Einzelleistungen retteten den Abend vor der Pleite.
Die gestrige Musical-Premiere von Shockheaded Peter - eine 1998 uraufgeführte "Junk-Oper nach Motiven aus Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann" - bringt über weite Strecken außer Gehopse und Gehampel nichts zuwege. Es gibt fahlen Klamauk, der schnell in ermüdendem Leerlauf stecken bleibt, kontrastiert durch einen Pseudo-Ernst, der nicht makaber ist, etwas zu klebrige Sentimentalität und eine hysterische Überzeichnung, die schnell nervt. Manche schauspielerischen Einzelleistungen retteten den Abend vor der Pleite.
Mittwoch, 25. September 2019
Turandot als Pleite mit Ansage?
Wann gab es in Karlsruhe schon mal so viel Mumpitztheater? Über der Intendanz schwebt das Damoklesschwert einer unfreiwilligen Komik. Und es scheint sich die nächste inszenatorische Totalpleite anzukündigen.
Dienstag, 24. September 2019
Operngalas 2019/2020
Heimlich, still und leise hat die Karlsruher Oper nun doch noch die voraussichtliche Besetzung der Operngalas veröffentlicht. Wer in den vier Vorstellungen ab November Tristan und Isolde singen wird, ist hingegen immer noch unbekannt.
Dienstag, 17. September 2019
Sonntag, 15. September 2019
Maier - Mein Jahr ohne Udo Jürgens, 14.09.2019
Wer schwärmt, bleibt jung im Herzen
Dieser Abend war überfällig. Nicht wegen Udo Jürgens, sondern wegen Gunnar Schmidt, der endlich die große Solo-Rolle gefunden und bekommen hat. Der Udo Jürgens-Abend ist ihm auf den Leib geschneidert, doch leider läßt ihn der Regisseur mit einer manchmal fast bieder wirkenden Inszenierung im Stich, bei der der ganz große Spannungsbogen nicht entstehen will und der am Ende die Luft ausgeht.
Dieser Abend war überfällig. Nicht wegen Udo Jürgens, sondern wegen Gunnar Schmidt, der endlich die große Solo-Rolle gefunden und bekommen hat. Der Udo Jürgens-Abend ist ihm auf den Leib geschneidert, doch leider läßt ihn der Regisseur mit einer manchmal fast bieder wirkenden Inszenierung im Stich, bei der der ganz große Spannungsbogen nicht entstehen will und der am Ende die Luft ausgeht.
Sonntag, 1. September 2019
Vorschau auf die Spielzeit 2019/20 des Badischen Staatstheaters
Eine neue Saison beginnt, doch wer traut der Intendanz zu, das Ruder noch mal herumzureißen? Man hat in Karlsruhe die Chance zu frischem Wind und Neuanfang verpaßt, als die Kulturpolitiker Intendant Spuhler Gnadenbrot gewährten und ihm als Sanierungs- und Baustellenintendant den Job für die mageren Jahre gaben. Als Kapitän des Badischen Staatstheaters wird ihm nur der bescheidene Ruf bleiben, das Schiff in flache Wasser manövriert und die Werft angesteuert zu haben. Um auf große Fahrt zu gehen, benötigt man ein anderes Format. Die Flaute im Flachwasser scheint noch einige Zeit anzuhalten, es ist nun die Pflicht der Direktoren, ins Offene rauszuschwimmen statt im Plantschbecken zu dümpeln. Die individuellen Perspektiven sind dabei für die bevorstehende Saison unterschiedlich.
Mittwoch, 14. August 2019
Interview mit Bridget Breiner zum Ende einer Ära
Nicht nur in Karlsruhe hat man nach 16 Jahren das Gefühl, eine Ära geht mit dem Abschied von Birgit Keil zu Ende. Auch der Weggang der neuen Karlsruher Ballettdirektorin Bridget Breiner vom Theater im Revier wird von den Medien als Ende einer Ära gesehen, wie im Interview der Funke Mediengruppe mit Breiner nachzulesen ist. Der Artikel ist in verschiedenen Zeitungen erschienen, die den Zugang gelegentlich von einer Anmeldung abhängig machen, bspw. hier, hier oder hier.
