Donnerstag, 11. Februar 2016

Vorschau: Händel Festspiele 2017

Das englische Oratorium Semele steht kommendes Jahr im Mittelpunkt, Regie: Floris Visser, Bühne & Kostüme: Gary McCann. Als Sänger: Anna Devin, Ed Lyon, Terry Wey, Dilara Baştar, Katharine Tier .... Premiere 17.02.2017, weitere Vorstellungen 19., 23., 25. und 28.02.2017. Dazu Arminio als Wiederaufnahme und Konzerte mit Sandrine Piau, Vivica Genaux, Sine Bundgaard und David Hansen.
Ab dem 12.02.2016 können Abonnenten Karten buchen, ab dem 22.02.2016 startet der freie Verkauf.

Mehr dazu hier: http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/haendel-festspiele-2017/

Sonntag, 7. Februar 2016

Meyerbeer - Der Prophet, 06.02.2016

Wer den spannenden und fesselnden Karlsruher Propheten hört und sieht, kann kaum nachvollziehen, wieso Meyerbeer über viele Jahrzehnte selten oder gar nicht gespielt wurde, die Wiedereingliederung als gleichberechtiger Repertoirekomponist ist überfällig, eine Wiederentdeckung bspw. der Hugenotten oder von Robert der Teufel würde auch dem Badischen Staatstheater in den kommenden Jahren gut zu Gesicht stehen.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Das Karlsruher Schauspiel beim Berliner Theatertreffen 2016

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn
Was ist denn da schief gelaufen? Eine Produktion des Karlsruher Schauspiels ist nach Berlin zum Theatertreffen 2016 eingeladen worden, dem Treffen, das für sich bisher in Anspruch nahm, die zehn bemerkenswertesten Theaterinszenierungen im deutschsprachigen Raum einer Saison zeigen zu wollen? Das klingt erst mal wie eine Farce und kaum gerechtfertigt. Die Überraschung beim scheidenden Schauspieldirektor Jan Linders ist folglich groß, sein offizieller Kommentar: „Wahnsinn!“ ist zutreffend, denn Sinn ergab in den letzten Jahren wenig im Karlsruher Schauspiel, Wahn gab es hingegen viel.

Der neue 'Ring des Nibelungen'

Wer wird Nachfolger von Lance Ryan, Klaus-Florian Vogt, Thomas J. Mayer und Edith Haller bei der anstehenden Karlsruher Neuinszenierung von Wagners Ring? Kann man an die sängerisch und musikalisch so erfolgreiche letzte Produktion anknüpfen?

Die zentralen Fragen des neuen Rings sind noch nicht beantwortet, aber Termine und  Regisseure stehen nun fest:
  • Das Rheingold - Premiere 09.07.16, Regie: David Hermann 
  • Die Walküre - Premiere 11.12.16, Regie: Yuval Sharon 
  • Siegfried - Premiere 10.06.17, Regie: Thorleifur Örn Arnarsson 
  • Götterdämmerung - Premiere 15.10.17, Regie: Tobias Kratzer 
An Ostern und Pfingsten 2018 soll es zyklische Aufführungen für all jene geben, die viel Sitzfleisch haben.

PS (04.02.2016): Intendant Peter Spuhler, Dramaturg Boris Kehrmann und alle vier Regisseure sollen zum Konzeptionsgespräch nach Island geflogen sein. Zahlt diesen Ausflug der Steuerzahler????

PS (05.02.2016): Rüdiger Krohn schreibt in den Badischen Neusten Nachrichten, daß weder Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson noch Tobias Kratzer die Oper kennen, die sie inszenieren sollen. Arnarsson räumte ein, "daß er den Siegfried erst nach seiner Einladung zum Karlsruher Ring erstmals gehört hat", Tobias Kratzer gestand, daß er mit den Anhören der Götterdämmerung "noch nicht ganz durch ist". Das läßt tief blicken: in Karlsruhe werden Regieaufträge also auf gut Glück vergeben und nicht, wie man als Außenstehender erwarten würde, weil der Operndirektor vom Konzept des Regisseurs überzeugt war. Wer wissen will, wieso unter Intendant Spuhler legendäre Pleiten wie zuletzt Macbeth möglich sind, erhält hier unmittelbar einen Einblick in die Leichtfertigkeit mit der Inszenierungen in Karlsruhe auf den Weg gebracht werden.

