Mittwoch, 19. Dezember 2018

Freitag, 7. Dezember 2018

Tschaikowsky - Der Nußknacker, 06.12.2018

Abschiednehmen am Nikolausabend
Schön und schade. Viele hatten sich schon fast rituell an diesen Nußknacker zu Weihnachten gewöhnt, der seit 2010 (mehr auch hier) erfolgreich lief und so wunderbar gute Stimmung verbreitet. Mit dem Ende der Ära Birgit Keil kommt ein Kompagnie- und Stilwechsel. Aber Bangemachen gilt nicht, die neue Ballett-Direktorin Bridget Breiner wird die Herausforderung zweifellos annehmen. Sieben Jahre war Breiner als Ballettdirektorin in Gelsenkirchen, für ihre Choreographien wurde sie in dieser Zeit gleich zwei Mal mit dem Theaterpreis „Faust“ ausgezeichnet, und zwar für das Aschenputtel-Ballett Ruß (2013) sowie Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin (2015) - und es ist wahrscheinlich, daß sie zumindest eine dieser Choreographien in Karlsruhe auf die Bühne bringen wird. Eine Ära endet, aber die Chancen stehen bestens, daß das Ballett in Karlsruhe seinen Stellenwert behält.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Am 07.12.2018 tagt der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters

Im Stimmungstief
Das Badische Staatstheater ist nach über sieben Jahren unter der Führung von Generalintendant Peter Spuhler in keinem guten Zustand. Die schlechten Zuschauerzahlen (mehr hier), die vielen Personalwechsel und Diskontinuitäten stehen stellvertretend für Unsicherheit, Ungenügen und Überforderung. Über ästhetische und inhaltliche Probleme kann und soll man streiten, doch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen die Mitarbeiter des Badischen Staatstheaters. Wie schlecht ist die Stimmung in der Baumeisterstraße?

Sonntag, 2. Dezember 2018

Haidle - Der stärkste Mann der Welt, 01.12.2018

Familienzirkus auf Zirkusbühne
Mit Komödien hat man sich seit der Intendanzübernahme durch Peter Spuhler am Karlsruher Schauspiel sehr schwer getan. Es gab viel zu wenig Humor in den letzten sieben Jahren, nie wurde es brüllend komisch, keine einzige rasante Inszenierung mit hoher Pointendichte und makellosem Timing. Lachsalven und Zwerchfellmuskelkater scheinen den bisherigen Verantwortlichen fremd, viel zu bieder, zu behäbig und auch zu spießig sind bisher in dieser Hinsicht die schwächelnden Kreativkräfte der Intendanz. Schauspieldirektorin Bergmann scheint deutlich ambitionierter, drei Komödien in Folge werden nun inszeniert, im Januar Shakespeares Viel Lärm um nichts, Mitte Dezember How to date a feminist und gestern gab es sogar eine Uraufführung. Der stärkste Mann der Welt erwies sich dabei allerdings als Tragiklamauk über eine Zirkusfamilie - sehr schräg, sehr übertrieben, am Schluß sehr blutig und sehr kurzweilig. Den Publikumserfolg verdankte die gestrige Premiere erneut den hoch engagierten und sehr gut aufgelegten Schauspielern und vor allem Klaus Cofalka-Adami machte die Titelfigur zu seiner Paraderolle. Bravo!

Dienstag, 27. November 2018

3. Symphoniekonzert, 26.11.2018

Beliebte russische Symphonik mit seltener französischer Virtuosität - im diesjährigen Konzertprogramm finden sich viele "Lieblingswerke" und auch gestern gab es einen guten Grund für das volle Große Haus und am Schluß langen, herzlichen Applaus für ein überzeugendes Konzert.

Sonntag, 25. November 2018

Festspielhaus Baden-Baden: Mendelssohn-Konzert, 24.11.2018

Lauter Lieblingsstücke der Romantik und dazu ein Lieblingsdirigent
Marc Minkowski kam mit zwei Stöcken zum Konzert. Der Großmeister historischer Aufführungspraxis hatte den Dirigentenstab in der Linken, rechts stützte er sich auf einen eleganten schwarzen Gehstock mit silbernem Knauf, den er auf einer auf dem Dirigentenpult stehenden Bank ablegte. In Deutsch mit gelegentlichen englischen Ergänzungen erklärte er dem Publikum, daß er vor zwei Monaten einen Fahrradunfall hatte und sein Bein "kaputt" sei. Deswegen drehte er die Programmreihenfolge um, er startete mit dem längsten Werk, nach der Pause folgte die kürzere Symphonie und am Schluß sollte dann die kurze Ouvertüre stehen. Tatsächlich hielt Minkowski nicht durch, nach zwei Symphonien war Schluß, die Ouvertüre dirigierte sein Assistent - viel wichtiger war etwas anderes: Felix Mendelssohn Bartholdys Werke klangen aufregend!

Donnerstag, 22. November 2018

Jelinek - Am Königsweg, 21.11.2018

Zähfadtrübe Kaugummisuppe
Langweilend verendet ein Text. Die Karlsruher Inszenierung von Am Königsweg stellt hohe Ansprüche an die Ausdauer des Publikums. Selten wird man so gelangweilt. Wer unter Einschlafstörungen leidet oder intelligente Unterhaltung für überbewertet hält, der kann sich im Karlsruher Schauspiel erfolgreich anöden lassen - ein besinnlicher Abend für Langweiler, für alle anderen Theater aus der Kategorie verschwendete Zeit. Aber Achtung: das Stück ist pausenlos ohne offizielle Fluchtmöglichkeit. Wer vor dem Einschlafen rausgehen möchte, sollte sich an den Rand setzen.

Sonntag, 18. November 2018

Staatsballett München: Talbot/Wheeldon - Alice im Wunderland, 17.11.2018

Opulentes Spektakel
In Karlsruhe wurde gestern die sich ganz auf die männlichen Figuren konzentrierende Version von Tschaikowskys Schwanensee (UA 2004 in New York) des Choreographen Christoper Wheeldon aus der Spielzeit 2009/2010 wieder aufgenommen, in München ist auch über 18 Monate nach der deutschen Erstaufführung (mehr hier) Wheeldons Alice (UA 2011 am Royal Ballet in London, mehr dazu bei youtube hier, hier, hier und hier) ein grandioses Vergnügen und überwältigendes Ballettspektakel! Aufwändiger scheint Ballett kaum möglich, Wheeldons Choreographie, die Partitur von JobyTalbot sowie Bühne inklusive vieler visueller Effekte und Kostüme sind Meisterwerke und ein Gesamtkunstwerk.
Die Karlsruher Ballettdirektorin Birgit Keil hatte im letzten Jahrzehnt mit dem Engagement des Choreographen eine glückliche Hand, inzwischen ist Wheeldon weltweit ein gefragter Choreographie-Star. Wer holt nun Wheeldons Shakespeare Ballett «A Winter's Tale» oder sein Gershwin-Ballett «Ein Amerikaner in Paris» zur Erstaufführung nach Deutschland? Karlsruhe hat durch Wheeldons Schwanensee einen Vorteil, den man am Badischen Staatstheater (bzw. die designierte Ballettdirektorin Bridget Breiner) nutzen könnte.

Donnerstag, 8. November 2018

Neue GMD Kandidaten stellen sich vor

Ab 2020/21 wird ein Nachfolger für GMD Justin Brown gesucht. Nachdem der Wunschkandidat für Browns Nachfolge letztes Jahr abgesagt hat (mehr hier), beginnt man diese Saison wieder von vorne. Vier Kandidaten sind bisher bekannt, drei von ihnen stellen sich 2019 im 4., 5. und 6. Symphoniekonzert vor. Alle vier werden probeweise eine Oper dirigieren, die drei ersten Termine sind nun bekannt:

