Dienstag, 30. Juni 2020

Noch immer planlos?

Wunsch ohne Wirklichkeit (3)
Es gibt viele Gründe, sich über die Intendanz von Peter Spuhler aufzuregen. Nun hat für Abonnenten der Kartenvorverkauf für September und Oktober begonnen, der öffentliche Verkauf beginnt ebenfalls in den nächsten Tagen. Nur wieso? Es wird im Herbst keinen normalen Spielbetrieb geben können. Andere Häuser sind weiter und haben gar nicht erst damit angefangen, Tickets zu verkaufen, die dann in Gutscheine umgewandelt werden müssen.

Samstag, 27. Juni 2020

Mumpitztheater (17): Von Haltungsschäden und Verhaltensdefiziten (2)

„Klima der Angst“
"Staatstheater Karlsruhe: Schwere Vorwürfe von scheidenden Mitarbeitern"
Besser spät als nie! Es war seit Jahren überfällig, nun konnte die Karlsruher Presse nicht weiter wegsehen. Endlich sind die Badischen Neusten Nachrichten über ihren Schatten gesprungen und berichten über die Probleme mit der autoritären Intendanz von Peter Spuhler. Der Artikel ist nicht nur in der Printausgabe, sondern aktuell hier auf der Internetpräsenz der BNN zu lesen. Frühere Mitarbeiter sprechen mit Blick auf die Intendanz von Peter Spuhler von einem „Klima der Angst“ und von Kontrollzwang. Der scheidende Dramaturg Dr. Boris Kehrmann wird von der BNN wie folgt zitiert: „Ich verlasse Karlsruhe mit Trauer und Wehmut. Das Ensemble, das Orchester, die Technikabteilung und alle Kollegen sind großartig. Aber ich mußte einsehen, daß ich hier nicht sinnvoll arbeiten kann.“ Man kann unter Intendant Spuhler also nicht sinnvoll arbeiten - eine Erkenntnis, die nicht neu ist, aber nun endlich mal auch außerhalb dieses Blogs ausgesprochen und verbreitet wird.

Sonntag, 21. Juni 2020

Auf der Suche nach Kompetenz (3)

Die Flucht ohne Ende
Die Personalprobleme und Postenwechsel sind ein Running Gag in der Sittenkomödie über die Intendanz von Peter Spuhler. Eine löbliche Ausnahme bei den Personalentscheidungen ist zweifellos Dr. Boris Kehrmann, der sich schnell als hochkompetenter Dramaturg erwies. Doch wie man nun überrascht aus der hochkochenden Gerüchteküche hört, wird Kehrmann im Zwist mit Intendant Spuhler kurzfristig zum Saisonende das Badische Staatstheater verlassen. Es wäre ein weiterer herber Verlust für die Karlsruher Oper.

Donnerstag, 28. Mai 2020

Mumpitztheater (16): Auf der Zielgeraden in Richtung Abstellgleis

Das Personalkarussell dreht sich im Stagnationsmodus
Nicht nur Intendant Peter Spuhler fristet sein wohl viel zu großzügig vergütetes Gnadenbrot am Badischen Staatstheater. Die Operndirektorin bleibt nun also doch, man erwartete den vierten Operndirektor im zehnten Jahr der düsteren Intendanz, doch es fand sich wohl kein Nachfolger, der sich bereit erklärte, kurzfristig die heruntergespuhlerte Karlsruher Oper zu übernehmen. Der Intendant scheint keine andere Wahl gehabt zu haben, als sich mit der Operndirektorin zu einigen, Nicole Braunger bleibt im Amt und kann nun hoffentlich ihre Chance ergreifen, der Karlsruher Oper wieder mehr Leben einzuhauchen. Doch nicht nur Nicholas Brownlee ist weg, auch Rodrigo Porras Garulo gehört nicht mehr zum Ensemble. Man kann den jungen Sängern mit Zukunftsperspektive anscheinend nichts bieten, die Stars kommen in die Jahre und keine Verjüngung ist in Sicht, der Oper fehlen neue Hauptrollensänger und das Programm dazu. Doch das scheint nicht die einzige Auffälligkeit:

Vorschau (2) auf die Spielzeit 2020/2021

Wunsch ohne Wirklichkeit (2)
Niemand kann aktuell sagen, ob und wie die kommende Spielzeit stattfinden wird, dennoch muß das Badische Staatstheater einige Fragen verbindlich beantworten, um nicht das Publikum zu verscheuchen. Zu den organisatorischen Problemstellungen erfährt man aktuell noch nichts. Das Serviceheft mit allen Informationen rund um Abonnements, Preise und spezielle Kartenrückgabe- und erleichterte Umtauschmöglichkeiten wird erst Ende Juni vorliegen. Abonnenten haben deshalb bis zum 11.07.2020 Zeit, ihre Abos für die kommende Saison zu kündigen.
Zuerst ein Blick auf die geplanten Programmpunkte: 

Vorschau (1): Symphoniekonzerte 2020/2021

Wunsch ohne Wirklichkeit (1)
16 Jahre war Georg Fritzsch als GMD in Kiel erfolgreich, die Badische Staatskapelle hat ihn mit überragend deutlicher Zustimmung gewählt und der Generalintendant konnte oder wollte anscheinend nicht erneut gegen das Orchester einen Kandidaten verhindern (Frank Beermann hätte sonst 2019 den Posten übernommen). Sympathiepunkte gewann Karlsruhes neuer GMD, als er in der Pressekonferenz zum Amtsantritt ausdrücklich auf Gegenkurs zu Generalintendant Peter Spuhler ging und ihm eine Absage an "DDR"-Romantik, ideologisches Gesinnungs- und Erziehungstheater und die damit verbundenen diskriminierenden Ab- und Ausgrenzungen erteilte: „Für mich persönlich, hinter der Mauer geborenen und aufgewachsen, ist die Annäherung an Karlsruhe zudem ein Ankommen in der Stadt, in der die Hüter unserer Verfassung, die Sachwalter von menschlicher Würde und persönlicher Freiheit, der Freiheit des Wortes wie von jedweder, auch künstlerischer, Äußerung ihren Sitz haben“, so Fritzsch.
Geplant sind für die Spielzeit 2020/21 die üblichen 8 Symphonie- und 5 aufgewertete Sonderkonzerte. Ob die Wirklichkeit das Wunschprogramm zuläßt, bleibt abzuwarten. Sollte sich die Virus-Epidemie in Wohlgefallen auflösen, gibt es einiges auf das man sich Freuen kann. Und auch Justin Browns Abschied wird nachgeholt: Im 5. Symphoniekonzert wird Brown mit Mozarts 24. Klavierkonzert als Pianist auftreten und Beethovens Eroica dirigieren.

Mittwoch, 20. Mai 2020

Mumpitztheater (15): Von Haltungsschäden und Verhaltensdefiziten

Erst am Donnerstag, den 28. Mai um 11 Uhr stellt das Badische Staatstheater in einer Pressekonferenz den Spielplan für 2020/2021 vor. Operndirektorin Nicole Braunger ist nun doch weiterhin dabei. Wie man hört scheint der Intendant zu Zugeständnissen bereit gewesen zu sein und Braunger, die innerhalb der Oper anscheinend gut aufgenommen und akzeptiert wurde, wird nun doch die kommende Saison begleiten. "Von Haltung und Verhalten" heißt der Titel für die kommende Saison und erinnert wahrscheinlich manche an Führungskräfteseminare in der freien Wirtschaft. Angesichts der galoppierenden Spießigkeit und ideologischen Verklemmtheit sowie des umstrittenen Leitungsstils sollte es mit Blick auf die Intendanz wohl besser Von Haltungsschäden und Verhaltensdefiziten heißen. Man denke nur an die Spielzeitankündigung für 2019/2020 vor einem Jahr, als man der "DDR"-Diktatur mit einem Jubiläum gedenken wollte (mehr dazu hier) und vier Monate später klarstellte, daß man den Diktaturjubel ernst gemeint hatte, indem man die Formulierung im September-Leporello und auf der Homepage beließ und nur eine falsche Jahreszahl verbesserte, auf die auf diesen Seiten hingewiesen wurde. Ist das nun leichtfertige Diktaturverharmlosung oder absichtliche Diktaturverherrlichung? Beides ist für den Intendanten hinreichend entlarvend und disqualifizierend.
Hier die Mitteilung zur Pressekonferenz, wer teilnehmen will, kann sich über  kommunikation@staatstheater.karlsruhe.de anmelden. Wieso streamt das Badische Staatstheater solche Termine nicht? Manch einer könnte vermuten, daß der realsatirisch selbstdarstellerische und zeigefingerhebende Charakter der Intendanz auf dem Bildschirm bitteramüsant sein könnte.