Anläßlich der Geschehnisse der letzten Jahre und der Verlängerung des Karlsruher Intendanten konnte man am Sachverstand der Kulturpolitik schon mal (ver)zweifeln, die Findungskommission für Birgit Keils Nachfolge hat offensichtlich fundiert entschieden.
Anläßlich der Geschehnisse der letzten Jahre und der Verlängerung des Karlsruher Intendanten konnte man am Sachverstand der Kulturpolitik schon mal (ver)zweifeln, die Findungskommission für Birgit Keils Nachfolge hat offensichtlich fundiert entschieden.
Mittwoch, 7. August 2019
Uraufführung(en) in der Karlsruher Oper
Es könnte in den kommenden Jahren zu diversen Uraufführungen in der Karlsruher Oper kommen, in der Saison 2020/21 soll es die tragikomische Oper Reise der Hoffnung geben, weiterhin munkelt man über Die Negerin des Marquis de Sade und Adipositas. Das Sommmerloch der Spielzeitpause bietet sich für eine erste Analyse an.
Sonntag, 21. Juli 2019
Verabschiedung von Birgit Keil, 20.07.2019
Glückliche Dankbarkeit
16 Spielzeiten lang sorgten Ballettdirektorin Birgit Keil, Vladimir Klos und die Tänzerinnen und Tänzer des Badischen Staatsballetts für Freude und Begeisterung beim Karlsruher Publikum. Und auch zum Abschied gab es kaum Wehmut, sondern selbstbewußte gute Laune. So viele Erfolgsproduktionen gab es, so viele schöne, besondere und wunderbare Erinnerungen hat man gemeinsam gehabt! Der Abschied hatte Premierenstimmung: glanzvoll, sehr herzlich und mit stehenden Ovationen.
16 Spielzeiten lang sorgten Ballettdirektorin Birgit Keil, Vladimir Klos und die Tänzerinnen und Tänzer des Badischen Staatsballetts für Freude und Begeisterung beim Karlsruher Publikum. Und auch zum Abschied gab es kaum Wehmut, sondern selbstbewußte gute Laune. So viele Erfolgsproduktionen gab es, so viele schöne, besondere und wunderbare Erinnerungen hat man gemeinsam gehabt! Der Abschied hatte Premierenstimmung: glanzvoll, sehr herzlich und mit stehenden Ovationen.
Freitag, 19. Juli 2019
Rückblick (2): Zuschauerzahlen der Spielzeit 2018/2019
Schauspiel im Sinkflug. Oper leicht erholt, aber noch zu schwach
Gewinner der Spielzeit ist mal wieder das Ballett! Anna Bergmann ist im Schauspiel die große Verliererin.
Gewinner der Spielzeit ist mal wieder das Ballett! Anna Bergmann ist im Schauspiel die große Verliererin.
