Freitag, 19. März 2021

Ein Jahr im Kulturwinter

Abschied von der Spielzeit 2020/21
Bis mindestens Ende April kann es epidemiebedingt keine Vorstellungen geben, falls danach etwas kommen könnte, wird es im freien Verkauf stattfinden. Das Badische Staatstheater hat nun endgültig alle Abo-Termine bis zum Sommer storniert, die offizielle Spielzeit ist ausgesetzt.

Der Vorhang zu und alle Fragen offen
Seit einem Jahr sind die Theater in der Corona-Pause, bundesweit und am Badischen Staatstheater. Ein Jahr mit geschlossenen Bühnen und Kinos, ohne oder mit nur sehr wenigen öffentlichen Kulturveranstaltung. Künstler, die üben, um zu üben, um in Form zu bleiben, nicht um aufzutreten. Bühnentechniker und -künstler, Handwerker und Kreativpersonal, deren Fähigkeiten nicht zur Geltung gebracht werden konnte. Manche mögen das Jahr zur Entspannung und Entschleunigung genutzt haben,  andere Temperamente werden ein entnervend steriles Jahr erlebt haben, dem es an Alltagsbrechern fehlte. Für freischaffende Kulturschaffende, ob nun Sänger, Schauspieler oder Musiker, wurde das Leben teilweise zur brutalen, existentiellen Krise und die sozialen Sicherungssysteme erstarrten in bürokratischer Überforderung schneller Hilfsmaßnahmen. Manch einem mag die Aufbruchstimmung nach der Absetzung des Intendanten geholfen haben, um über die Zeit zu kommen. Aber was nun? Die dritte Welle scheint sich anzukündigen, die Bundesrepublik impft quälend langsam, alle Hoffnung ruhen auf der Durchimpfung und damit auf einer überwiegend durchführbaren Spielzeit 2021/2022.

Krisen brauchen Komödien
Die Freude, die sich bei der Normalisierung des Alltags einstellen wird, sollte auch aus dem Programm für 2021/2022 sprechen. Nach so langer Vorbereitungszeit ohne Tagesgeschäft, nach Abgang von Peter Spuhler und hoffnungsvoll überwundener Virusepidemie muß die gute Laune auf und von der Bühne spürbar sein. Das Theater muß in jeder Hinsicht ein Feuerwerk zünden und ein Zeichen der Freude setzen. Daran wird man gemessen werden, das Badische Staatstheater muß dem Publikum den Wandel zeigen, insbesondere nach einem Jahrzehnt ohne rasante Komödie im Schauspiel muß das Sprechtheater endlich weg vom Oberlehrer- und Spießerattitüden. Die Stadt und das Theater selber brauchten Konzerte, Ballett, Oper und Schauspiel zur Feier des Besonderen. Erst Gerüchte bzgl. der neuen Spielzeit kursieren bereits, was davon stimmt kann man ab April/Mai erfahren, wenn die hoffentlich durchführbare Spielzeit 2021/2022 vorgestellt wird. Vieles wird kommen, was für diese Saison angekündigt war, manches entfällt und einige Ideen sind hinzugekommen. Bridget Breiner hat die Zeichen erkannt, ihre erste Premiere soll angeblich ein Ballett nach ein Shakespeare-Komödie sein, die Oper scheint mit einer frühen Buffa-Oper von Mozart beginnen zu wollen, mit einer Operette und zwei weiteren komödiantischen Oper hat auch Nicole Braunger erkannt, was die Zeit erfordert. Nur das humorlose Schauspiel scheint Bestand zu haben, Anna Bergmann tut sich (noch) schwer mit Spaß und Freude, aber vielleicht nimmt sie den erhobenen Zeigefinger noch runter und besinnt sich .....

4 Kommentare:

  1. Götz Schweighöfer von 1989 bis 1994 Schauspieler am Badischen Staatstheater Karlsruhe ist am 21. März 2021 im Alter von 61 Jahren gestorben. (https://de.wikipedia.org/wiki/Götz_Schweighöfer).
    Dem Karlsruher Publikum ist er in vielen Inszenierungen dieser Zeitspanne in lebhafter Erinnerung geblieben. Stücke in denen Götz Schweighöfer erfolgreich mitgewirkt hat: August, August von Pavel Kohout (Rolle: August junior, Regie Lothar Trautmann), Mirandolina von Carlo Goldoni (Rolle: Cavaliere di Ripafratta, Regie Ferruccio Soleri), Das Leben ein Traum von Pedro Calderon de la Barca (Rolle: Astolf, Regie Fritz Groß), Zur schönen Aussicht von Ödön von Horvath Rolle: Karl, Regie Fritz Groß), Die Marx Brothers Radio Show von den Marx Brothers Rolle: Baldwin, Regie Janusz Kica)

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  2. https://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/online-spielplan/

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    1. Vielen Dank! Der Kulturwinter wird durch den inzwischen erstellten Online-Spielplan tatsächlich gemildert.

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