Dienstag, 2. Februar 2016

4. Symphoniekonzert, 01.02.2016

Ein Konzert der relativ schwächeren Frühwerke, die allerdings so großartig musiziert wurden, daß man teilweise die späteren Hauptwerke nicht vermißte.

Montag, 1. Februar 2016

Jaques Prévert - Kinder des Olymp, 31.01.2016

Zwischen Entschleunigungstheater und Theatermagie
Theater kann so einfach sein, man nimmt gute Schauspieler und erzählt eine Geschichte, am besten über die Liebe und das Leben oder noch besser über eine außerordentliche Liebe: vier ungewöhnliche Männer lieben eine Frau. Wen wird sie erwählen? Das Karlsruher Schauspiel zeigt diese Geschichte mit einer Besonderheit: es gelingt das Kunststück, einen hierzulande ziemlich unbekannten, über 70 Jahre alten französischen Schwarzweißfilm auf die Bühne zu übertragen, eng angelehnt an das Original - ohne wesentliche Veränderungen, ohne sprachliche Modernisierung, ohne Aktualisierungen oder zusätzliche Zuspitzungen. Wer den Film kennt, wird sich unmittelbar zurechtfinden, die szenische Wiedergabe könnte man als authentisch beschreiben. Regisseur Künstler Benjamin Lazar ist Experte für die Wiederbelebung vergessener Formen und Geschichten (als Barockexperte hatte er bei den Karlsruher Händel Festspielen Riccardo Primo in Kerzenlicht inszeniert, im Februar ist von ihm als Gastspiel eine Adaption eines Romans von Cyrano de Bergerac zu sehen), und dies gelingt ihm auch bei dieser ungewöhnlichen, fast unzeitgemäßen Aufführung, die auf Theatermagie setzt, poetisch und melancholisch, ein Inszenieren von Liebeskonstellationen, Stimmungen und Atmosphäre in ungewöhnlichem Milieu. Die Liebe ist romantisch-sinnstiftend, Eifersucht oder Traurigkeit kommen auf, wenn dieser Sinn in Frage gestellt wird. Nebengeschichten, Zufälle, vieles passiert, gehört dazu und hat nicht unbedingt Bedeutung für die Kernhandlung. In alten Schwarzweißfilmen hatte man noch Zeit zum Mäandern und Erzählen und Lazar gönnt dies auch den Theaterzuschauern. Man kann sich sehr gut unterhalten und staunen, wenn man sich darauf einläßt und schon wegen den sehr guten Schauspielern, der phantasievollen Umsetzung und dem Mut zu dieser Produktion, lohnt diese Entdeckung.

Sonntag, 24. Januar 2016

Verdi - Macbeth, 23.01.2016

Gestern gab es lauten Jubel und Bravos für eine oft grandiose musikalische Umsetzung, die sich durch zwei Sängerpersönlichkeiten in den Hauptrollen, einem starkem Chor und einer konzentrierten Orchesterleistung immer wieder zu großen Momenten verdichtete. Das Regie-Team hatte Glück, es bekam lediglich empörte und massive Buhs, man hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn man für diese sinnlose und unterirdisch schlechte Bühnenumsetzung wie früher üblich mit Tomaten oder anderen Wurfgegenständen vom Publikum von der Bühne gejagt worden wäre. Dieser Macbeth ist eine öde Kopfgeburt, bei der man die Handlung nicht mehr erkennt - keine Abgründe, keine Dämonie, keine Unbedingtheit, keine Fallhöhe. Tatsächlich erlebte man gestern eine Pleite mit Ansage, die Warnungen und Distanzierungen aus dem Haus für diese Umsetzung waren bereits vorab im Umfeld deutlich zu bemerken. Was war passiert? Die Regie hat sich komplett verrannt und verirrt: Eine fehlgeleitete Phantasie voller abwegiger Ungereimtheiten, ein Unfall unter Originalitätszwang, ein atmosphärisches Bühnendesaster, das komplexe Psychologie als schlecht konstruierte Symbolik zeigen will.