Freitag, 12. Juli 2019
Rückblick (1): Die Spielzeit 2018/19 des Badischen Staatstheaters
Der Erfolg des Balletts und das Scheitern einer Intendanz
In wenigen Tagen endet eine Ära, 16 Jahre stetiger, erfolgreicher Arbeit sind vorbei - Ballettdirektorin Birgit Keil und Vladimir Klos sowie viele beliebte Tänzerinnen und Tänzer verabschieden sich. Aufmerksamen Stammbesuchern des Badischen Staatstheaters wird es kaum entgehen: seit acht Jahren ist Peter Spuhler Intendant des Badischen Staatstheaters, im achten Jahr hat man bereits zahlreiche Direktorenwechsel in den anderen Sparten erlebt, aber auf eine erfolgreiche Personalie und erfolgsversprechende Perspektive wartet man dort vergebens; Niemand aus dem Umfeld der Intendanz steht vergleichbar stark für Qualität, Vision und Anspruch. Nun ja, vielleicht klebt einfach nur das Pech an den Fingern von Intendant Spuhler, vielleicht mangelt es ihm an Format und Weitsicht, so oder so, als Intendant ist Peter Spuhler keine optimale Besetzung, und auch das Gnadenbrot, das ihm eine ambitionslose Kulturpolitik mit der Verlängerung seiner Intendanz bis 2026 gewährt, wird nicht darüber hinwegtäuschen, daß es holprig und improvisiert zugeht und keine belastbare Vision erkennbar ist. Birgit Keil steht hingegen für kontinuierlich hohen Qualitätsanspruch und hat das Publikum stets im Blick gehabt. Hätte sich doch der Intendant nur ein wenig davon abgeschaut, stattdessen verwandelte er das Staatstheater ist ein stagnierendes Provinztheater, dessen verantwortliche Akteure beim künstlerischen und qualitativen Anspruch dem Vergleich mit Birgit Keil nicht standhalten.
In wenigen Tagen endet eine Ära, 16 Jahre stetiger, erfolgreicher Arbeit sind vorbei - Ballettdirektorin Birgit Keil und Vladimir Klos sowie viele beliebte Tänzerinnen und Tänzer verabschieden sich. Aufmerksamen Stammbesuchern des Badischen Staatstheaters wird es kaum entgehen: seit acht Jahren ist Peter Spuhler Intendant des Badischen Staatstheaters, im achten Jahr hat man bereits zahlreiche Direktorenwechsel in den anderen Sparten erlebt, aber auf eine erfolgreiche Personalie und erfolgsversprechende Perspektive wartet man dort vergebens; Niemand aus dem Umfeld der Intendanz steht vergleichbar stark für Qualität, Vision und Anspruch. Nun ja, vielleicht klebt einfach nur das Pech an den Fingern von Intendant Spuhler, vielleicht mangelt es ihm an Format und Weitsicht, so oder so, als Intendant ist Peter Spuhler keine optimale Besetzung, und auch das Gnadenbrot, das ihm eine ambitionslose Kulturpolitik mit der Verlängerung seiner Intendanz bis 2026 gewährt, wird nicht darüber hinwegtäuschen, daß es holprig und improvisiert zugeht und keine belastbare Vision erkennbar ist. Birgit Keil steht hingegen für kontinuierlich hohen Qualitätsanspruch und hat das Publikum stets im Blick gehabt. Hätte sich doch der Intendant nur ein wenig davon abgeschaut, stattdessen verwandelte er das Staatstheater ist ein stagnierendes Provinztheater, dessen verantwortliche Akteure beim künstlerischen und qualitativen Anspruch dem Vergleich mit Birgit Keil nicht standhalten.