Freitag, 15. Mai 2020

Virusgerechte Veranstaltungspläne

In Zeiten des reduzierten Theaters
Wie könnte ein Corona-gerechter Spielbetrieb aussehen? Die Politik hat Wichtigeres zu tun, als sich um die Theater zu kümmern, die Theater wiederum scheinen sich selber nur langsam zuzutrauen, einen Plan auszutüfteln. In München geht jetzt der Intendant des Volkstheaters  Christian Stückl voran (mehr dazu aktuell hier auf der Seiten der Süddeutschen) und stellt ein Konzept vor. Er will im Sommer mit fünf Stücken die Saison eröffnen,  alle sollen "Corona-tauglich" sein. Jede zweite Sitzreihe bleibt leer, in den übrigen Reihen wird jeder 4. Platz besetzt (also eine Auslastung von 12,5%). Die Bühne des Schauspiels wird ebenfalls bestuhlt, die Schauspieler agieren zwischen zwei Zuschauertribünen.
Bei Symphoniekonzerten und Opernaufführungen  gibt es weitere Faktoren bei eng sitzenden Musikern zu bedenken, aber auch da gibt es erste Ergebnisse.

Donnerstag, 14. Mai 2020

Warten auf Verbindlichkeit

Was bringt die kommende Spielzeit? Als Abonnent hat man noch knapp zwei Wochen (bis 31.Mai), um sein(e) Abo(s) schriftlich zu kündigen. Was nächstes Jahr idealerweise gezeigt wird, wie man als Abonnent vor finanziellen Verlusten bei virusbedingten Vorstellungsausfällen geschützt ist (die bereits vorgeschlagene Abbezahlung der Abo-Raten unter Verwendung von Gutscheinen ist ein fairer Schritt des Kartenbüros), ob Abonnenten, die das Risiko einer Virusinfektion meiden wollen gestattet wird, Abos quasi ruhen zu lassen, also trotz angesetzter Vorstellungen dennoch zu verzichten ohne kündigen zu müssen - bisher gibt es dazu keine offiziellen Mitteilungen.

Freitag, 8. Mai 2020

Nicholas Brownlee verläßt die Karlsruher Oper

Der Karlsruher Generalintendant ist der Star, er bekommt ein fürstliches Gehalt, das so schnell kaum übertroffen wird. Leider kann oder will Intendant Spuhler weder singen, schauspielern, tanzen, choreographieren, Regie führen oder sonst etwas Künstlerisches, was seine Vorgänger konnten und regelmäßig taten (manche einer mag das eine eunuchische Intendanz nennen - man weiß vielleicht, wie es geht, man kann es aber nicht selber). So wundert es auch nicht, daß die wirklichen Bühnenstars nicht auf Händen getragen werden und um sie herum kein Repertoire aufgebaut wird. Nicholas Brownlee wechselt an die Frankfurter Oper (hier die Infos). Wer mag es ihm verdenken .....

Dienstag, 5. Mai 2020

Das Badische Staatstheater beendet die Spielzeit

Krise als Chance
Das zuständige Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württenberg hat Klarheit geschaffen: Der reguläre Vorstellungsbetrieb für diese Spielzeit ist wie erwartet abgesagt. Nun ist die Intendanz gefordert, um unter den gegebenen Umständen Proben und Saisonvorbereitung zu ermöglichen und Formate zu entwickeln, die mit den Anforderungen des Infektionsschutzes in Einklang stehen und vom Publikum akzeptiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Spielzeit 2020/21 ab September ablaufen kann.