Freitag, 15. Januar 2016

Puccini - La Bohème, 14.01.2016

Die marginalisierte und reduzierte Oper
oder
 
Was Intendant Spuhler der Karlsruher Oper angetan hat  
Kaum ein Jahr ist die Premiere her, nach der gestrigen Aufführung wurde diese Inszenierung von Puccinis La Bohème wieder abgesetzt - gut so und schade. Es fehlte nicht viel und doch war sie zu achtlos verschludert, um ein Publikumserfolg zu werden. Und irgendwie war das auch symptomatisch in den letzten Jahren: fast immer, wenn man sich mit erfolgreichen Vorgängerproduktionen maß, zog man den Kürzeren. (Das schwächelnde Schauspiel war davon noch weit stärker betroffen als die Oper. Es hapert halt deutlich an Qualität und Planung seit 2011).
Man hört, daß es auch 2016/2017 nur wieder die üblichen, alten Inszenierungen (also vielleicht Tosca, Hänsel und Gretel, Hochzeit des Figaro etc.) als Wiederaufnahme zu sehen geben soll, hingegen nichts aus der Zeit von 2011-2014. Was auch? Es gab zu wenig Wochentagtaugliches zur Wiederaufnahme oder es fehlen die Sänger dafür. Ensemble- und Programmzusammenstellung ist eine der großen Herausforderungen für den Operndirektor, um endlich wieder Seriosität und Praxisbezug unter Beweis zu stellen.
Ein ganz anderes Problem schmerzt immer deutlicher: Die Marginalisierung des Opernbetriebs durch Reduzierung. Das bedeutet:
  • vor 10 Jahren in der Saison 2005/2006 umfaßte der Spielplan 22 Opern, diese Saison gibt es nur noch 16. 
  • 2005/2006 gab es 9 Premieren und 13 Wiederaufnahmen, 2015/2016 gibt es 7 Premieren und 9 Wiederaufnahmen.  
  • Eine Opernsaison mit nun nur noch 16 anstatt 22 Opern vor 10 Jahren - 6 Opern fehlen zur früheren Vielfalt. Man könnte meinen, das Programm ist herabgewirtschaftet.
  • Übrigens: in Mannheim kann man 2015/2016 24 Opern erleben!
Harte Zeiten für die Karlsruher Opern-Fans und wer weiß, ob zukünftig nicht noch mehr Reduzierungen geplant sind. Bei den Theatertheoretikern der Karlsruher Intendanz muß man stets mit Freudlosem rechnen.

Freitag, 8. Januar 2016

Vorschau: Händel Festspiele 2016 und 2017

Von einem englischsprachigen Händel-Fan (Thank you very much!) ist ein Hinweis zu den Händel Festspielen 2017 eingegangen. Nächstes Jahr könnte es in Karlsruhe mal wieder ein Oratorium geben, und zwar allem Anschein nach die griechisch-mythologische Semele, die bereits 1980 bei den damals 3. Händel-Tagen unter der musikalischen Leitung von Charles Farncombe und der Inszenierung von Jean-Louis Martinoty zu sehen und hören war. Der Engländer Christopher Moulds soll dirigieren, als Semele könnte Anna Devin auftreten, die 2015 die Rolle der Semele bereits in London sang (mehr zu ihr hier in Englisch).

Aber jetzt stehen erst mal die Händel-Festspiele 2016 an, die mit Max E. Cencic als Regisseur und in der Hauptrolle von Händels Arminio sowie mit einer kaum dagewesenen Flut hochkarätiger Sänger in den unterschiedlichen Aufführungen (u.a. Karina Gauvin, Julia Lezhneva, Ann Hallenberg, Layla Claire, Valer Sabadus und Franco Fagioli) ein spektakuläres Ereignis werden könnten. Das komplette Programm befindet sich aktuell hier auf den Seiten des Badischen Staatstheaters:
http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/haendel-festspiele/

Französisches Juwel
Und für alle, die gut französisch sprechen oder einfach nur barockaffin sind: Es gibt eine Sonderveranstaltung am 20.02.2016, die offiziell nicht im Programm steht (und für die das Badische Staatstheater unverständlicherweise auch noch nicht wirbt), obwohl sie dazu passt: Barockexperte Benjamin Lazar bringt seine seit 2004 in Frankreich bereits oft aufgeführte und auf DVD erhältliche Bearbeitung des Romans Die Staaten und Reiche des Mondes von Cyrano de Bergerac auf die Bühne des kleinen Hauses. Die Musiker Florence Bolton (Gambe)  und Benjamin Perrot (Laute, Gitarre) begleiten die stimmungsvolle Aufführung mit Musik u.a. von Sainte-Colombe, Marais, Ortiz und Kapsberger. Mehr dazu hier:
http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/info/2299/