Sonntag, 30. Juni 2019
Debussy - Pelléas et Mélisande, 29.06.2019
Ein theoretisches Meisterwerk der praktischen Langeweile
Pelléas et Mélisande (UA 1902) ist eine ambitionierte und ungewöhnliche Oper, die dafür berüchtigt ist, außergewöhnlich langweilig zu sein. Bei der letzten Aufführung im Badischen Staatstheater -einem Gastspiel der Straßburger Oper im März 1991- leerten sich nach der Pause die Plätze merklich, zäh wie ausgekauter Kaugummi zog sich die Vorstellung, und das ist eine Erfahrung, die man bei Inszenierungen der einzigen Oper Debussys mehrheitlich machen kann. Die rätselhafte Handlung beinhaltet kaum Höhepunkte und Zuspitzungen, es geht emotional und psychologisch leise und subtil zu, auch akustisch findet man nur sehr wenige Fortissimos. Das Klangbild ist in einem Maße vergeistigt und kann beim Zuhören so entmaterialisiert wirken, daß es quasi substanzlos klingt - manch einer mag das lyrisch, meditativ oder sogar spirituell nennen, andere werden es als undramatisch und blutleer beschreiben, "eine Art von dünnem poetischen Aufguß .... bei dem man nicht recht weiß, warum die Konflikte eintreten, unglaubwürdig, wie sie werden, wenn sie sich zwischen Personen entwickeln, die nie ein Wort lauter als das andere aussprechen dürfen", so benannte der Komponist und Dirigent Pierre Boulez diese Vorbehalte gegen die ca. 150-minütige Oper. Ein hellhöriger deutscher Musikkritiker bezeichnete zu Beginn des letzten Jahrhunderts und wenige Jahre nach der Uraufführung Debussys Oper als "ein Werk von prinzipieller Bedeutung". Die Karlsruher Oper nähert sich diesem prinzipiell bedeutsamen Werk auf engagierte Weise, musikalisch und sängerisch ist man sehr gut aufgestellt, gegen die praktische Langeweile dieser Oper kommt man dennoch kaum an.
Pelléas et Mélisande (UA 1902) ist eine ambitionierte und ungewöhnliche Oper, die dafür berüchtigt ist, außergewöhnlich langweilig zu sein. Bei der letzten Aufführung im Badischen Staatstheater -einem Gastspiel der Straßburger Oper im März 1991- leerten sich nach der Pause die Plätze merklich, zäh wie ausgekauter Kaugummi zog sich die Vorstellung, und das ist eine Erfahrung, die man bei Inszenierungen der einzigen Oper Debussys mehrheitlich machen kann. Die rätselhafte Handlung beinhaltet kaum Höhepunkte und Zuspitzungen, es geht emotional und psychologisch leise und subtil zu, auch akustisch findet man nur sehr wenige Fortissimos. Das Klangbild ist in einem Maße vergeistigt und kann beim Zuhören so entmaterialisiert wirken, daß es quasi substanzlos klingt - manch einer mag das lyrisch, meditativ oder sogar spirituell nennen, andere werden es als undramatisch und blutleer beschreiben, "eine Art von dünnem poetischen Aufguß .... bei dem man nicht recht weiß, warum die Konflikte eintreten, unglaubwürdig, wie sie werden, wenn sie sich zwischen Personen entwickeln, die nie ein Wort lauter als das andere aussprechen dürfen", so benannte der Komponist und Dirigent Pierre Boulez diese Vorbehalte gegen die ca. 150-minütige Oper. Ein hellhöriger deutscher Musikkritiker bezeichnete zu Beginn des letzten Jahrhunderts und wenige Jahre nach der Uraufführung Debussys Oper als "ein Werk von prinzipieller Bedeutung". Die Karlsruher Oper nähert sich diesem prinzipiell bedeutsamen Werk auf engagierte Weise, musikalisch und sängerisch ist man sehr gut aufgestellt, gegen die praktische Langeweile dieser Oper kommt man dennoch kaum an.
Montag, 24. Juni 2019
Janáček - Das schlaue Füchslein, 23.06.2019
Ein Tongemälde als Bildersymphonie
Mit Leoš Janáčeks Tierfabel und Pastorale-Oper Das schlaue Füchslein ist das so eine Sache, die Fabel ist bescheiden, die Handlung wenig reizvoll, die Sänger haben kaum Gelegenheit sich in Szene zu setzen, nur das Orchester kann auftrumpfen, die orchestralen Zwischenspiele sind die Höhepunkte. Die Inszenierung am Badischen Staatstheater rückt deshalb das Orchester in den Mittelpunkt, es sitzt zentral erhöht auf dem Orchestergraben und der Bühne, die Handlung spielt im Hintergrund und ist als 85 minütige Bildersymphonie in Form eines Zeichentrickfilm konzipiert. Die Tiere der Oper werden überwiegend filmisch dargestellt, die Sänger werden in die Projektion eingefügt. Das Ergebnis ist visuell attraktiv und durchaus authentisch, denn es war ein Comicstrip in einer Zeitung, der den Komponisten zu dieser Oper inspirierte. Die comic-cineastische Umsetzung hat nur einen Haken - der Eindruck einer harmlosen Kinderoper wird dadurch verstärkt.
