Dienstag, 31. März 2015

Generalintendant Peter Spuhler und die Krise am Badischen Staatstheater

401 Mitarbeiter des Badischen Staatstheaters sollen sich auf einer Unterschriftenliste für den Verbleib des Verwaltungsdirektors im Amt ausgesprochen haben, ca. 200 protestierten und versammelten sich vor dem Verwaltungsrat. Ist nun Michael Obermeier  (mehr auch hier) so ausgesprochen beliebt im Haus oder ist Peter Spuhler so außerordentlich  unbeliebt bei seinen Angestellten? Die Wahrheit mag in der Mitte liegen, die Botschaft ist aber klar: Generalintendant Peter Spuhler hat nur wenig Rückhalt am Badischen Staatstheater, das Personal fordert mehr Unterstützung für seine Bedürfnisse.

Montag, 30. März 2015

Wagner - Parsifal, 29.03.2015

Ein gelungener Premierenabend mit viel Applaus und Bravos für sehr gute Sänger und eine wundervoll aufspielende Badische Staatskapelle sowie einen guten Regisseur, der den religiösen Kern von Wagners theatralischstem Werk sachlich-analytisch deutet und viele gute Einfälle hat.
 
Worum geht es bei dieser Inszenierung?
oder
Die Ablösung des Erlösers

Der renommierte Regisseur Keith Warner entschlüsselt Parsifal als Werk über eine spirituelle Krise, die eine religiöse Gemeinschaft in die Bedeutungslosigkeit führt. Dabei ist die Inszenierung zweigeteilt: die ersten beiden Akte spielen in der zeitlos angesetzten, hermetisch abgeriegelten Welt einer religiösen Elite, der dritte Akt im Hier und Heute.

Freitag, 27. März 2015

Liebrecht - Die Banalität der Liebe, 26.03.2015

Die Banalität der Liebe - das ist in Karlsruhe eine ruhiges, konzentriertes und sachliches Kammerspiel über Personen, mit denen nur wenige etwas verbinden. Das Badische Staatstheater wird damit wahrscheinlich kein großes Publikum anlocken, denn trotz einiger sehr guter Momente bleibt der Abend zu spröde.

Mittwoch, 25. März 2015

Die zweifache Entmachtung des Verwaltungsdirektors?

Die Badischen Neusten Nachrichten gaben letzte Woche interessante Hinweise zur aktuellen Affäre am Badischen Staatstheater. Ministerin Theresia Bauer soll den Verwaltungsrat Herrn Obermeier eine Aufgabe in Stuttgart übertragen haben, die für ihn fachlich nicht passt und aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen eventuell auch nicht zumutbar ist. Da Obermeier in drei Jahren pensioniert wird, stellt sich unweigerlich die Frage, wieso man ihn so kurz vor der Rente um jeden Preis von seinen Aufgaben abziehen will.     

Trauer um Oleg Bryjak

Der früher zum Karlsruher Ensemble gehörende Bassbariton Oleg Bryjak ist ein Opfer des gestrigen Flugzeugabsturzes:
http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/bayreuth-bryjak-oleg-germanwings-opfer-100.html

R.I.P.

Samstag, 21. März 2015

Tschechow - Drei Schwestern, 20.03.2015

Die neue Karlsruher Inszenierung von Tschechows Drei Schwestern ist leicht angreifbar: die Regisseurin zeigt eine eigenwillige und individuelle Auffassung, die einige ungeschützte Angriffsflächen für schnelle und harte Kritik zulässt. Tatsächlich ist es aber für das Karlsruher Schauspiel vielleicht sogar die bemerkenswerteste Inszenierung der letzten Jahre, bei der gleich mehrere Kunststücke gelingen: durchweg hochklassige Schauspielerleistungen in allen Rollen und eine ansteckende Spielfreude des Ensembles, eine interessante und spannende Regie, bei der man stets wissen will, wie es weiter geht, eine überbordende Phantasie mit vielen guten Einfällen, viel Spaß und Humor und eine stimmige Tschechow'sche Atmosphäre in vierfacher Ausführung - denn jeder der vier Akte ist auf unterschiedliche Weise in Szene gesetzt und man kann sich danach überlegen, in welcher der vier Fassung man sich im eigenen Kopfkino die ganzen Drei Schwestern vorstellen möchte.

Mittwoch, 18. März 2015

Badisches Staatstheater stellt sich hinter Verwaltungsdirektor Obermeier

Der anscheinend ohne triftige Gründe abberufene Verwaltungsdirektor Herr Obermeier erfährt breite Unterstützung und Solidarität am Badischen Staatstheater. Gremien wie Personalrat, Chor- und Orchestervorstand sollen sich an das Ministerium gewandt haben und versichern der Ministerin, daß die überwiegende Mehrheit der Mitglieder des Hauses hinter Herrn Obermeier steht und betroffen und schockiert von der Entscheidung sind. Das Ministerium wird eindringlich darum gebeten, diesen Weg nicht zu weiter beschreiten. Eine Unterschriftenaktion wurde gestartet, um zusätzlich für den Verbleib von Herrn Obermeier zu plädieren.  