Montag, 4. Januar 2016

Mozart - Die Entführung aus dem Serail, 03.01.2016

Die gestrige Wiederaufnahme von Mozarts Entführung aus dem Serail war aus verschiedenen Gründen interessant. Da ist zuerst der Gast zu nennen: Dirigent Alan Buribaev soll einer der Kandidaten für die Nachfolge von GMD Justin Brown sein. Zusätzlich hat man neue Sänger, die der fast ausverkauften Vorstellung aufgrund vieler Debüts Premierencharakter verliehen, sowie eine gut gemachte Inszenierung einer türkischen Regisseurin aus dem Jahr 2004. Damals gab es eine starke politische Aussage, die aber inzwischen überholt ist - die Realität ist an ihr vorbei gegangen, die Osmins haben die Bassa Selims schon längst abgedrängt.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Rokokotheater Schwetzingen: Vinci/Händel - Didone abbandonata, 28.12.2015

Als Fan der Barock-Oper muß man das Heidelberger Theater und sein Programm "Winter in Schwetzingen"  (der dieses Jahr zum 10. Mal stattfindet) einfach mögen: Das schöne kleine Schwetzinger Rokokotheater ist der passende Ort für diese Opern. Heidelberg hat im Rahmen seiner Programmlinie der neapolitanischen Opernschule Raritäten von Alessandro Scarlatti (Marco Attilio Regolo, 2011), Nicola Porpora (Polifemo, 2012), Tommaso Traetta (Ifigenia in Tauride, 2013) und Niccolò Jommelli (Fetonte, 2014) gezeigt. Dieses Jahr folgt nun der Komponist Leonardo Vinci in einer Bearbeitung von Händel.

Montag, 28. Dezember 2015

Meyerbeer - Der Prophet, 27.12.2015

Auch 10 Wochen nach der Premiere (mehr hier) begeistert Meyerbeers Oper und gestern konnte man dafür den Lohn einfahren und vor einem ausverkauften Haus spielen: der Glückwunsch gebührt allen Künstlern und Musikern sowie der gegangenen Operndirektion für ihr wagemutiges Programm (eine Wagemut, der 2016/17 nicht fortgeführt zu werden scheint, man verlässt sich wahrscheinlich nach Meyerbeer für mindestens zwei Jahre auf konventionellere Werke und eine Uraufführung. Doch vielleicht hat man endlich einen originellen Plan für Wiederaufnahmen). Die großartige und überragende Ewa Wolak ist der Star dieser Produktion, mit welcher stimmlichen Dominanz und Dramatik sie die Fidès gestaltet, hat etwas Atemberaubendes.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Nachtrag zum 3. Symphoniekonzert: Der Komponist Anno Schreier

Im 3. Symphoniekonzert (mehr hier) glückte eine besonders spannende Uraufführung: Das Cellokonzert On A Long Strand des in Karlsruhe wohnenden Komponisten Anno Schreier. Nicht nur das Publikum war über das von Cellist Julian Steckel so innig gespielte Konzert begeistert, auch vom Dirigenten und dem Orchester hörte man, daß der Komponist seine Partitur perfekt vorbereitet hatte. Kurz: ein Cellokonzert, das unbedingt Eingang ins Repertoire der Cellisten finden sollte!