Freitag, 1. Mai 2020

Infektionsschutz hat Priorität

Wo dem Infektionsschutz Priorität eingeräumt wird, beenden die Theater nun die reguläre Spielzeit 2019/2020, u.a. Freiburg und das Nationaltheater Mannheim. In den nächsten Wochen gibt es Wichtigeres als Spielbetrieb, jetzt ist Zeit für pragmatische Kreativität. In Chemnitz (mehr hier) arbeitet man bspw. an einem Sommerspielplan 2020. Regensburg verweist (mehr hier) auf digitale Formate, der dortige Intendant erklärt das Saisonende: "Je konsequenter wir jetzt sind, umso schneller können wir zum Saisonstart im Herbst hoffentlich zu einer gewissen Normalität zurückkehren.“ Niemand weiß, wie und wann es weitergehen kann, doch um planen zu können, braucht es definierte Ziele. Die Generalmusikdirektoren- und Chefdirigentenkonferenz e.V. fordert von der Politik "klare Vorgaben für eine schrittweise Wiederaufnahme des Opern- und Konzertbetriebes in Übereinstimmung mit den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen und den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts. Nicht nur Baumärkte, Möbelhäuser und die Fussball-Bundesliga haben eine klare Perspektive und klare Regeln für einen Neuanfang verdient" (der offene Brief befindet sich aktuell hier). Doch statt auf die Politik zu warten, sollten die Theater endlich gemeinsam ein Konzept vorlegen, wie der Spielbetrieb gestaltet werden kann, solange ein Impfstoff fehlt und neue Infektionswellen vermieden werden müssen.

Dienstag, 28. April 2020

Wöchentliches Lavieren

Der Spielbetrieb wird in Karlsruhe nun noch eine Woche länger bis zum 11. Mai ausgesetzt. In wenigen Tagen könnte ja alles vorbei sein!?! Und Politiker, die erst kürzlich davon sprachen, daß man sich am Anfang der Epidemie befindet, soll man wohl nicht zu ernst nehmen? Winfried Kretschmanns Aussage, man müsse unbedingt verhindern, dass die Fallzahlen wieder massiv ansteigen, ist auch nur eine etwas übertriebene Momentaufnahme? Es scheint, als ob in der Landespolitik die eine Hand nicht weiß, was die andere tut oder Corona doch nicht so gefährlich ist oder die Theater bald einen Plan vorlegen, wie man vor wenigen Zuschauern mit ausreichend Abstand spielt.

Donnerstag, 23. April 2020

Saisonende Unter den Linden

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat auf Grundlage der Verordnung über das Verbot von Großveranstaltungen alle Vorstellungen bis Ende Juli abgesagt (hier die Mitteilung). Andere Theater werden kaum argumentieren können, daß Corona bei ihnen weniger gefährlich ist. Es ist zu erwarten, daß sie dieser Risikobewertung folgen und nun überall die Spielzeiten frühzeitig enden. Solange kein Konzept zur Ausdünnung und Distanzierung des Publikums vorliegt, scheint auf absehbare Zeit keine Vorstellung möglich, für den Herbst sollten sich die Theater auf Vorstellungen mit max. 20% Auslastung vorbereiten, bei denen das Publikum auf Abstand sitzen muß. In diesem Fall könnte es zumindest vorübergehend eine Spielzeit geben, bei der man nur als Abonnent Vorstellungen besuchen kann und der freie Verkauf nur noch wenige Restplätze anbietet.

Die BBC berichtet über Tolomeo und J.J. Orliński

Trotz Corona sollte man die schönen Dinge nicht aus dem Blick verlieren. Die aufgrund ihres über Jahrzehnte erarbeiteten Renommés unter nationaler und internationaler Beobachtung stehenden Karlsruher Händel-Festspiele haben der Verspuhlerung bisher trotzen können und sind ein Aushängeschild des Badischen Staatstheaters geblieben. Die englische BBC hat aktuell einen 26-minütigen englischen Audiobericht auf ihrer Internetpräsenz:
Jakub Józef Orliński: Countertenor in Karlsruhe - Countertenor Jakub Józef Orliński is one of the most acclaimed young singers in the world today. We follow him as he prepares to take on the title role in Handel’s opera Tolomeo