Mit Leoš Janáčeks Tierfabel und Pastorale-Oper Das schlaue Füchslein ist das so eine Sache, die Fabel ist bescheiden, die Handlung wenig reizvoll, die Sänger haben kaum Gelegenheit sich in Szene zu setzen, nur das Orchester kann auftrumpfen, die orchestralen Zwischenspiele sind die Höhepunkte. Die Inszenierung am Badischen Staatstheater rückt deshalb das Orchester in den Mittelpunkt, es sitzt zentral erhöht auf dem Orchestergraben und der Bühne, die Handlung spielt im Hintergrund und ist als 85 minütige Bildersymphonie in Form eines Zeichentrickfilm konzipiert. Die Tiere der Oper werden überwiegend filmisch dargestellt, die Sänger werden in die Projektion eingefügt. Das Ergebnis ist visuell attraktiv und durchaus authentisch, denn es war ein Comicstrip in einer Zeitung, der den Komponisten zu dieser Oper inspirierte. Die comic-cineastische Umsetzung hat nur einen Haken - der Eindruck einer harmlosen Kinderoper wird dadurch verstärkt.
Montag, 17. Juni 2019
Mumpitztheater (13): Zwischen Repression und Relotius
Manche ahnen es bereits inzwischen, so richtig im Griff hat die Intendanz ihren Verantwortungsbereich anscheinend nicht. Wer in das neue Spielzeitheft für die Saison 2019/2020 blickt (aktuell befindet sich das ohne Aufsehen ins Netz gestellte pdf hier), kann wieder über Absurditäten wie bspw. ein DDR-Jubiläum den Kopf schütteln.
Sonntag, 9. Juni 2019
Offenbach - Hoffmanns Erzählungen, 08.06.2019
Eine Woge begeisterter Bravo-Rufe gab es gestern für Tenor Rodrigo Porras Garulo in der Titelrolle von Les contes d'Hoffmann und auch sonst herrschte nach der Premiere durchgängig gute Laune: musikalisch und sängerisch gab es begeisternde Momente und die Inszenierung gelang grundsolide.
Samstag, 1. Juni 2019
Vorschau 2019/2020 (5): Künstlerkarussell
Die Ballett-Compagnie scheint verkleinert worden zu sein, 30 Tänzer werden es in der kommenden Saison sein, diese Spielzeit waren es noch 34.
Neu im Opernensemble: Mezzosopranistin Luise von Garnier, Koloratursopran Sophia Theodorides und der thailändische Tenor Nutthaporn Thammathi.
James Edgar Knight und Tiny Peters sind nicht mehr im Ensemble
Jetzt schon als Operngäste geplant: Annette Dasch (Donna Anna), Nino Machaidze, Stefano La Colla (als Calaf), Ramon Vargas (als Offenbachs Hoffmann) und Michael Volle (Don Giovanni), Annemarie Kremer könnte als Isolde zu hören sein, Stefan Vinke als Tristan.
Neu im Opernensemble: Mezzosopranistin Luise von Garnier, Koloratursopran Sophia Theodorides und der thailändische Tenor Nutthaporn Thammathi.
James Edgar Knight und Tiny Peters sind nicht mehr im Ensemble
Jetzt schon als Operngäste geplant: Annette Dasch (Donna Anna), Nino Machaidze, Stefano La Colla (als Calaf), Ramon Vargas (als Offenbachs Hoffmann) und Michael Volle (Don Giovanni), Annemarie Kremer könnte als Isolde zu hören sein, Stefan Vinke als Tristan.
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