Der Karlsruher Musikjournalist Georg Waßmuth hat für den Südwestrundfunk 2011 ein kurzes Porträt Schreiers erstellt, das hier nachzuhören ist:
https://soundcloud.com/geowas/der-komponist-anno-schreier-portrat-fur-swr2?utm_source=soundcloud&utm_campaign=share&utm_medium=email


Und wer über die Feiertage noch weitere Entdeckungen machen möchte, kann hier einen größeren Bericht Waßmuths für den Deutschlandfunk anhören, in dem er den ebenfalls in Karlsruhe wohnenden Komponisten Matthias Ockert vorstellt:
https://soundcloud.com/geowas/dlf-atelier-neuer-musik?utm_source=soundcloud&utm_campaign=share&utm_medium=email

Freitag, 18. Dezember 2015

Delaporte / de la Patellière - Das Abschiedsdinner

Gemütlich geht es im Abschiedsdinner zu, man lacht und amüsiert sich, ohne sich zu verausgaben, man erlebt sehr gute Schauspieler und gut temperierte, lauwarme 90 Minuten, die schnell vorüber gehen. Doch Komödien können aufregender und lustiger sein, kontrastreicher zwischen heiß und kalt wechseln - ein solches Stück und die dazu erforderliche Inszenierung fehlen weiterhin in Karlsruhe und man wird nun den neuen Schauspieldirektor Axel Preuß ab 2016/17 daran messen können, ob endlich mal wieder eine rasante und aufregende Komödie auf den Spielplan kommt.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Loewe - My fair Lady, 12.12.2015

Kehrtwende zur Nostalgie
Keine Entrüstung, keine Buhs, dafür einhelliger Jubel und viel Applaus - diesmal entstellte und verhunzte die aktuelle Intendanz kein beliebtes Werk und hat die Pflichtaufgabe, das Publikum nicht durch sinnschwache Ideen zu verärgern, bestanden. Die Kür blieb ähnlich überraschungslos wie bei der letzten Karlsruher Inszenierung im Jahr 1995: man verzichtet auf Modernisierung und Aktualisierung und bleibt im London des Jahres 1912, zeigt aufwändige Kostüme und Bühnenbilder und lehnt sich an den Film an. My fair Lady - das beliebte Nostalgie-Musical, bei dem viele immer noch sofort an die Verfilmung mit Audrey Hepburn denken - erlebt in Karlsruhe eine zeitlos klassische, wunderbar leichte, schwungvolle und geglückte Umsetzung mit einer klaren Betonung am Ende: Eliza will nichts mehr vom sturen Exzentriker Higgins wissen und verlässt ihn, und zwar "für immer", wie das Programmheft rabiat postuliert. Der Regisseur erlaubt sich dabei einen diskreten Scherz und belebt die flapsige Redewendung, daß zur Feministin wird, wer keinen Mann abbekommen hat. Dem Publikum gefiel's in hohen Maßen, vor allem die hinreißende Kristina Stanek überzeugte in der Hauptrolle als Eliza optisch und akustisch: eine bildhübsche Opernsängerin, die nicht nur singen kann, sondern auch überzeugend als Schauspielerin agiert - ein Auftritt, mit dem sie sich in die Herzen des Publikums singt und spielt.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Vorschau: Die Spielzeit 2016/2017

Positionswechsel! Richtungswechsel?
Es wird spannend in der kommenden Spielzeit! Die zweite Hälfte der bisher so vielfältig problematischen Intendanz Peter Spuhlers beginnt. Mit dem fast noch neuen Operndirektor Michael Fichtenholz (der bisher überwiegend verwaltet haben wird, was sein Vorgänger konzipierte) und dem neuen Schauspieldirektor Axel Preuß (der wahrscheinlich schon wesentlich mitkonzipiert haben sollte, was und wer nächste Spielzeit zu sehen sein wird) wird es für die verbleibenden Jahre auch gestalterische Unterschiede geben, wenn ..... ja wenn die beiden denn eigene Richtungskompetenz haben und nicht nur als Erfüllungsgehilfen des Generalintendanten gelten sollen und wollen.

Freitag, 4. Dezember 2015

HfM Karlsruhe: Monteverdi - L‘incoronazione di Poppea, 03.12.2015

Claudio Monteverdis (*1567 †1643) spätes Meisterwerk Die Krönung der Poppea, uraufgeführt 1642 in Venedig, bietet als Opernprojekt der Karlsruher Hochschule für Musik für alle Opernfans mit barocken Neigungen einige bereits bemerkenswerte Stimmen, eine mit 11 Musikern etwas zu karg gespielte Fassung und eine lediglich arrangierende und auch für eine Hochschulaufführung ein wenig  inspirationsfreie Regie, die kaum eingreift und die Vorstellung wie ein konzertante Aufführung mit improvisierten Spielszenen wirken läßt.