Der Beitrag findet sich hier: https://www.bbc.co.uk/programmes/w3cszvb1

Freitag, 17. April 2020

Realitätsverlust im Elfenbeinturm

Das Badische Staatstheater erwartet anscheinend ein Wunder. Generalintendant Spuhler verlängert die Unterbrechung des Vorstellungsbetriebs sage und schreibe um zwei Wochen bis zum 3. Mai. Der Bund hat zwar angekündigt, daß Großveranstaltungen bis Ende August nicht stattfinden dürfen, aber anscheinend scheinen die Theaterverantwortlichen bzgl. des Corona-Virus an Hysterie oder Fake-News zu glauben.

Donnerstag, 16. April 2020

Frühzeitiges Spielzeitende

Keine Rückkehr zur Normalität in Sicht
Manch aufmerksamer Theaterbesucher sieht ja die Intendanz von Peter Spuhler als quälend langsame Theaterabwirtschaftung. Dem heruntergespuhlerten Theater kommt das Covid-19 Virus nun zuvor, die Politik untersagt Großveranstaltungen bis Ende August, das Badische Staatstheater sollte nun schnell die Spielzeit offiziell beenden und so bitter das insbesondere für die vielen Angestellten und Mitarbeiter auch ist, die Aussichten für den Beginn der Spielzeit 2020/2021 sind nicht besser. Es gibt noch skeptischere Stimmen, ein Professor der Leopoldina sieht die Öffnung der Theater erst 2022!

Samstag, 4. April 2020

Das Theater in Zeiten des Virus

Von der Corona-Pause zum Spielzeitende?
Zur Zeit hört man, daß in manchen Ländern täglich hunderte Corona-Tote zu beklagen sind. Manch einer mag die eigene Ansteckung mit Corona nicht fürchten und das Einfrieren des alltäglichen Leben kann nur zeitlich begrenzt geschehen. Doch auch wenn das gewohnte Leben mit Einschränkungen wieder beginnt, sind südeuropäische Todesraten keine akzeptable Kollateralschäden, die hinzunehmen sind, bis die Herden-Immunisierung erfolgt ist. Solange das Virus nicht unter Kontrolle ist und bleibt, solange kein Impfstoff verfügbar ist, wird man folglich Infektionsketten vermeiden müssen. Großveranstaltungen sind damit noch nicht möglich, Kinos, Konzerte und Kulturveranstaltungen -selbst wenn nur niedrige Altersgruppen erwartet werden- haben zu hohe Ansteckungsgefahren und fördern die weitere bzw. erneute Verbreitung und damit das Risiko hoher Infektionszahlen sowie den damit verbundenen Kollaps des Gesundheitssystems. Wer glaubt, daß man die Theater bald wieder guten Gewissens öffnen kann und demnächst alles überstanden ist? Selbst wenn nach Ostern die Kontaktsperren gelockert werden, sollten die Theater geschlossen bleiben, alles andere wäre leichtfertig und letztendlich unverantwortlich.

Montag, 23. März 2020

Digitale Spielpläne in der Virenpause

Es muß nicht immer Frisches sein, manchmal kann man sich gezwungenermaßen mit Konserven begnügen. Wem es bei Oper nicht primär um das akustische Live-Erlebnis geht, der kann sich eventuell mit Internet-Übertragungen anfreunden. Mit vielen (vorübergehend) kostenlosen Streaming-Angeboten trotzen manche Kultureinrichtungen dem Corona-Virus. Anbei eine kleine Liste zum Stöbern und gegen das Absacken des Kulturkapitals:

Mittwoch, 11. März 2020

Corona-Pause am Badischen Staatstheater

Das Badische Staatstheaters stellt vom 11.03. bis 18.04.20 den Spielbetrieb an allen Spielstätten und Veranstaltungsorten des Theaters ein. Die Damen und Herren des Kartenservice sind weiterhin fleißig und werden alle Eintritts- und Abokarten für abgesagte Vorstellungen automatisch stornieren und in Gutscheine umwandeln.
Manche Vorstellungen könnten ersatzlos entfallen, bspw. das 6. Symphoniekonzert am 05./06.04., für Premieren müssen neue Termine angesetzt werden. Hoffentlich wird sich dann der Vorhang am 19.04. zu Bridget Breiners Maria Stuart wieder heben und mit einer ausverkauften Ballettpremiere die Corona-Pause beendet.

