Es ist eine Ohrfeige, die die Intendanz des Badischen Staatstheaters in dieser Woche aus Berlin bekommen hat. Unter Peter Spuhler und Jan Linders wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten ad absurdum geführt, wie man aus gut informierten Kreisen, von Angehörigen und Theater-Fans hörte, wurden Mitarbeiter unter Druck gesetzt, freie Tage nicht wie vorgeschrieben gewährt, Stundenlimits mißachtet, es mußten massiv Überstunden geleistet werden und die Stimmung am Badischen Staatstheater (vor allem im Schauspiel) erreichte einen Tiefpunkt.
Es ist den unermüdlichen Bemühungen des Personalrats zu verdanken, dem es durch viele Gespräche und wie man hört mit Hilfe eines Rechtsbeistands gelang, die Arbeitszeiten wieder auf gesetzeskonformes Maß zu drücken und schriftliche Arbeitszeitnachweise zu etablieren, um die schlimmsten Auswüchse des Spuhlerschen Regimes auf ein erträgliches Maß zu drücken.
Das wurde nun honoriert und ausgezeichnet beim Deutsche Personalräte-Preis 2016 (einem Preis, der eine Initiative der Fachzeitschrift "Der Personalrat" ist):
- "Mit Bronze zeichnete die Jury den Personalrat des Badischen Staatstheaters Karlsruhe aus. Durch seine Initiative wird seit Ende 2014 erstmals die tatsächliche Arbeitszeit auch für künstlerische Mitarbeiter erfaßt und so die Einhaltung gesetzlicher Regelungen verbessert."
Wenn man die Ursachen der Konfrontation zwischen dem Badischen Staatstheater und der Intendanz analysieren will, muß man meines Erachtens die Hintergründe berücksichtigen: