Me too! Eine Spielzeit der Diskriminierung
Die
Me too!
Debatte über das Castingverhalten und sexuellen Mißbrauch auf der
Besetzungscouch kam aus der Filmbranche und hat zwar noch nicht zu einem
Flächenbrand bei den Theatern geführt, in Karlsruhe hörte man in den
letzten Jahren unter der Hand zumindest gerüchteweise den Verdacht, daß es die Chancen
auf einen Job verbessert haben könnte, männlich und homosexuell zu sein. Ob das der
Wahrheit entspricht, kann nur mit internem Engagement des Theaters untersucht werden
und aufgrund der bisherigen Erfahrungen vermutlich erst nach einem Intendanzwechsel (
hier mehr dazu in der ZEIT). Manchen scheint es, als ob man nun die Flucht nach vorne antritt und wie so oft
tendiert radikales Gegenlenken bei Schieflage, in die entgegengesetzte
Einseitigkeit zu kippen. Die Zukunft ist nicht Gleichberechtigung, nein, das Badische Staatstheater verkündet als diskriminierende Doktrin: "
Die Zukunft ist weiblich". Als wolle man die bisherigen Gerüchte mit aller Gewalt und der entsprechenden Drohung widerlegen. Der Generalintendant versteckt sich, angeblich hat man nun ein
"frauen-dominiertes Führungsteam" von Quotenfrauen, die ihr Engagement einem Mann verdanken, der damit von seiner prekären Intendanz ablenken kann
. "Dominanz" wird in diesem Zusammenhang manche amüsieren
, der
Generalintendant und seine Dominas - statt um Theater geht es beim Programm der kommenden Spielzeit stark um Diskriminierung am Theater, im Schauspiel werden sogar ausschließlich Frauen inszenieren. Der Wettbewerb zwischen den Geschlechtern um Dominanz wird im Vorwort des Schauspiels offiziell für eröffnet erklärt: "
Frauen sehen sich selbst als emanzipiert und selbstbewußt – und das über alle Generationen hinweg. In vielen Regionen der Erde sind sie bereits besser gebildet und erfolgreicher". Das klingt, als brauche man nun endlich einen Männerbeauftragten.
Harte Zeiten für all jene, die einfach nur wegen guten Theaters gerne ins Theater gehen würden. Denn eigentlich geht es beim Theatermachen ums Publikum und um Qualität, nicht um Selbstdarstellung und Selbstbefriedigung des Führungsteams am Badischen Mumpitztheater.