Freitag, 2. November 2018

Puccini - Tosca, 01.11.2018

Tolle Opern-Gala vor zu wenig Zuschauern
Es gibt Gründe, wieso man in der vergangenen Saison in der Oper fast 10% oder 14.000 Eintrittskarten weniger verkaufte als in der Saison zuvor. Doch bevor die allgemeine Situation angesprochen wird, erst einige Worte zur gestrigen sehr schön gelungenen Tosca. Zwei spannende Gäste hatte man engagiert, und mit Martina Serafin gab es eine stimmlich und darstellerisch attraktive und ideale Tosca, die keine Wünsche offen ließ. Was für ein aufregender 2. Akt, was für eine intelligente Darstellung, die sich in die Inszenierung einfügte und doch eigene starke Betonungen hatte. Serafins Auftritt war bereits den Besuch wert, doch auch sonst gab es Spannendes zu hören und erfreulich viele Bravos aus dem schlecht gefüllten Zuschauerraum.

Dienstag, 30. Oktober 2018

2. Sonderkonzert, 29.10.2018

Das neue SWR Symphonieorchester macht sich in Karlsruhe rar, und wer dessen neuen Chefdirigenten Teodor Currentzis erleben will, muß nach Mannheim, wo der Grieche Tschaikowskys 5. und Schostakowitschs 7. Symphonie dirigiert, oder nach Freiburg, wo auch noch Mahlers 4. erklingt. Als Gast hatte man gestern am Badischen Staatstheater das Festival Strings Lucerne eingeladen, das Mozart und Tschaikowsky spielte. Das ohne Dirigenten auftretende kleine Kammerorchester aus der Schweiz kam mit einem melodischen Gutelauneprogramm.

Freitag, 26. Oktober 2018

Bergman - Szenen einer Ehe, 25.10.2018

Volltreffer: Bergmann inszeniert Bergman hautnah und spannend
Männer können interessanter werden, Frauen hingegen werden einfach nur älter. In Ingmar Bergmans Szenen einer Ehe verläßt Johan plötzlich seine Frau Marianne und ihre beiden Kinder, um mit einer 20 Jahre jüngeren Frau eine Affäre auszuleben und sich ein neues Leben aufzubauen. Marianne ist stark und verbittert nicht, Johan wird in der neuen Beziehung nicht glücklicher, beide können nicht voneinander lassen.
Szenen einer Ehe - der Titel wurde fast sprichwörtlich. Ein Blick unter die Oberfläche und hinter die offizielle Kulisse - diese Perspektive gelingt mit den beiden Schauspielern Sina Kießling und Timo Tank in der Inszenierung Anna Bergmanns herausragend gut und es fällt leicht zu prognostizieren, daß es schwer sein wird, als Zuschauer an Karten zu kommen - pro Vorstellung dürfen nur etwa 40 Besucher hautnah dabei sein, bereits jetzt sind die ersten Vorstellungen ausverkauft.

Dienstag, 23. Oktober 2018

2. Symphoniekonzert, 22.10.2018

Das gestrige Symphoniekonzert war ohne symphonisches Zugpferd und ähnelte einer Anthologie von Kurzgeschichten aus etwas über 100 Jahren und drei Jahrhunderten. Fünf Komponisten, fünf Werke, vier davon kann man als Tondichtung beschreiben, das zentrale Solistenkonzert betonte hingegen seine Uneindeutigkeit. Alle Stücke sind illustre und suggestive Klangkunst - ein Faden, wenn auch kein hörbar roter, war vorhanden, die Zusammenstellung blieb beim Hören dennoch episodisch und heterogen.

Freitag, 19. Oktober 2018

Puccini - Tosca, 18.10.2018

Da ist sie wieder, die unverwüstliche Tosca von Regisseur John Dew aus der Saison 1999/2000. Sänger und Dirigenten kamen und gingen, Barbara Dobrzanska (mehr zu ihr hier) hingegen ist nun schon ca. 15 Jahre die bravouröse Konstante in der Titelrolle und bekam gestern den gewohnt herzlichen Applaus für ihre charaktervolle Interpretation. Die beiden männlichen Hauptrollen erlebten gestern spannende Rollendebuts und in der Halbzeit sorgte der Intendant für Heiterkeit.

