Dienstag, 5. Mai 2015

7. Symphoniekonzert,

Beethoven, Schumann und Mendelssohn - ein klassisch-deutsches Konzert, das gestern ausverkauft war und viel gute Laune verbreitete.

Freitag, 1. Mai 2015

Tschechow - Drei Schwestern, 30.04.2015

Das Schöne an dieser Inszenierung, bereits bei der Premiere (mehr hier) und auch gestern, ist, daß es hier endlich mal wieder gelingt, alle Schauspieler in den Mittelpunkt zu stellen: solistisch und im Ensemble. Es passiert mehr auf der Bühne als man bei einem Besuch beobachten kann, ständig kann man voll konzentrierter Freude neue Entwicklungen und Eindrücke einfangen. Die Regisseurin Anna Bergmann hat für jede Rolle ein Konzept, alle Schauspieler nutzen die Chance und zeigen ihr Potential.  Es gibt einiges auf der Bühne, das durchaus inszenatorisch diskutabel ist; doch die Spielfreude und Stimmung der Schauspieler macht die Aufführung zu einem wunderbar kurzweiligen Abend, bei dem die positiven Eindrücke durch die Akteure die Waagschale klar zum Erfolg wenden. Die rückwärtige Entwicklung ausgehend von Verzweiflung, Stillstand und Lethargie vom Beginn im vierten Akt hin zum ausgelassenen, heiteren und glücklichen ersten Akt am Schluß - man gönnt den Figuren die Leichtigkeit als Lebensentwurf angesichts des verkrampften Schluß am Anfang.

Sonntag, 26. April 2015

Ballett: Kafka - Der Prozess, 25.04.2015

Es gab gestern langanhaltenden Applaus nach der pausenlosen 75-minütigen Frühjahrs-Ballettpremiere, vor allem für den ersten Solisten Flavio Salamanka. Es gibt viel Sehens- und Bemerkenswertes bei dieser Uraufführung. Der Prozess wird optisch dominiert durch eine großartige Bühnenbildinstallation von rosalie. Dennoch ist dieses Ballett weniger überzeugend als erwartet: choreographisch und dramaturgisch fehlt die innere Kohärenz, denn auch wenn auf dem Etikett Kafka und Der Prozess steht - inszeniert hat man ein fast abstraktes Ballett, dessen kaum erkennbare Handlung mit Kafka nur noch als Ahnung in Zusammenhang steht. Das Ganze ist hier weniger als die Summe seiner Teile.

Montag, 20. April 2015

Europas Opern-Boom

Journalist Ralph Bollmann hat in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen interessanten Artikel geschrieben:

"Renaissance der Musiktheater
Der große Opern-Boom
Kein Geld für Kultur? Von wegen! Überall in Europa eröffnen neue Musiktheater. Sie stehen für wirtschaftlichen Aufschwung und Selbstbewusstsein der Regionen.

............."
         
Der ganze Artikel findet sich hier:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/opern-boom-europaweit-eroeffnen-neue-musiktheater-13511569.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Freitag, 17. April 2015

Puccini - Tosca, 16.04.2015

Unmittelbarkeit wird leider zu oft überbewertet und taugt nur begrenzt als ästhetischer Maßstab, aber bei der Karlsruher Tosca ist es das richtige Kriterium, vor allen wenn die Aufführung so grandios gelang wie gestern!

Wieder eine Sternstunde durch Barbara Dobrzanska

Dienstag, 14. April 2015

Trauer um Jochen Neupert

Im Alter von nur 56 Jahren ist der Schauspieler Jochen Neupert verstorben. Neupert war von 2002 bis 2011 im Karlsruher Ensemble in zahlreichen Rollen zu sehen. Dank seiner wunderbaren und ausdrucksstarken Stimme war er auch als Sprecher im Radio und beim Fernsehen (Arte) beschäftigt.
 