Sonntag, 8. März 2020

Høeg - Der Susan-Effekt, 07.03.2020

Auf der Suche nach Drama
Der Susan-Effekt
ist als Roman ein Action-Thriller und Polit-Krimi. Korrupte Politiker und gierige Eliten verraten ihre Mitbürger und die Demokratie angesichts von Fehlentwicklungen und Konflikten und die dadurch drohenden nicht mehr kontrollierbaren Zustände, doch sie haben die Rechnung ohne Susan Svendsen gemacht, die für sich definiert: "Persönliche Freiheit kann gar nicht teuer genug erkauft werden". Wer Verschwörungstheorien mag und dem Politiker-Establishment kritisch gegenübersteht, der findet in Peter Høegs Roman eine spannend geschriebene, aber auch etwas zu banal aufgelöste Geschichte für den mißtrauischen Bürger und gerade in heutigen Zeiten, in denen die Meinungsfreiheit unter Druck gerät (mehr dazu hier) und die Bundesrepublik autoritärer wird (das Magazin Foreign Policy wies erst kürzlich darauf hin (und zwar hier), daß Heiko Mass' Netzwerkdurchsetzungsgesetz gerne von autoritären und diktatorischen Regimen kopiert wird), wird kritisches Bewußtsein benötigt gegen eine bevormundende, predigende und heuchelnde Politikerkaste, die ihre Machtansprüche hinter der moralischen Bewertung politischer, ökonomischer und ökologischer Belange versteckt. Das Karlsruher Schauspiel hat diesen 2014 erschienen Roman des dänischen Bestseller-Autors nun zu einem Theaterstück umgearbeitet, das erzählerisch, dramaturgisch und schauspielerisch dem Roman kaum etwas abgewinnen kann.

Dienstag, 3. März 2020

5. Symphoniekonzert, 02.03.2020

Ein lineare Komposition zwischen zwei zirkulären Werken - das 5. Symphoniekonzert hatte einen geometrischen roten Faden und eine lineare Entwicklung von strahlendem Sonnenschein über emotionalen Ernst zu wolkenverhangener Depression.

Montag, 17. Februar 2020

Händel - Tolomeo, 16.02.2020

Die zweite Vorstellung von Tolomeo gelang noch runder als die Premiere und brachte Sängern und Musikern viel Applaus und Bravos vom Publikum.

Samstag, 15. Februar 2020

Händel - Tolomeo, 14.02.2020

Zwischen gepflegter Langsamkeit, zelebrierter Schönheit und szenischer Ereignislosigkeit
Die 43. Händel-Festspiele eröffneten gestern mit der Premiere von Händels 25. Oper Tolomeo, einer Oper mit vielen eindrucksvollen Arien und wenig Handlung, der Regisseur Benjamin Lazar dadurch zu entsprechen versucht, indem er Einsamkeit, Verlassenheit und Erschöpfung als Grunderlebnisse dieses Werks identifiziert und inszeniert. Die beiden Hauptfiguren "gleichen zwei Geistern, die sich im Tod treffen und die Welt gemeinsam verlassen wollen", erläutert das Programmheft. Auf der Bühne passiert fast nichts, das kann ermüden, das gibt aber auch Musik und Gesang Platz, um sich zu entfalten und die fünf Sänger nutzten die Chance und zelebrierten Händels Tolomeo als Stimmungsoper.

Dienstag, 11. Februar 2020

4. Symphoniekonzert, 10.02.2020

Das 4. Symphoniekonzert versprach bereits im Vorfeld ein Höhepunkt der Konzertsaison zu werden, denn die drei gespielten Werke erfordern eine schwereloses Musizieren. Und das gelang gestern bemerkenswert schön und gelöst.