Sonntag, 14. Oktober 2018

von Weber - Der Freischütz, 13.10.2018

Ein Bühnendesaster - gehirnverstaubt, inspirationslos und dilettantisch mißlungen  
Hallooooo? Ist da jemand in der Führungsetage des Badischen Staatstheater? ... Nein, es scheint, als ob das Oberstüble lange nicht mehr genutzt wurde, denn es wirkt mal wieder äußerst hilflos und überfordert, was man seinem Publikum mit dem Freischütz zumutet. Wenn man gestern den Zuschauern Tüten mit überreifen Tomaten zur Verfügung gestellt hätte, wäre die Nachwuchsregisseurin nicht nur mit rekordverdächtig lauten Buh-Rufen für die vergeudete Lebenszeit und ihr Desinteresse gegenüber Musikern und Sängern (die sich monatelang vorbereiten und dann diesen Schrott darstellen müssen) bestraft worden. Schade, daß dieses Brauchtum in Vergessenheit geraten ist. Es ist eine Folge der prekär-defizitären Intendanz, daß es in den vergangenen Jahren vermehrt Inszenierungen gab und gibt, die aus dem letzten Loch pfeifen. Immer wenn man glauben wollte, daß das Training-on-the-job der Karlsruher Intendanz langsam erfolgreicher verlaufen könnte, kommen wieder solche peinlichen Abstürze in Unverständnisgrater. Der Freischütz ist ein Rückschlag, vergleichbar mit Verdis Macbeth, Strauß' Fledermaus und anderen dilettantisch verhunzten Inszenierungen. Der Karlsruher Oper läuft das Publikum weg (mehr dazu hier), dieser Freischütz wird die Situation wohl verschlimmern, denn man kann nur jedem raten, diese Produktion zu meiden und die Zeit sinnvoller zu verbringen.

Montag, 8. Oktober 2018

Svolikova - Europa flieht nach Europa, 07.10.2018

Rang- und belanglos
Die gestrige Premiere von Europa flieht nach Europa ist ein Beispiel für alchemistisches Theater. Den fünf Schauspielern und dem Inszenierungsteam gelingt das seltene Kunststück, etwas aus sehr, sehr wenig zu machen. Ein textliches Nichts ohne Handlung und sprachlichen Reiz wird künstlich zu 70 Minuten Spieldauer aufgebauscht, die Zuschauer erwartet nur Formulierungshülsen, quasi Gelaber im Theater. Doch daß die Schauspieler diese Belanglosigkeiten so motiviert und engagiert vortragen, rettet die Vorstellung und ist großes Theater ohne großen Autorentext und ohne Triftigkeit.

Donizetti - Anna Bolena, 07.10.2018

Immer noch Spätsommer, einer der schönsten Sommer der letzten Jahrzehnte hält weiterhin durch. Die sonntägliche Nachmittagsvorstellung von Donizettis in Karlsruhe so bravourös und beeindruckend gelingender Anna Bolena war trotz Sonnenschein und Wärme sehr gut besucht, und das mit voller Berechtigung, Belcanto wird hier in Arien und Ensembles grandios hör- und erlebbar, sängerisch und musikalisch ist diese Produktion ein Aushängeschild für die Karlsruher Oper und verdient viele Zuhörer.