Jochen Neupert spielte oft in Stücken, die mich begeisterten und die ich öfters sah. Er bleibt mir unvergessen als Oberon in Shakespeares Sommernachtstraum und als  Staatsminister  Richard Willey in Ray Cooneys Außer Kontrolle. In beiden mußte ich Tränen lachen. Ich hoffte, ihn noch mal irgendwann wieder spielen zu sehen. Der Tod meuchelt immer die Falschen zu früh.....

6. Symphoniekonzert, 13.04.2015

Ein rein britisches Symphoniekonzert - ein wenig Skepsis war wohl bei einigen vorhanden, doch Justin Brown bewies auch diesmal eine sichere Hand bei Auswahl und Präsentation.

Freitag, 10. April 2015

Zweiter Nachtrag zu Krise zwischen Peter Spuhler und dem Badischen Staatstheater

Aufgrund eines aufmerksamen Kommentators aus Heidelberg (der sehr lesenwerte Beitrag befindet sich hier, und zwar der Kommentar vom 09. April 2015 um 16:03) will ich noch kurz auf ein Vorkommnis verweisen, daß sich während der Heidelberger Intendanz von Peter Spuhler ereignete.
                              
Christine Dössel ist Theaterredakteurin bei der Süddeutschen Zeitung und war 2010 Jurorin beim Heidelberger Stückmarkt. Sie schrieb einen umfangreichen Erfahrungsbericht dazu. Frau Dössel erkannte während weniger Tage qualitative Defizite, die man als regelmäßiger Zuschauer auch in Karlsruhe bemerken kann:

Mittwoch, 8. April 2015

Nachtrag zur Krise zwischen Peter Spuhler und dem Badischen Staatstheater

Es sind sogar 430 Unterschriften für den Verwaltungsdirektor geworden. Deutlich mehr als die Hälfte der Belegschaft hat sich mit Herrn Obermeier solidarisch erklärt. Und es wären noch mehr geworden, wenn die Angestellten mit Zeitverträgen es hätten wagen können, ohne ihren Job zu riskieren. Da bei der übereilten Abberufung durch das Ministerium Fehler gemacht wurden und Michael Obermeier juristisch dagegen vorgeht, kann es noch zu spannenden Entwicklungen kommen. Vorerst bleibt er auf seinem Posten.
Nun muß man als außenstehender Zuschauer abwarten, was die von der Stadt Karlsruhe und unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Mentrup stehenden Vermittlungsbemühungen zwischen dem Badischen Staatstheater und dem Generalintendanten Peter Spuhler und seiner Gefolgschaft bringen werden. Wie sollen die atmosphärischen und zwischenmenschlichen und in der Folge auch qualitativen Probleme gelöst werden? Erneut rückt nun Spuhler selber in den Mittelpunkt.

Montag, 6. April 2015

Franco Fagioli bei den Händel Festspielen 2016

Nach den Negativschlagzeilen über Generalintendant Peter Spuhler und der verfahrenen Situation am Badischen Staatstheater wird es mal wieder Zeit für gute Neuigkeiten aus Publikumsperspektive.

Publikumsliebling Franco Fagioli wird bei den Händel Festspielen 2016 zweimal auftreten!

In einem Galakonzert am 22.02.2016 mit der Armonia Atenea und George Petrou als Dirigent und im Rahmen des Eröffnungskonzerts am 12.02.2016 zusammen mit Donna Leon als Moderatorin und den bekannten Sängerinnen Sandrine Piau, Karina Gauvin sowie Il Pomo D'Oro und Ricardo Minasi als Dirigent

Karten gibt es bereits. Hier die Übersicht des Badischen Staatstheaters:
http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/haendel-festspiele-2016/

Dienstag, 31. März 2015

Generalintendant Peter Spuhler und die Krise am Badischen Staatstheater

401 Mitarbeiter des Badischen Staatstheaters sollen sich auf einer Unterschriftenliste für den Verbleib des Verwaltungsdirektors im Amt ausgesprochen haben, ca. 200 protestierten und versammelten sich vor dem Verwaltungsrat. Ist nun Michael Obermeier  (mehr auch hier) so ausgesprochen beliebt im Haus oder ist Peter Spuhler so außerordentlich  unbeliebt bei seinen Angestellten? Die Wahrheit mag in der Mitte liegen, die Botschaft ist aber klar: Generalintendant Peter Spuhler hat nur wenig Rückhalt am Badischen Staatstheater, das Personal fordert mehr Unterstützung für seine Bedürfnisse.