Staatsministerium beruft Verwaltungsdirektor ab

Vielen Dank an alle Hinweise und Kommentare. Heute soll auch die Presse darüber berichten:
Das Stuttgarter Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat den Verwaltungsdirektor des Badischen Staatstheaters Herrn Michael Obermeier nach Stuttgart abberufen.
Was sich anhört, wie eine harmlose Notiz zur Kenntnisnahme, birgt einige Ungereimtheiten und hat am Badischen Staatstheater für Befremden gesorgt - verschiedene Gremien des Badischen Staatstheaters sollen sich beim  Ministerium gemeldet und um Aufklärung gebeten haben.  

Dienstag, 17. März 2015

Schlechte Stimmung zwischen Kultusministerium und dem Badischen Staastheater?

****** Hallo liebe regelmäßige Tageszeitung-Leser und BaSta-Fans, ******
stimmen die Gerüchte, die man so rund ums Badische Staatstheater mitbekommt? Eine Mischung aus Bestürzung, Verärgerung und Empörung schwappt von Seiten des Theaters über!?!  

Sonntag, 15. März 2015

Puccini - La Bohème, 14.03.2015

Sie wird nicht nur nicht besser, diese Inszenierung von La Bohème (mehr hier), sie wird auch nicht erträglicher - eine desinteressierte Gleichgültigkeit, die einfach nur das Zuhören fördert, stellt sich beim wiederholten Besuch nicht ein. Andere Bohèmes verlässt man in einer oxymoronischen glücklichen Traurigkeit, diese überwiegend gequält und in kritischer Verstimmung. Vor allem beim 1. und 4. Akt kann man nur wiederholt den Kopf schütteln angesichts der Ungeschicktheiten der Regie, die man dem Publikum zumutet. Dabei sind Bühnenbild, Orchester und Sänger absolut bemerkenswert und spannend, nur die einseitige und öfters hilflos wirkende Personencharakterisierung zieht die Vorstellung nach unten - es will einfach keine Stimmung aufkommen. 

Dienstag, 10. März 2015

5. Symphoniekonzert, 09.03.2015

Zu Beginn erklang die 94. Symphonie von Joseph Haydn. Der nicht von Haydn stammende Beiname "Mit dem Paukenschlag“ ist etwas unklar, denn alle der sogenannten Londoner Symphonien (Nr. 93 - 104) haben Paukenschläge. In englischsprachigen Ländern hat sie den treffenderen Namen "Surprise". Haydn zeigt bei der 94., wie man aus scheinbar wenig sehr viel machen kann.

Dienstag, 3. März 2015

Konzert Vesselina Kasarova, 02.03.2015

Die bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova errang 1992 überregionale Aufmerksamkeit, als sie für Marilyn Horne als Tancredi (Rossini) bei den Salzburger Festspielen einsprang. Seitdem hat sie zahlreiche CDs aufgenommen. Ihre ausdrucksstarke Stimme ist sehr gefragt: von Monteverdi über Händel, Gluck und Mozart, dem Bel Canto bis hin zu Gounod, Bizet und Massenet - die großen, technisch anspruchsvollen Mezzosopranrollen sind ihre Domäne.  

Samstag, 28. Februar 2015

Händel - Riccardo Primo, 28.02.2015

Kopfschütteln zu Beginn
Viele großartige künstlerische Leistungen gab es bei dieser letzten Aufführung und der erste starke Moment gehörte Generalintendant Peter Spuhler, der vorab vor den Vorhang trat und klare Worte für die Gewerkschaft ver.di fand. Bereits vor zwei Jahren (mehr dazu hier) hatte ver.di in Karlsruhe bewiesen, daß es ihr mehr Vergnügen macht, Porzellan zu zerschlagen und Kollateralschaden anzurichten als intelligent vorzugehen.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Händel - Riccardo Primo, 24.02.2015

Glücksfall Riccardo Primo
Nach der inszenatorisch so sterilen und einfallsarmen Teseo-Premiere ist die Wiederaufnahme von Benjamin Lazars Bühnenfassung von Riccardo Primo (mehr dazu auch hier) umso beeindruckender und beglückender. Hier gelingt, was in Teseo zu unbedarft und inspirationslos kopiert wurde und dann nur bieder und altmodisch wirkte.  

Samstag, 21. Februar 2015

Händel - Teseo, 20.02.2015 (Premiere)

Eine der schwächsten Händel Premieren der letzten Jahre
Nach der bereits sängerisch vielversprechenden öffentlichen Generalprobe (mehr hier) gab es gestern starken Applaus und gute Laune zur Eröffnung der 38. Händel Festspiele - das Publikum wollte sich bei der Premiere von Teseo die Feierstimmung nicht nehmen lassen. Vor allem Sänger und Musiker hatten gestern viel zu bieten, die beiden Hauptakteure Yetzabel Arias Fernandez  und Valer Sabadus sind die Stars des Abends, es gibt schöne Kostüme und eine mit viel Applaus bedachte Solo-Oboistin ..... oberflächlich besehen ist scheinbar alles gut. Und die Inszenierung - wahrlich nicht erinnerungswürdig, aber nun ja, niemand wird sich ernsthaft darüber ärgern, kaum jemand wird sich darüber aufregen, denn aufregend ist das Bühnengeschehen nun wirklich nicht - es ist eine Inszenierung, die man gleich wieder vergessen und abhaken kann.