Sonntag, 7. Oktober 2018

Ibsen - Nora, Hedda und ihre Schwestern, 06.10.2018

Tragödien des Alltags als Melodramen verkrampfter Frauen
Die Frauendramen Henrik Ibsens (*1828 †1906) behandelten bereits am Ende des vorletzten Jahrhunderts das Dilemma der emanzipierten Frau: Was entbehre ich und mit wem? Ibsen zeigt Ehepaare, in deren Beziehungen es Unausgesprochenes, Ungeklärtes und Unwahres gibt und in der Folge radikale Entscheidungen getroffen werden, und zwar -und das ist damals auf der Theaterbühne außergewöhnlich- von den Frauen selber und teilweise gegen die gesellschaftliche Norm. Ibsens Frauen standen im späten 19. Jahrhundert an der Schwelle zur emanzipierten Freiheit und entscheiden in Krisen selber über ihre Zukunft. Die neue Karlsruher Schauspieldirektorin und Regisseurin Anna Bergmann kombinierte drei Stücke Ibsens und knüpfte drei Frauenschicksale zu einem großen Theaterabend mit 20 Figuren, gespielt von 13 Schauspielern und insgesamt fast 200 Minuten Spieldauer inklusive einer Pause. Bergmann hätte eine Reihe mit Ibsen-Dramen starten können, stattdessen experimentiert sie an einem großes Ibsen-Panorama im Breitwandformat und komprimiert die drei Stücke teilweise bis zur Verfremdung. Das Ergebnis ist einfallsreich, aber durchwachsen, zu wenige gute und zu viele schwache Momente, teilweise spannend, doch mit Durchhängern und Durststrecken. Die Schauspielleistungen lohnen den Besuch, die Schwäche liegt hier alleine im Konzept, das überbedeutungsschwanger, überklamaukig, überhysterisch, überzeigefingerhebend, übersymbolisch und übertrieben gerne Klischees bemüht. Bergmann schwächt die emanzipatorische Kraft und betont das Unglück der Protagonistinnen, die in der Karlsruher Produktion zu Opfern von Männern und "Machtstrukturen" werden und verkrampft um Authentizität ringen.

Dienstag, 25. September 2018

Sänger auf Wohnungssuche

Zwei Karlsruher Opernensemblemitglieder Mezzosopranistin Jennifer Feinstein und ihr Ehemann Baßbariton Nicholas Brownlee haben sich für House Hunters International bei der Wohnungssuche in Karlsruhe filmen lassen. Den sympathischen Spaß kann man sich auf Youtube hier anschauen:
https://youtube.com/watch?v=m4qtWL6kFPg

1. Symphoniekonzert, 24.09.2018

Wagner vor der Pause, Bruckners "Wagner-Symphonie" danach - die Rückkehr aus dem Urlaub und der Start in die neue Spielzeit gelang motiviert und souverän, obwohl die Musik des Sachsen neben der des Oberösterreichers ziemlich blaß blieb.

Mittwoch, 12. September 2018

Programm des Karlsruher Theaterfests am 15.09.2018

Eröffnung des Theaterfests  und Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Generalintendant Spuhler und Lahnor Adjei (Direktor des Badischen Konservatoriums)
11.00 Uhr auf dem Theatervorplatz

Montag, 10. September 2018

Stuttgarter Machenschaften - nicht nur am Staatstheater

Peter Spuhler hat als Generalintendant des Badischen Staatstheaters keine guten Jahre hinter sich. Wieso seine Amtszeit über 2021 eventuell sogar noch mal verlängert werden soll, bleibt einigen Beobachtern ein Rätsel. Aber mit der zuständigen Stuttgarter Wissenschaftsministerin Teresia Bauer hatte der Intendant bisher stets eine mächtige Fürsprecherin, die nun massiv unter Beschuß gerät. In einem Urteil des Verwaltungsgerichts soll festgestellt worden sein, daß die Ministerin mit rechtswidrigem Handeln die ehemalige Rektorin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg Dr. Claudia Stöckle aus dem Amt gedrängt hat. Die SPD-Landtagsfraktion fordert Bauers Rücktritt (mehr hier), die Grünen-Politikerin habe in der Affäre um die Verwaltungshochschule Ludwigsburg wiederholt gelogen. Der stellvertretende Vorsitzendende der SPD-Fraktion Sascha Binder erklärte: "Eine Ministerin, die die Fürsorgepflicht gegenüber Beamten so mit Füßen tritt und mehrmals die Unwahrheit gegenüber dem Parlament sagt, darf in einer Landesregierung kein Amt bekleiden."
In Karlsruhe werden nun ungute Erinnerung an 2015 und die Affäre Spuhler wach, als die Ministerin und der Intendant damit scheiterten, den Verwaltungsdirektor des Badischen Staatstheater Michael Obermeier aus seinem Amt zu entfernen.