Montag, 30. März 2015

Wagner - Parsifal, 29.03.2015

Ein gelungener Premierenabend mit viel Applaus und Bravos für sehr gute Sänger und eine wundervoll aufspielende Badische Staatskapelle sowie einen guten Regisseur, der den religiösen Kern von Wagners theatralischstem Werk sachlich-analytisch deutet und viele gute Einfälle hat.
 
Worum geht es bei dieser Inszenierung?
oder
Die Ablösung des Erlösers

Der renommierte Regisseur Keith Warner entschlüsselt Parsifal als Werk über eine spirituelle Krise, die eine religiöse Gemeinschaft in die Bedeutungslosigkeit führt. Dabei ist die Inszenierung zweigeteilt: die ersten beiden Akte spielen in der zeitlos angesetzten, hermetisch abgeriegelten Welt einer religiösen Elite, der dritte Akt im Hier und Heute.

Freitag, 27. März 2015

Liebrecht - Die Banalität der Liebe, 26.03.2015

Die Banalität der Liebe - das ist in Karlsruhe eine ruhiges, konzentriertes und sachliches Kammerspiel über Personen, mit denen nur wenige etwas verbinden. Das Badische Staatstheater wird damit wahrscheinlich kein großes Publikum anlocken, denn trotz einiger sehr guter Momente bleibt der Abend zu spröde.

Mittwoch, 25. März 2015

Die zweifache Entmachtung des Verwaltungsdirektors?

Die Badischen Neusten Nachrichten gaben letzte Woche interessante Hinweise zur aktuellen Affäre am Badischen Staatstheater. Ministerin Theresia Bauer soll den Verwaltungsrat Herrn Obermeier eine Aufgabe in Stuttgart übertragen haben, die für ihn fachlich nicht passt und aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen eventuell auch nicht zumutbar ist. Da Obermeier in drei Jahren pensioniert wird, stellt sich unweigerlich die Frage, wieso man ihn so kurz vor der Rente um jeden Preis von seinen Aufgaben abziehen will.     

Trauer um Oleg Bryjak

Der früher zum Karlsruher Ensemble gehörende Bassbariton Oleg Bryjak ist ein Opfer des gestrigen Flugzeugabsturzes:
http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/bayreuth-bryjak-oleg-germanwings-opfer-100.html

R.I.P.

Samstag, 21. März 2015

Tschechow - Drei Schwestern, 20.03.2015

Die neue Karlsruher Inszenierung von Tschechows Drei Schwestern ist leicht angreifbar: die Regisseurin zeigt eine eigenwillige und individuelle Auffassung, die einige ungeschützte Angriffsflächen für schnelle und harte Kritik zulässt. Tatsächlich ist es aber für das Karlsruher Schauspiel vielleicht sogar die bemerkenswerteste Inszenierung der letzten Jahre, bei der gleich mehrere Kunststücke gelingen: durchweg hochklassige Schauspielerleistungen in allen Rollen und eine ansteckende Spielfreude des Ensembles, eine interessante und spannende Regie, bei der man stets wissen will, wie es weiter geht, eine überbordende Phantasie mit vielen guten Einfällen, viel Spaß und Humor und eine stimmige Tschechow'sche Atmosphäre in vierfacher Ausführung - denn jeder der vier Akte ist auf unterschiedliche Weise in Szene gesetzt und man kann sich danach überlegen, in welcher der vier Fassung man sich im eigenen Kopfkino die ganzen Drei Schwestern vorstellen möchte.