Samstag, 1. September 2018

Vorschau auf die Spielzeit 2018/2019

Trauriges Jubiläum
Wir befinden uns im 300. Jahr der Karlsruher Theatergeschichte, aber es gibt kein (oder bestenfalls ein spärliches) Jubiläumsprogramm. Was hätten wohl andere Theater aus so einem Anlaß gemacht! In Karlsruhe erleidet man hingegen die uninspirierte, phantasie- und kreativschwache und in zu vielen Belangen prekär-defizitäre Intendanz von Peter Spuhler. Doch auch wenn es schwer fällt, sollte man sich die fröhliche Vorfreude auf die kommende Spielzeit vom Intendanten nicht nehmen lassen, es gibt spannende Produktionen interessanter Werke, neue Spartendirektorinnen in Schauspiel und Oper, man kann die Suche nach einem neuen GMD beobachten und es gilt Abschied zu nehmen von Birgit Keil.

Donnerstag, 23. August 2018

Mumpitztheater (8)

Wer will in Karlsruhe 2020 Generalmusikdirektor werden?
Die BNN schrieb am 13.07.18 anläßlich der Vorstellung der neuen Konzertsaison:
  • "Justin Brown wollte ruhigere Fahrwasser ansteuern ab der kommenden Spielzeit. Nach zehn verdienstvollen Jahren am Badischen Staatstheater sollte ihm ein neuer Generalmusikdirektor (GMD) folgen. Doch wie zu hören ist, fand sich keiner, der unter den Bedingungen am  Karlsruher Haus zu arbeiten bereit gewesen wäre."
Der letzte Satz hat es in sich. Eine klatschende Ohrfeige - nur für wen und ist sie berechtigt? Es gab letztes Jahr keine offizielle Stellungnahme zur Absage von Frank Beermann als neuem GMD der Badischen Staatskapelle. Man hatte vielmehr den Eindruck, als ob man in Karlsruhe den Vorgang unter den Teppich kehren wollte. Wer hatte hier etwas zu verheimlichen? Zumindest war die Außenkommunikation mal wieder kein Ruhmesblatt für Intendant Spuhler. Daß der Intendant selber bei dieser Pleite erneut in den Fokus der Kritik gerät, hat also hausgemachte Gründe.

Montag, 20. August 2018

Mumpitztheater (7)

Die Häßlichkeit der R*innen
oder
Intendant*in Spuhler*in ist nun irgendwie Gender   

Die Verbraucher*innenschützer*innen für gesäuberte und überwachte Sprache sind nun auch im Badischen Staatstheater eingetroffen. Die Intendanz scheint in der schriftlichen Selbstdarstellung des Staatstheaters sprachpolitische Rücksicht auf die Befindlichkeiten der sich benachteiligt fühlenden Opfer der Sprache angeordnet zu haben und sexualisiert das grammatische Geschlecht, um Diskriminierung leichter unterstellen zu können. Man darf sich dadurch nicht täuschen lassen, es geht bei dieser Verhunzung von Sprache nicht um grammatische Gleichberechtigung, es ist auch kein progressives Emanzipations-, sondern ein konservatives Milieuprojekt einer linksidentitären Klientelgruppierung. Sahra Wagenknechts neue links-soziale Sammlungsbewegung "Aufstehen" (mehr hier und auch hier) scheint bspw. von Anfang an auf Gegenkurs zu hypersensiblen Sprachregelungen der links-identitären "Political Correctness" und dem wirren Sammelsurium von Identitätsfragen zu gehen. Und dafür gibt es gute Gründe.